Wie man Hashtags nicht anwendet. Ein Praxisguide.

Ein katholisches Nachrichtenportal lässt T-Shirts herstellen mit einem Embryo und dem Hashtag (!) # alllivesmatter. Griff ins Klo, um es kurz zu sagen, und hier könnte mein Beitrag auch schon enden. Aber das wäre ja langweilig.

Was ist so schlimm an dieser Darstellung? Ist es denn nicht wahr, dass in den Augen Gottes jedes Leben zählt, auch und gerade das der Schutzlosesten? Absolut! Aber der Hashtag ist kein primäres Instrument der Offenbarung Gottes, sondern ein von Menschen erfundenes und genutztes Instrument zur chiffre- und stichwortartigen (daher verkürzten) Darstellung eines Bedeutungsclusters. Nicht anders als mit Sprache oder anderen kulturellen Codes kann man, vorausgesetzt man kennt die Bedeutungen, die dem Hashtag beigelegt sind, sehr knapp sehr viel aussagen – wenn ich nicht genügend Medienkompetenz (=sozialmediale Sprachkenntnisse) habe und nicht weiß, welche Bedeutungen ein Hashtag entwickelt hat, auch ganz viel, was ich gar nicht hatte sagen wollen. Tricky.

In diesem Fall nun wurde dem „Lebensschutz“ mal wieder ein größtmöglicher Bärendienst aus den eigenen Reihen erwiesen. „Eigentor“ wäre dafür ein viel zu euphemistischer Begriff.

Warum? Weil ein Hashtag eben nicht einfach nur aussagt, was da steht, sondern, was andere damit zum Ausdruck bringen wollen. Diese Prägung kann man nicht willkürlich umprägen, weil die sozialen Medien, die über Hashtags funktionieren, dadurch „eindeutige“ Zuordnungen vornehmen. Man kann nun darüber diskutieren, ob #blm (black lives matter) ein angemessener Hashtag ist, oder besser, man kann über die dahinterliegende Realität unterschiedlicher Ansicht sein. Aber ob es mir gefällt oder nicht, der Hashtag #alllivesmatter wurde in Stellung gebracht, um den Hinweis auf eine spezifische Bedrohungslage für dunkelhäutige Menschen mindestens zu relativieren, wenn nicht abzuwehren – weshalb er eben auch von Menschen, die #blm unterstützen, besonders aggressiv abgelehnt wird. Man stelle sich einmal vor, man würde einem Juden, dessen Großvater in Auschwitz war, sagen „Ach weißt du, beim Verkehrsunfall sterben auch Leute.“ Die Aussage ist faktisch richtig. Dennoch in hohem Maße unpassend. Selbst eine Aussage wie „Aber Stalinismus war auch schlimm.“, wäre in diesem Zusammenhang taktlos, nicht, weil der Stalinismus harmloser wäre als der Nationalsozialismus, sondern weil man ein spezifisches Leiden nicht erst einmal respektvoll annimmt, sondern es sofort relativiert. Das kann nur einen Eindruck erwecken: Man nimmt das Leid der Person nicht ernst.

So ähnlich ist es mit #alllivesmatter. Man kann es dabei durchaus aus konträren Motiven nutzen: Der eine tut es aus dem Motiv heraus, zu leugnen, dass Rassismus ein echtes Problem sei. Das ist die sozusagen „anerkannte“, die allgemein und „intuitiv“ verständliche Lesart für einen „sozialmedial“ kompetenten Menschen. Nun kann man es aber auch sozusagen „aus Prinzip“ verwenden, weil man genau dies ablehnt. Um es klar zu sagen: Auch ich lehne ab, dass der wahre Satz „Jedes Leben zählt“ in verdrehender Weise verwendet wird um #blm zu relativieren, und ich lehne ab, dass er so gelesen wird. Denn diese Verkürzung und Verdrehung steht der Wahrhaftigkeit entgegen. Da soziale Medien aber eben so funktionieren, wie sie funktionieren, kann ich diese Ablehnung nicht zum Ausdruck bringen, indem ich #alllivesmatter selbst verwende. Ich kann einen Essay schreiben, wieso ich gegen die Art und Weise bin, in der er verstanden wird. Ein Buch. Ich kann es in einem Podcast erklären. Aber in dem Augenblick, in dem ich es öffentlich verwende, drücke ich für die Außenwelt seine vorgeprägte Bedeutung aus, nicht meine private, und auch nicht die, die Gott diesem Hashtag beimessen würde, wäre er der Geber aller Hashtags.

