Über die Autorin

Eines Tages, als ich auf Facebook wieder einmal die dummen, einseitigen und/oder faschistoiden Einträge mit den immer gleichen antikatholischen Ressentiments las zu den immer gleichen ethisch-moralischen Fragen, da seufzte ich innerlich mit den ungefähren Worten des Propheten: „Ihr macht meinen Gott müde. Müsst ihr auch mich müde machen?“ Kurze Zeit später wurde ich von einem streitbaren (aber nicht besonders gebildeten) Atheisten wüst angefahren: Auf seine gleichermaßen langweilige wie historisch widerlegte Leier angeblich auf das Konto der Kirche gehender Massenmorde erwiderte ich, Stalin sei doch Atheist gewesen. Seine argumentativ unschlagbare Antwort war „Halt die Schnauze!“. Und da dachte ich dann: Basta. Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schreiben. Oder so. Und das ist er nun, mein Blog über Kirche, Welt und katholisches Leben in einem traurig sinnentleerten Umfeld. Zur Erbauung und zum Abreagieren.

Ich bin katholisch und nett. Das würde als Beschreibung ausreichen. Aber da ich Rheinländerin bin, genügen fünf magere Worte natürlich nicht. Kleine Auswahl anderer Eigenschaften: redselig, literaturaffin, reiselustig, marianisch, empathisch, meinungsstark, patriotisch, enthusiastisch, unerbittlich.

Mein Lebensmotto (neben vielen anderen) ist „Honi soit qui mal y pense“. „Et hätt noch immer jot jejange“ ist nicht meine Lebensphilosophie, aber der einzige und letzte Strohhalm, an den ich mich klammere in den zahllosen chaotisch-ausweglosen Situationen, in die ich mich regelmäßig hineinmanövriere.

Im Übrigen darf nicht unerwähnt bleiben, dass ich als Frau und Mensch mit Migrationshintergrund Angehöriger zweier schützenswerter Minderheiten bin.

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3 Kommentare

  1. Liebe Maria-Magdalena!
    Auch wenn Sie Rheinländerin sind (ich bin Westfale und wir liegen bekanntlich in Fehde) machen mir Ihre Artikel durchaus Spaß. Ich bemühe mich auch katholisch zu sein. Nett bin ich nicht immer. Aber wie wollen Sie das sein, wenn Sie zugleich unerbittlich sind.
    In Vorfreude auf weitere Blog-Beiträge,
    Ihr
    Théodore Henri Palamède d’Orléans, Duc de Guise

    • Oho! Die Grafen von Guise habe ich aus der „Reine Margot“ noch in bester Erinnerung 😉
      Da ich großväterlicherseits Wurzeln in Westfalen habe, werden wir sicher bestens miteinander auskommen! Gruß!

  2. Sehr geehrte Autorin des Artikels „Gottesdienst des Grauens“,

    mit großem Interesse habe ich nach der doch sehr „provokanten“ Schlagzeile Ihren Bericht über die erlebte sonntägliche Eucharistiefeier gelesen.

    Nun lag es mir jedoch auf dem Herzen mich doch zum einen oder anderen Punkt zu äußern. Einige Aspekte, die Sie nennen, kann ich durchaus verstehen und vielleicht sogar teilen. Bei anderen hingegen habe ich ein wenig „Bauchschmerzen“.

    Musik – Sie haben Recht, das ist „Geschmackssache“,… Wem’s gefällt. Ich bin auch kein Fan des 70er Jahre Schlagers, den man in dem einen oder anderen Gottesdienst antrifft.

    Kyrie – Was meinen Sie genauer mit diesem Satz: „…vermutend, dass es wahrscheinlich eh nicht so wirklich in der Liturgie vorkommen würde, und wenn, dann als Schuldbekenntnis…“ Richtig, das Kyrie ist in der Liturgie vorgesehen, aber genauso wie das Schuldbekenntnis. Letzteres hingegen kann durch andere Formen (vgl. Bußakt) ersetzt werden. Diese wären z.B. Segnung des Wassers und Besprängung der Gläubigen (Taufgedächtnis). Nach diesem folgt das Kyrie. Falls jedoch der Bußakt das Kyrie enthält, wie z.B. „Kyrie-Rufe“, so wird auf einen weiteren Kyriegesang verzichtet. Hierzu empfehle ich die Lektüre der GORM (Grundordnung des Römischen Messbuchs, S. 40-41, http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/veroeffentlichungen/arbeitshilfen/AH_215.pdf). Eine Verbindung aus Kyire-Rufen und Kyriegesang als Bußakt ist vielleicht nicht die „schönste“ Form, aber sie entspricht den von der Kirche gegebenen Möglichkeiten.

    Tagesgebet – Ich verstehe den Einwand bzgl. der Schlussformel. Diese entspricht nicht denjenigen, die in der GORM genannt sind. Jedoch möchte ich auch darauf verweisen, dass auf S. 42 gesagt wird, dass das Tagesgebet „in der Regel“ mit diesen Formeln abgeschlossen wird. Diese Formulierung „in der Regel“ lässt hier Spielraum. Ob das gut und sinnvoll ist, sei an dieser Stelle offengestellt.

    Zur Anspreche des pastoralen Mitarbeiters nach der Lesung – Über Inhalt und Form lässt sich, so denke ich, wie über die musikalische Gestaltung streiten. Wagen wir an dieser Stelle einen Blick in den CIC (Codex Iuris Canonici, das Kirchenrecht der Katholischen Kirche, http://www.codex-iuris-canonici.de/indexdt.html):
    Can. 768 — § 1. Die Verkündiger des Wortes Gottes haben den Gläubigen vor allem darzulegen, was zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen zu glauben und zu tun nötig ist.
    § 2. Sie haben den Gläubigen auch die Lehre aufzuzeigen, die das Lehramt der Kirche vorträgt über die Würde und die Freiheit der menschlichen Person, über die Einheit und Festigkeit der Familie und deren Aufgaben, über die Pflichten, die den Menschen in der Gesellschaft aufgegeben sind, wie auch über die nach der gottgegebenen Ordnung zu regelnden weltlichen Angelegenheiten.
    In diesem Canon geht es um den Inhalt der Verkündigung des Wortes. Sie schreiben, „…dass Inhalte für eine Gemeindekatechese oder einen Glaubensabend nicht doch in die Messe gehören.“ Im Blick auf den zitierten Canon sehe ich hier keinen Widerspruch mit dem Kirchenrecht und dem Inhalt der Predigt (katechetische Themen) in der vorgestellten Heiligen Messe. Inwieweit das alles sinnvoll ist, was man in der Praxis erlebt, sei auch dahingestellt.