Wenn ich #alllivesmatter benutze, dann sage ich damit auf „twitterisch“: „Schwarze stellen sich an, Rassismus ist kein echtes Problem.“ Man kann sich nicht an einem amerikanischen College eine weiße spitze Maske überziehen, und wenn ich dann als Ku-Klux-Klan-Mitglied verhaftet werde, sagen „Aber hey, ich bin Spanier, und es ist Semana Santa“. Man kann nicht einen Hashtag benutzen und sagen „Hey, aber in meiner Welt bedeutet er etwas ganz anderes.“

Wer nun diesen Hashtag nicht nur benutzt, sondern auch noch den Schutz des ungeborenen Lebens damit in Verbindung setzt, der schafft auf twitterisch eine inhaltliche Verknüpfung zwischen beiden Themen: Er sagt, der Schutz ungeborenen Lebens und die Missachtung der Anliegen der Afroamerikaner gehören zusammen. Ich finde, das ist irgendwie eine ziemlich misslungene Botschaft. Die Menschen, die, wenn sie #alllivesmatter sehen, dies sofort mit rechtsextremen bzw. white supremacist Positionen in Verbindung bringen, werden nun auch den Lebensschutz damit in Verbindung bringen. Sie werden wahrnehmen, dass ein Mensch, der sich für das ungeborene Leben einsetzt, sich nicht für die Belange dunkelhäutiger Menschen interessiert. In Anbetracht der Tatsache, dass gerade dunkelhäutige Menschen von Abtreibung betroffen sind, ist das ungünstig und man verschenkt sogar die Gelegenheit, darauf aufmerksam zu machen, dass #blm ohne Lebensschutz an einem entscheidenden Punkt unvollständig ist. Sie nehmen außerdem wahr, dass jemand, der sich für ungeborenes Leben einsetzt, außerstande ist, sich anderen Problemen ohne Whataboutismus zuzuwenden. Ist das das Bild, das ein Christ geben möchte von seinem Einsatz „für das Leben“? Ich hoffe nicht!

Nun kann man dagegen einwenden: Ja, aber, das liegt doch alles an der Unwahrhaftigkeit des Hashtags. Denn tatsächlich zählt doch jedes Leben. Das stimmt, aber das ist irrelevant. „Den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche zu sein“, bedeutet, die Lebenswelt des anderen wahrzunehmen, und die Wahrheit so zu formulieren, dass er sie in den Begriffen seiner Lebenswelt verstehen kann, wenigstens für den Anfang, damit er dann überhaupt den Mut, das Vertrauen und den Entschluss fassen kann, sich sogar bis zur Transformation seiner Lebenswelt führen zu lassen, wenn nötig (und dann eben auch in anderen Begriffen oder Begriffsbedeutungen denken zu lernen).

Natürlich kann sich die Bedeutung eines Hashtags auch ändern. Wenn genügend differenzierte Menschen #alllivesmatter nutzen und genügend Durchhaltevermögen haben, können sie die emotionale Empörungswelle überleben und haben dann ihren großen Auftritt, wenn wieder differenzierte, pseudonachdenkliche Töne als vorbildhaft inszeniert werden. Wer aber so ein wichtiges Anliegen hat wie den Schutz ungeborener Kinder, der sollte von derlei riskanten Unternehmungen vielleicht besser die Finger lassen: Gleichzeitig ein „neues Fass“, nämlich Lebensschutz, aufmachen zu wollen und davon auszugehen, man habe die Influencer-Superkräfte einer Kardashian, wird kaum funktionieren.

Wie viele Menschen, die bisher mit „Lebensschutz“ nichts zu tun hatten, und die entsetzt sind über rassistisch motivierte oder beförderte Tötungen und Morde, wie viele dieser Menschen werden erreicht, indem man ihnen sagt, dass ihr Problem kein Problem ist? Und hier hilft es, wie gesagt, ich wiederhole es in aller Deutlichkeit, nicht, dass man das ja gar nicht hat sagen wollen. Die Menschen verstehen es so und können auch gar nicht anders. Wenn ich darüber diskutieren will, dass ein sprachlicher Code nicht gut ist, so, wie er verwendet wird, muss ich ein Medium wählen, das differenzierte Stellungnahmen erlaubt. Der Hashtag erlaubt dies nicht.

Hier wurden wieder einmal völlig unnötig potenzielle Lebensschützer vergrault, Vorurteile bestätigt, Umkehr be-, wenn nicht verhindert.

Da dieser Artikel die Durchschnittslänge eines Tobias Klein-Blogeintrags noch nicht erreicht hat, erlaube man mir noch diese generelle Bemerkung: Viele bekennende Katholiken berufen sich auf das Wort an Timotheus (2. Tim 4), man habe zu predigen, ermahnen etc. ob gelegen oder ungelegen. Dabei begeht man schnell zwei Fehler: Man soll sich von dem Bekenntnis zur Wahrheit nicht abhalten lassen, bezogen darauf, ob es für einen selbst ungelegen oder gelegen ist, u.U. auch bezogen darauf, dass die Situation unpassend erscheinen könne. D.h. ich soll mich nicht von Nachteilen, die ich dafür erwarten muss, vom Bekenntnis abhalten lassen, oder denken, ich könne nicht von Gott reden, weil ich ja gerade nicht in der Kirche sitze, sondern unter Leuten. Der Sinn des Bekenntnisses ist aber, Menschen zu bekehren, weshalb „gelegen oder ungelegen“ nicht bedeuten kann, dass gleichgültig sei, ob die Botschaft ankommen könne oder nicht. Das wird noch klarer, wenn man zwei weitere Bibelworte berücksichtigt, nämlich die Ermahnung Jesu: „Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben“ (Mt 10,16), sowie das Pauluswort, den Griechen ein Grieche und den Juden ein Jude geworden zu sein (1 Kor 9,20 ff): Es ist nicht verboten, sondern geboten, auch taktisch klug zu überlegen, wie man die Botschaft, die man hat, anbringt, sich in Mitteln, Ausdruck und Zeitpunkt anzupassen. Man muss hier ganz genau das eigene Motiv hinterfragen und aufpassen, dass man nicht die größere Ehre Gottes mit der eigenen Genugtuung verwechselt.

Heiliger Maximilian Kolbe, bitte für uns!

41 Kommentare

  1. Vielleicht ist die beste Methode, das Thema Abtreibung ganz zu verschweigen, damit man ja nicht in Verdacht gerät……“Sarkasmus off“!

    • Sie schneiden etwas tatsächlich Problematisches an. Klar, Lebensschutz wird ohnehin in die rechte Ecke geschoben. Aber muss ich tatkräftig dabei helfen? Ich glaube nicht. Und wie gesagt: Die angemessene Wahl des Mediums macht viel aus. Abgesehen davon geht es eben nicht darum, Abtreibung nicht zu thematisieren, sondern WIE man sie thematisiert. Und dazu ist es hilfreich, sich zu fragen, was man eigentlich erreichen möchte. Dass alle wissen, dass ich gegen Abtreibung bin, oder dass ein Mensch seine Haltung dazu verändert?

      • Abtreibung ist Mord! Das ist meine Haltung! Ich überlasse meinem Gegenüber gerne die Ecke in die er mich stecken will.

      • Sie wissen doch gar nicht, was ich unternehme um Menschenleben zu retten. Schade, dass Sie meinen, ich würde nur Sprüche klopfen. Wenn Abtreibung Mord ist, dann muss das gesagt werden! Das kann man nicht hübsch verpackt und mit rosa Schleifchen schmücken.

      • Das ist ein Missverständnis und das tut mir leid. Ich mache mir kein Bild davon, was Sie SONST gegen Abtreibung tun. Kann ja sehr verdienstvoll sein. Darauf beziehe ich mich nicht. Ich beziehe mich darauf, dass der geklopfte Spruch häufig die Tür zur Wahrheit schließt. Ich habe schon mit einigen jungen Frauen in meinem Umfeld gesprochen- wenn ich mit liebevollen Worten erkläre, dann fangen sie an nachzudenken. Und viele verbinden „Abtreibung ist Mord“ eben damit, dass einem das Schicksal der Frauen egal sei. Es geht dabei doch darum, dass Sie als der in der Wahrheit stehende die Wahrheit so ausdrücken, dass jemand, der die Wahrheit für böse hält, geöffnet wird.

        Natürlich nervt mich das auch, wenn die Wahrheit als Lüge verstanden wird! Und wie! Ich persönlich kann nicht verstehen, wie man Abtreibung als Frauenschutz verstehen kann. Es ist aber egal, ob ich das verstehen kann, ich muss es verstehen LERNEN, um dagegen effektiv auftreten zu können. Denn es geht ja nicht darum, dass der andere hört, was ich davon halte, sondern darum, dass er seine Haltung ändert. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau, der man „Abtreibung ist Mord“ sagt, ihre Haltung ändert, ist gering. Natürlich gibt es Menschen, in die die Wahrheit mit Wucht fährt. Aber das sind relativ seltene Ereignisse. Meist ändert man sich unmerklich und allmählich. Die Wahrheit muss gesagt werden, ja. Aber auf die richtige Weise!

      • Wenn man den Menschen nur lange genug einredet, dass Abtreibung kein Mord ist, dann glauben sie diese Lüge! Diesen Zustand haben wir heute. Nun muss erst einmal diese Lüge bekämpft werden, das geht nur mit der Wahrheit. Letztendlich müssen die betroffenen Personen bei eine Abtreibung am Ende des liebevollen Gesprächs wissen, was sie da im Begriff sind zu tun, nämlich einen unschuldigen, wehrlosen Menschen zu töten, sonst hilft allees Reden nichts. Ich hoffe, meinen Standpunkt nun deutlich gemacht zu haben.

      • „Wenn man den Menschen nur lange genug einredet, dass Abtreibung kein Mord ist, dann glauben sie diese Lüge! “ nun. NICHT zu sagen, dass es Mord ist, ist eben NICHT, zu sagen es sei kein Mord.

      • Und mal zwei konkrete Fragen:

        1. Haben Sie durch „Abtreibung ist Mord“ schon konkret Abtreibungen verhindern können? Wie viele? Wie ist Ihre Rettungsquote im Vergleich zu 1000plus, wo Psychologinnen sitzen, die tatsächlich konkrete Abtreibungen verhindern und ganz bewusst diese Diktion nie benutzen (weil sie als Psychologinnen nämlich wissen, dass man Angst und Panik dadurch nicht auflöst).

        2. Frage: Was genau bringt es (meine ich nicht polemisch sagen Sie es mir!), gesagt zu haben „Abtreibung ist Mord“, wenn Ihnen nicht geglaubt wird?