    Ambo und Predigt – Hierzu ebenso noch einige Gedanken. Mit welcher Begründung „muss“ eine Predigt am Ambo gehalten werden? Aus welchem Grund war nun die „Ansprache“ des Mitarbeiters keine Predigt?
    Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass die Predigt kein Privileg des Priesters ist, wie sie schreiben. Schauen wir ein weiteres Mal in den CIC:
    Can. 766 — Zur Predigt in einer Kirche oder einer Kapelle können, nach Maßgabe der Vorschriften der Bischofskonferenz und vorbehaltlich von can. 767, § 1, Laien zugelassen werden, wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist.
    Dieser Canon besagt deutlich, dass ein LAIE, also in diesem Fall der pastorale Mitarbeiter, in einer Kirche predigen darf. Natürlich lässt sich über die „bestimmten Umstände“ diskutieren und streiten.
    Dies geht zurück auf die drei Munera, die alle Getauften haben:
    Can. 204 — § 1. Gläubige sind jene, die durch die Taufe Christus eingegliedert, zum Volke Gottes gemacht und dadurch auf ihre Weise des priesterlichen, prophetischen und königlichen Amtes Christi teilhaft geworden sind, sie sind gemäß ihrer je eigenen Stellung zur Ausübung der Sendung berufen, die Gott der Kirche zur Erfüllung in der Welt anvertraut hat.
    Dieses prophetische Amt Christi (munus doecendi), welches allen Christen durch die Taufe teilhaft geworden ist, ist der Auftrag zur Verkündigung des Wortes Gottes, zur Weitergabe der Frohen Botschaft Jesu Christi. Diese „Pflicht“ haben letztendlich alle Getauften, je nach ihrem Stand.
    Wie Sie richtigerweise sagen, der Gläubige erwartet an der sonntäglichen Eucharistiefeier eine „Predigt“ des Priesters bzw. des Diakons. Dies ist aber genauer genommen keine Predigt. Es handelt sich hierbei um die HOMILIE, eine besondere Art von Predigt. Blicken wir dazu ebenso in den CIC:
    Can. 767* — § 1. Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder dem Diakon vorbehalten wird; in ihr sind das Kirchenjahr hindurch aus dem heiligen Text die Glaubensgeheimnisse und die Normen für das christliche Leben darzulegen.
    § 2. An Sonntagen und gebotenen Feiertagen ist in allen Messen, die unter Beteiligung des Volkes gefeiert werden, eine Homilie zu halten; sie darf nur aus schwerwiegendem Grund ausfallen.
    Somit haben Sie Recht. Der Priester hätte in unserem Fall eine „HOMILIE“ halten müssen. Dies schließt aber nicht aus, dass er ebenso den Mitarbeiter bittet nach der Lesung eine Predigt, bzw. Ansprache zu halten. (Ihren eigentlichen Platz hat die Homilie in der Liturgie nach dem Evangelium. Letztendlich könnte man aber die 5minütige Ansprache des Priesters am Ende der Messe als Homilie durchgehen lassen. Diese fand schließlich in der Liturgie statt und hat im weiteren Sinn mit „Normen des christlichen Lebens“ zu tun gehabt (vgl. can. 767 §1).)
    Sie sagen der Ort der „gültigen, echten, sonntäglichen Predigt“, also der Homilie, ist der Ambo. Das ist nur bedingt richtig. Ja, die Homilie kann dort gehalten werden, es gibt jedoch auch andere Möglichkeiten, wie uns ein Blick in die GORM aufzeigt:
    „136. Der Priester hält die Homilie, wobei er am Sitz, am Ambo selbst oder gegebenenfalls an einem anderen geeigneten Ort steht; ist sie beendet, kann eine kurze Stille gehalten werden.“ (S. 79)
    „309. Vom Ambo aus werden ausschließlich die Lesungen, der Antwortpsalm und der österliche Lobgesang (Exsultet) vorgetragen; es können dort auch die Homilie gehalten und die Anliegen des Allgemeinen Gebetes gesprochen werden.“ (GORM, S. 134) (Es handelt sich also um eine „kann“-Bestimmung.)
    Aufgrund dieser Stelle können wir also nicht sagen, dass der Ort (also vor dem Altarraum) die Predigt zu einer Ansprache macht.

    Der eigentliche Spender der Kummunion ist der Priester bzw. der Diakon. Andere sind in der Regel nicht vorgesehen (http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html, 88).
    Doch zu ihrer Aussage eine kritische Anmerkung: „Ich finde diesen öffentlichen Protestgang adversus Kommunionhelferes bemerkenswert.“ Ich verstehe den Kritikpunkt, wenn es um den Spender geht. Doch ist die Heilige Messe der richtige Ort um einen Protestgang aufzuführen bzw. diesen gutzuheißen? Ich denke nein. Wir wissen ja, dass jeder Gläubige nur in der rechten Disposition (http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/ccdds/documents/rc_con_ccdds_doc_20040423_redemptionis-sacramentum_ge.html, 80-87) kommunizieren sollte. Wenn nun also vor dem Empfang des Heiligsten Sakramentes eine innere Haltung des Protestes bzw. eine „Erquickung“ an diesem vorliegt, so bezweifle ich, ob dann noch diese rechte Disposition vorliegt.
    Die Ausführung zur Wortwahl des Priesters bei der Brotbrechung (Lamm Gottes + Herr, ich bin nicht würdig) kommentiere ich an diese Stelle nicht weiter. Sicherlich, die im Messbuch vorhergesehene wäre vielleicht besser gewesen. (vgl. GORM, S.57,S.58,S.86)

    Ohne auf meine Anmerkungen nun weiter einzugehen, möchte ich Sie ermuntern sich weiter intensiver mit dem Glauben und der Kirche auseinanderzusetzen. Haben Sie dabei ein offenes Herz und einen weiten Blick. Der Garten des Herrn ist groß. Nicht alles, was auf dem ersten Blick „nicht katholisch“ scheint, ist es auch. Auch mir gefällt nicht alles. Auch ich bräuchte zahlreiche „Theater“-Stücke nicht. Doch vielleicht sind es gerade diese Dinge, die einige Menschen doch im Inneren abholen und sie mit Gott in Verbindung treten lassen.
    Ihnen alles Gute und Gottes Segen

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