      • Ich persönlich habe wissentlich noch keine einzige Abtreibung verhindern können. Aber ich habe auch noch nie einen Banküberfall oder eine Geiselnahme verhindert, oder einen Mord aus Habgier. Im Gegensatz zu einer Abtreibung gilt der Banküberfall allerdings als Verbrechen und wird strafrechtlich verfolgt. Stellen Sie sich mal eine Beratungsstelle für potentielle Bankräuber vor, die darauf verzichtet den Bankraub als Straftat zu bezeichnen, um den Ratsuchenden nicht in Angst und Panik zu versetzen. Sie merken wie absurd und lächerlich das Ganze ist.
        Zu Ihrer zweiten Frage: Die Wahrheit muss nicht geglaubt werden, aber sie muss ausgesprochen sein. Und wenn jemand die Wahrheit als Lüge bezeichnet ist er ein Verbrecher.

        1000plus unterstütze ich im übrigen seid Jahren finanziell, ohne dabei in Gewissenskonflikte zu geraten. Vielleicht habe ich ja doch etwas zu einer Lebensrettung beigetragen, weiss Gott allein.

      • Das ist ja dann nicht logisch. Sie scheinen ja 1000plus vorzuwerfen, die Wahrheit nicht auszusprechen. 1000plus handelt genauso wie die Betatungsstelle für Bankräuber, die Sie als absurd beschreiben. Abgesehen davon passt das natürlich nicht als Analogie, als Analogie würde passen, dort, wo Menschen zu Bankräubern werden, durch Bildungsangebote zu verhindern, dass Menschen dies tun.

      • Nochmal: Wir leben in einem Staat in dem die Ermordung des ungeborenen Lebens faktisch keine Straftat ist. Ich hingegen bin der Meinung, dass es sich bei der Abtreibung um eine Straftat handelt. 1000plus teilt diese bzw. meine Meinung, deswegen unterstütze ich diesen Verein, ohne mich in deren Beratungspraktiken einzumischen. Darüber hinaus behalte ich es mir vor, weiter zu behaupten, dass Abtreibung ein „abscheuliches Verbrechen“ ist, um hier mal die katholische Kirche zu zitieren. Das sollte man glauben, weil es wahr ist, muss man aber nicht, weil dazu niemand gezwungen werden kann. Man kann durchaus darüber streiten wie, was, wann gesagt werden soll. Dankbar sollten wir sein, wenn die Schweigespirale um das Thema Abtreibung überhaupt durchbrochen wird, wie es ja hier auf diesem Blog geschieht. Ich nehme halt jede Gelegenheit wahr…….

      • Da sind wir uns ja völlig einig. Ein abscheuliches Verbrechen und man muss abwägen, wann man was wie sagt.

        Ich lade dazu ein, noch einmal darüber nachzudenken, wie Sie darauf kommen, die Wahrheit müsse nicht geglaubt werden. Aber das ist Ihre Sache.

  2. Schön, in diesen vollkommen wahnsinnigen Zeiten Ihre Stimme der Vernunft wieder zu hören! Sie haben in den letzten Monaten sehr gefehlt, wenn ich das so sagen darf.

    So schnell, wie das Anti-Rassismus-Strohfeuer in D (zumindest medial) wieder verflogen ist, drängt sich mir der Verdacht auf, dass es die Leute, die mal wieder auf den Zug aufgesprungen sind, sooo ernst vielleicht dann doch nicht meinen. Und als Katholik, der sich weder als progressiver Deutschkatholik noch als ‚Tradi‘ begreift, finde ich diesen #alllivesmatter-Hashtag auch nicht sonderlich gelungen. Nur weil man gegen Abtreibung ist, ist das kein Grund, das vollkommen andersartige Leid eines anderen Menschen nicht anzuerkennen. Man hat oft das Gefühl, zwischen den Schreihälsen von beiden Seiten unterzugehen.

    Durch die medialen Verwertungsmaschinerien kommt allerdings auch jedes Thema schnell unter die Räder, seien es Abtreibung, seien es Rassisms. Aber hey, wir haben uns ja auf der richtigen Seite (je nach politisch-religiösem Standpunkt) engagiert. Nicht wahr?!

    • Wenn jemand gegen Abtreibung ist, warum in Herrgottsnamen steht er dann automatisch in Verdacht, anderseitiges Leid nicht anzuerkennen?

      • Tut er ja gar nicht! Nicht, wenn er nicht selbst einen Hashtag, der sich der LEUGNUNG anderweitigen Leids widmet, benutzt, um gegen Abtreibubg Position zu beziehen.

    • Ich fühle mich tausendfach geehrt!

      Inhaltlich: Absolut d’accord! Man verteidigt gegenüber irgendwelchen Aggro-Atheisten den Katholiken an sich, und bekommt währenddessen von drei verschiedenen Seiten ein Messer in den Rücken. Na danke.

      • Liebe maryofmagdala,

        wie soll man denn Ihrer Meinung nach das Thema Abtreibung überhaupt auf ein T-Shirt bringen, ohne dabei ins Klo zu greifen? Mir wurde ständig gesagt wie man es nicht macht. Keine Vergleiche! Keine deutliche Rede! Keine Bilder! Wenn überhaupt, dann nur die sanfte Version der Wahrheit! (Als ob es die gäbe..)
        Wenn unser Ja ein Ja sein soll und unser Nein ein Nein, dann stecken wir doch gerade bei diesem Thema seit Jahren in einem luftleeren Raum. Wir sind sozusagen lau geworden. „Deswegen wird Gott uns aus seinem Mund spucken.“ Weil wir lau sind. Ist das nicht so?

      • Wie gesagt, die erste Frage ist: Was ist mein Ziel. Bibelverse müssen immer richtig angewandt werden, das ist tricky. Sich anzupassen, ist genauso wenig AUTOMATISCH ein Zeichen von Lauheit, wie wildes Rumtoben ein Zeichen heiligen Eifers sein muss. Viele Menschen arbeiten ihr ganzes Leben lang still und leise für Gotts Reich, sind die lau? Gewiss nicht.

        Also: im konkreten Fall wären Alternativen gewesen: „My live matters“ oder „my live matters too“. Damit hätte man bereits auf das eigentliche Thema fokussiert, anstatt sich mitten in das politisierende identitätspolitische Getümmel zu werfen. Man hätte auch gleich ein Lebensschutzbild wählen können, ohne auf die andere Diskussion überhaupt hinzuweisen.

        Was man wie ausdrückt, kommt auf die Zielgruppe an, die ich erreichen will. Vor 500 Jahren konnte man problemlos sagen „Abtreibung ist Mord“. Denn obgleich es damals genauso viele Sünder wie heute gab, hatte die Kirche eindeutig die Deutungshoheit über das, was gut ist. Vor 100 Jahren hatte sie es nicht mehr, aber selbst da war der Konsens darüber noch ausreichend klar, wenn auch die Zerschlagung dessen damals ihren Anfang nahm. Wenn Sie das heute sagen, meinen Sie vielleicht, damit ihren Eifer zu beweisen. Aber wen juckt das? Sie schlagen damit halt mehr Türen zu als dass Sie die öffnen. Es geht eben nicht darum, dass SIE oder ICH glücklich werden mit unserer Position (finde ich). Sondern es geht darum, Menschen, die wirklich besten Gewissens (!) davon ausgehen, dass Abtreibung Frauen hülfe, zu der EINSICHT gelangen zu lassen, dass sie sich irren.

        Ist Jesus etwa nicht die sanfte Version der Wahrheit? Als Gott sich dem Mose zeigt, darf mose ihn nicht angucken. Weil Mose sonst sofort sterben müsste. Deshalb kommt Gott als Mensch damit wir ein Antlitz schauen dürfen. Wie lau! Wie lasch! Fanden schon damals schon so einige, auch unter den Jüngern. Es ist Menschennatur, die harmonie und das schöne zu suchen.

        Es ist psychologische Einsicht, dass das positive Erleben den Menschen nachhaltiger motiviert. Wenn das Unrecht einer Sache ins klar vor Augen liegt, dann kann es uns entzünden, es sich genau anzuschauen und in möglichst nackter Grausamkeit anzusehen. Bei diesem Thema ist die Klarheit bei den Menschen aber nicht vorhanden, deshalb bringt es eben ganz einfach nichts, diese vorauszusetzen. Das Unrecht der Abtreibung ist so unfassbar, dass wenige Menschen sich dem ungeschützt ausliefern werden. Sie werden Umgehungstaktiken anwenden, um es nicht wahrhaben zu müssen. Das ärgert mich persönlich maßlos, aber ich habe nicht die Autorität, sie zum schonungslosen Hinsehen zu zwingen. Darum muss man sie über das Gute locken. Darum benutzt 1000plus etwa keine grausamen Embryoleichenbilder, sondern fröhliche Kindergesichter. Die öffnen, machen entspannt, machen empfänglich, weil sie unleugbar schön und gut sind. Das kann man dann nutzen um hinzulocken zu den wichtigen Fragen.

        Wobei dann eben im konkreten Fall nicht Priorität ist, dass eine Person Abtreibung verurteilt, sondern dass sie konkret keine durchführen lässt.

        Ich weiß, dass das unbefriedigend ist für Menschen, die Glauben und Leben als Einheit im Sein begreifen, glauben Sie mir, die Inkonsequenz des säkularen Menschen macht mich wahnsinnig.

        Aber ich persönlich stelle eben meine Befindlichkeit diesbezüglich zurück (So schwer es mir fällt!) Weil sie nicht wichtig ist.

        Darum ist Ihr Rundumschlag à la „Ja, was darf ich denn noch sagen“ nicht besonders wirkungsvoll: 1000plus macht vorbildhaft deutlich, was man wie sagen kann, der Marsch für das Leben ebenfalls. Sie können immer Ihre Strategie an den Menschen anpassen, den Sie überzeugen wollen. Aber das ist eben anstrengend, weil jeder andere Denkvoraussetzungen mitbringt. Das ist eben das Blöde am apostolischen Wirken. Wenn ich etwa mit Linken rede, dann weise ich sie auf geschlechtsspezifische Abtreibung in der dritten Welt hin und frage, ob das denn okay sei, und wenn es nicht in Ordnung ist, ein indisches Mädchen abzutreiben, wieso dann ein deutsches. Etc… das ist keine Unwahrheit oder lau, ich benenne einen Aspekt, der zum Umdenlen anregt. Wenn jemand sagt, das sei kein vollwertiges Leben, dann frage ich, an welche Bedingungen denn dann vollwertigkeit geknüpft werden kann etc etc. Frauen kann man darauf hinweisen, dass Abtreibung die Verantwortungsfreiheit des Mannes bedeutet. All diese Ansätze funktionieren wunderbar ohne ein Wort, das die meisten einfach nur triggert, so dass sie SOFORT aufhören, zuzuhören. Was hätte ich damit gewonnen?

        Und noch eine kurze Überlegung: ich rede hier von der Mehrheit. Von denen, die latent mit Wortwn Abtreibung befürworten, weil ihnen eingetrichtert wurde, dass sie im Ordnung sein muss. Ich habe bisher nur sehr wenige Menschen getroffen, die WIRKLICH Abtreibung als wünschenswerte, dörderungsqürdige Einrichtung begreifen. Gegen diese hilft natürlich keine Argumentation der Welt. ABER diese Leute sind eben über 100 Jahre lang sehr geschickt darin gewesen, sich als attraktiv darzustellen. Und hier gibt es eben zwei Ansätze: Lügennetz zerreißen vs. die eigene Attraktivität zu erhöhen. Weil einerseits unser Standing schwach ist, aber andererseits die Attraktivität des Lebens VIEL höher ist als die des Todes, meine ich eben, dass Strategie 2 höhere Erfolgsquoten verspricht, und das Lügennetz dann ja automatisch in Luft auflöst. Es gibt aber nur wenig Menschen ohne Horror Vacui, denen das Zerstören des eigenen Wertegerüsts ausreicht, und die keine Angst davor haben, erst mal nackt und bloß dazustehen. Wie gesagt, ja, es gibt sie und ja, sicher kann manchmal der Anblick des Bösen den Menschen bekehren, aber das passiert seltener in dem Maße, in dem das Böse für das Gute gehalten wird.

      • Na ja, my live matters, gilt ja nur für die, die ihre eigene Geburt erleben durften und ein T-Shirt tragen. Ich glaube zu wissen, was Sie meinen. Berichtigen Sie mich: Es geht nicht um Sie oder Mich, sondern um die Wahrheit und die Art und Weise, diese unter die Menschen zu bringen und ob das „Wie“ die Möglichkeiten erhöht oder erniedrigt den Menschen von der Wahrheit zu überzeugen.
        Nun denn, die Wahrheit (auf den Punkt gebracht) braucht erst mal einen Mutigen der sie ausspricht. Ich persönlich muss die Wahrheit nicht beweisen schon gar nicht um MICH zu beweisen oder meinen Eifer. Sie (die Wahrheit) ist nun mal da und das bis ans Ende dieser uns bekannten Welt. Jesus versprach denen einen Mühlstein um den Hals und dann ins Meer, der „diese Kleinen“ zur Sünde verführt. Sanfte Wahrheit? Nicht eher eine unmissverständliche Drohung, zumal er bekräftigt, dass es besser wäre „dieser Mensch wäre nie geboren!“ Wie haben seine Zuhörer reagiert? Haben nicht wenige ihn verlassen? Jesus setzt noch einen drauf: „Wollt auch nicht ihr gehen?“ Ich weiß, das ist in einem anderen Zusammenhang, aber es ging dem Herrn um die Wahrheit. Da muss man es aushalten, dass Menschen eben die Wahrheit nicht erkennen und weglaufen oder sogar dieselbe bekämpfen.
        Bischof Dyba hat zu seiner Zeit die Abtreibung als „Kinder Holocaust“ und den Beratungsschein als „Tötungslizenz“ bezeichnet. Sanft sieht anders aus. Aber der Bischof hatte recht. Seine Kollegen im Amt haben jämmerlich versagt und die Inkonsequenz nicht nur der säkularen Menschen befeuert über die Sie und ich zurecht verzweifelt sind.

      • Nun, Sie können einem Menschen das sagen, und er läuft weg und bringt das Kind um. Glückwunsch. Ich hoffe, klargemacht zu haben, dass es mir nicht darum geht, eine Aussage generell abzulehnen, sondern sie in den Kontext zu stellen. Wenn Sie in einer Anbetungsgruppe sind, in der ein voll im Glauben stehender einfach noch nicht weiß, wie schlimm es darum steht und Sie sagen „Babycaust“, dann wird er verstehen, worum es geht. Wenn Sie das einer Schwangeren sagen, oder Menschen, die für den Kampf noch gewonnen werden könnten, dann sind Sie mitverantwortlich für die nichtstattfindende Bekehrung, es sei denn, Sie haben wirklich keine Ahnung von der Psyche des Menschen. Dann sollte man zu solchen Themen zu anderen aber besser gar nicht sprechen. Auch das kann christliche Aufgabe sein: wenn es nur nicht möglich ist, die Menschen durch Aktivität zu gewinnen, muss ich mich auf das Gebet zurückziehen.

      • Übrigens reden Sie immer so vollmundig von „Der Wahrheit“ als sei sie identisch mit dem Wort Mord. Das ist natürlich nicht richtig. Auch wenn ich sage „himmelschreiendes Unrecht“, „himmelschreiendes Verbrechen“, schreckliches Verbrechen, Verbrechen gegen das Leben etc. sage ich immer noch genauso die Wahrheit. Wenn Sie so unbedingt auf EINEM Wort bestehen wollen, ohne dass man angeblich nicht die Wahrheit sage, rate ich, und das meine ich in aller geschwisterlichen Ehrlichkeit, das eigene Gewissen zu erforschen.

      • Und ein allerletzter Gedanke 😅: Das Problem mit dem Wort „Mord“ ist nicht, dass man dem Menschen „die Wahrheit“ vorenthalten will. Das Problem ist, dass, wie bei dem Wort Sünde, in der säkularen Welt kein Verständnis für den Unterschied zwischen Tat, Täter und Schuldhaftigkeit besteht, außerhalb der juristischen Sphäre (deshalb halten Säkulare Christen ja auch für Heuchler – sie identifizieren Tat und Täter) – und wir reden ja nicht juristisch mit den Leuten. Das heißt, für die Leute bedeutet „Abtreibung ist Mord“ „eine Frau, die abtreibt, ist ein Monster“. Wenn Sie das also sagen, sagen Sie im Verständnis vieler Menschen schlicht und einfach etwas Unzutreffendes. Sie werden sicherlich auch bemerkt haben, dass einige der Frauen, die abgetrieben haben oder für die abtreibungslobby gearbeitet haben, sich aber bekehrt haben, sehr deutliche Worte sprechen. Das liegt aber daran, dass sie den Prozess der Reue schon durchlaufen haben, sich geliebt wissen und DESHALB ihre Schuld überhaupt erst annehmen und dann eben auch scharf verurteilen können. Das kann aber niemand für sie übernehmen! Wenn Sie unbedingt von Mord reden wollen, müssen Sie vorher also zumindest einige denkerische Kategoriel darlegen, um ein Missverständnis zu vermeiden, dazu werden Sie aber vermutlich nicht die Gelegenheit bekommen.

      • Liebe maryofmagdala,

        da wir es nun mal begonnen haben…..
        Ich versuche erst mal ein Bild zu korrigieren welches Sie vielleicht aus meinen Kommentaren ableiten. Gerd ist ein vollmundiger Wahrheitsfanatiker, der ständig durch die Gegend läuft und „Abtreibung ist Mord“ postuliert. In meinem 2. Kommentar habe ich erstmal nur von meiner Haltung gesprochen. Von Mord spreche ich nur, wenn Abtreibungsbefürworter eine Diskussion mit mir anfangen. Das kommt äußerst selten und so gut wie nie vor. Ich hatte mal eine Diskussion über das Titelblatt des „Stern“, wo einige Damen stolz behaupten: „Wir haben abgetrieben!“ Ich behauptete, dass es ehrlicher wäre, die Frauen hätten gesagt: „Ich habe mein Kind getötet!“ Ich weiß noch, die Reaktion meines Gegenüber war vollkommene Verblüffung, so hatte er den Sachverhalt überhaupt noch nicht eingeschätzt. Was er aus dieser „Erkenntnis“ gemacht hat weiß ich nicht. Wenn er dann weiter für Abtreibung ist, dann ist das nicht mein Problem und nicht meine Schuld. Soweit dürfte das wohl klar sein. Dann noch eine weitere Geschichte: Meine Nichte kam verzweifelt zu meiner Mutter und mir, weil sie ungewollt schwanger geworden war und keinen Ausweg mehr wusste. Von ihrem damaligen Freund verlassen, sah sie wohl offensichtlich, warum auch immer, einen Ausweg bei ihrer Oma und ihrem Onkel, wo sie sich sicher war, dass wir beide entschieden gegen Abtreibungen sind. Von ihrer Frauenärztin wurde sie vor die Wahl gestellt, entweder abtreiben oder mit Kind im sozialen Elend landen. Mein erster Satz in diesem Gespräch mit meiner Nichte war, sinngemäß: „Wir helfen dir!“
        Ich hoffe Sie trauen mir zu, den Begriff Mord in keinem weiteren Gespräch und bis heute nicht bei meiner Nichte verwendet zu haben. Ihr Sohn Kevin ist übrigens heute volljährig und beendet bald eine Ausbildung als Gärtner.
        Wir liegen also in unserer Meinung ziemlich nahe beieinander und brauchen uns deswegen nicht zu beharken oder Schneidwerkzeuge in den Rücken zu stossen.

  3. Sie haben recht, „alllivesmatter“ relativiert „blacklivesmatter“. Meiner Ansicht nach aus gutem Grund, denn „blacklivesmatter“ ist zunächst oberflächlich betrachtet nur dämlich, weil eine Selbstverständlichkeit und Banalität der abendländischen Welt als floskelhafter Kampfbegriff instrumentalisiert wird. Genauer betrachtet ist es ein Begriff mit der Intention zu spalten und zu hetzen und die Gesellschaft zu atomisieren. Dass die katholische Kirche darauf mit einer einigenden Floskel reagieren (muss!!), könnte man mit gutem Willen für intendiert halten, wahrscheinlich ist das aber zu hoch gegriffen. „Alllivesmatter“ wird auch nicht nur von Lebensschützern verwendet, sondern allgemein von Leuten, die noch etwas von Monotheismus wissen oder zumindest ahnen oder die einfach nur den „verdorbenen Braten“ riechen. Bleibt die Frage nach der Deutungshoheit von Begriffen – da hat „maryofmagdala“ auch recht, wer im rotäugigen Kampfmodus sein will, ist rational nicht mehr zu erreichen.
    Ist noch was zum Leid in der Welt zu sagen? Es heißt, die Engel singen das Lied vom Menschen…
    Was ist ihr persönliches Lied?

    • Ich stimme zu, die Kirche hätte hier auf jeden Fall den Auftrag, im Sinne der Wahrhaftigkeit gegen die Hashtagisierung des Lebens einzutreten.

      Das würde auch noch genügend Mut und Durchhaltevermögen erfordern, wäre aber wirklich nötig.

  4. Die Kirche? Die hat mir schon vor langer Zeit untersagt die Begriffe Abtreibung und Mord, auch nur im entferntesten in einem Satz in Zusammenhang zu bringen.

  5. eigentlich hat Hildegard schon das Meiste gesagt

    daher nur einen Link

    Darin besprich Eric Metaxas den Film „Uncle Tom“ den Lerry Elder, der bekannte Radio-Host herausgegeben hat.

    Link zur Webseite des Films (19,99$ on demand oder DVD)
    https://uncletom.com/

  6. Ich finde im Gegensatz zur hier vertretenen Auffassung die Abbildung auf den von kath.net vertriebenen T-Shirts durchaus sehr gelungen.

    Ich würde allenfalls den Spruch „all lives matter“ auf Deutsch – etwa: „Jedes Leben zählt“ – schreiben, um den Eindruck einer Nachäffung von „blm“ zu vermeiden und mich von der „Black lives matter“- Kampagne abzusetzen und noch eindeutiger zu distanzieren.

    Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung dazu.

    Wie gesagt:

    Grundsätzlich finde ich nach genauer Betrachtung die von kath.net vertriebenen T-Shirts sehr gelungen und keineswegs „einen Griff ins Klo“, als der sie hier abschätzig bezeichnet und wortreich verurteilt wurden.

    • Den Hashtag all lives Matter gibt es ja eben bereits als Gegenhashtag. Es steht jedem frei, das gut zu finden, ich verurteile nicht, sondern erläutere sehr genau, was daran meiner Auffassung nach kontraproduktiv ist

  7. Vielleicht ist mein Vorschlag „Jedes Leben zählt“ doch etwas missverständlich und zu allgemein (könnte z.B. i.S. eines quasi tibetanischen Hinduismus missverständlich selbst auf „niedere Tiere ausgeweitet werden).

    Deshalb ein prägnanterer Vorschlag i.S. der Lebensrechtsbewegung:

    „Jeder Mensch zählt“

    • „Jeder Mensch zählt“

      Ja mei, aber dann dreht man sich im Kreis, weil in bestimmten militanten Kreisen von Abtreibungsbefürwortern bestritten wird, dass ein Fötus ein Mensch sei (Stichwort „Zellhaufen“, aber das sind wir doch alle, nicht wahr?). Sobald es dann um die Frage geht, wann aus dem Zellhaufen ein Mensch oder eine Person wird, kommen die halt dann ins Schlingern, was man ganz besonders bei so Irrlichtern wie Peter Singer sieht.

      Mensch und Person ab Empfängnis: die intellektuelle Klarheit, die sich aus diesem Postulat ergibt, ist halt manchen Leuten zu schlicht.

      • Einerseits ja, wobei mittlerweile meine Erfahrung ist, dass sehr viele Menschen sehr wohl das Ungeborene als Mensch sehen, aber zu diffus, oder eben so, dass sie eim Recht der Frau auf Entscheidung annehmen, ohne sich darüber Rechenschaft abzulegen, was das für die Wertigkeit des Lebend bedeutet.

      • Man muss die Leute aus ihrer Schlichtheit befreien. Das sind wir der Wahrheit schuldig.

      • „oder eben so, dass sie eim Recht der Frau auf Entscheidung annehmen, ohne sich darüber Rechenschaft abzulegen, was das für die Wertigkeit des Lebens bedeutet“

        Ja das stimmt natürlich, das ist überall Konsens, wo man sich für ‚liberal‘ hält. Hat halt nur nichts damit zu tun, was im Gesetz und in BVerfG-Urteilen steht. Aber die UNO-Propaganda („reproductive health“) diffundiert leider sehr effektiv, das muss man sagen.

  8. Es ist schwierig einen prägnanten Satz zu finden, ohne in die Falle der selbstherrliche Moralisierung unserer Gesellschaft zu tapsen. So nach dem Motto: Jedes Leben zählt, auch wenn wir dann über Leichen gehen müssen.

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