Mobilmachung in der Krise – Corona #1

Je nachdem, wie lange die akute Corona-Krise noch dauert, möchte ich meinen Blog natürlich auch dazu nutzen, geistige und geistliche Nahrung zur Bewältigung anzubieten. Allerdings habe ich mir in den letzten Tagen so oft die Augen reiben müssen über das, was in meiner katholischen Bubble passiert, dass ich auch noch allgemein ein paar Meinungseinträge schreiben muss – auch um mich abzureagieren und nicht zuletzt um meine eigene Haltung zu überprüfen. Dabei fällt es mir zugegeben etwas schwer, die Vielzahl der Eindrücke zu ordnen.

Viele meiner Bekannten erscheinen mir in der letzten Zeit wie eingesperrte Fluchttiere in Panik. Das äußert sich vor allem darin, dass jeder Versuch der Differenzierung als Relativierung angegriffen wird: Wagt es jemand, eine konkrete Maßnahme für sinnlos zu halten, wagt es gar jemand, die Pandemie nicht für so dramatisch zu halten, wie sie von der Mehrzahl der Politiker und Wissenschaftler dargestellt wird, werden ihm lediglich statistische Hochrechnungen von Todesfällen entgegengehalten und er wird als offensichtlich asozial (unsolidarisch), egoistisch und gemeingefährlich abgestempelt.

Natürlich, da kann es gar keine Diskussion geben, sind die Zustände etwa in Italien und Iran alarmierend. Und natürlich kann jemand, der die Gefährlichkeit des Virus rundheraus leugnet, eine Gefahr darstellen, indem er keine Sicherheitsvorkehrungen ergreift und sich und andere gefährdet. Dennoch: Keine Krise verpflichtet zu vollumfänglicher Gleichschaltung des eigenen Denkens mit dem anderer oder mit einer öffentlich vertretenen Linie. Keine (Holla die Waldfee, bin ich wirklich so freiheitlich, wie ich scheine? Meine sozialdemokratische Familie wird mich enterben).

Als ich kürzlich in London war, durfte ich eine unfassbar eindrückliche Ausstellung über den Ersten Weltkrieg besuchen. Zweifellos eine ungeheure Krise ungeheuren Ausmaßes. Ausgestellt wurden u.a. auch Briefe und Fotos von Kriegsdienstverweigerern, die in Großbritannien zum Teil heftigen Strafen, auch Zwangsarbeit, unterworfen wurden – abgesehen von der allgemeinen sozialen Ächtung, unter der sie natürlich auch zu leiden hatten. Ist ein solcher Mann nicht mitverantwortlich dafür, dass der Krieg länger gedauert hat? Dass ein Kind in einem Luftangriff gestorben ist, der vielleicht sonst nicht stattgefunden hätte, weil genau dieser Mann als Soldat das Luftschiff hätte abschießen können? Vielleicht. Ist seine Weigerung, zu helfen, verantwortlich für Millionen von Toten, die die „Gesamtsituation“ zurückließ? Das würde wohl kaum jemand behaupten! Es ist keine Frage, dass der Dienst am eigenen Volk hier eine Verpflichtung war, die die Allgemeinheit zu Recht eingefordert hat. Dennoch können wir im Nachhinein den Hass, der diese Menschen traf, nicht nachvollziehen. Wir sehen, dass der Mensch in vielfältigen, komplexen Situationen steht, die er nicht oder nur zum Teil überblicken kann, und dass wir die Folgen unseres Handelns nicht mit letzter Sicherheit abschätzen können.

Mit dem bequemen Abstand von 100 Jahren kann man das auch ganz entspannt zugestehen. Nur was, wenn die Krise uns selbst trifft, wenn plötzlich wir vor den Entscheidungen anderer stehen? Dann hängen postwendend „Uncle Sam braucht dich!“- Poster überall im Netz, bloß, dass die Heimatfront eine Heimfront ist und eindringlich bittet: Bleibt daheim!

Die Bitte ist einsichtig. Es ist auch einsichtig, dass sie durchgesetzt werden muss, und unsere Regierenden haben verschiedene Möglichkeiten, sobald sie es für notwendig erachten, entsprechende Regelungen zu verhängen.

Nicht in Ordnung ist allerdings, wenn ein kollektiver Druck ausgeübt wird, der jegliche, auch nur im Detail abweichende Meinung geißelt.

Meiner Ansicht nach rührt diese vermehrt auftretende Intoleranz aus zwei Punkten: Führerlosigkeit und Panik aufgrund von Kontrollverlust.

Zum ersten Punkt: Unsere Politiker haben uns vor allem zu Beginn der Krise schmählich im Stich gelassen. Zu Anfang gab es noch mehr oder minder gleichberechtigt (jedenfalls war das meine mediale Wahrnehmung) grob und salopp gesagt zwei Ansichten, die von Virologen bzw. Ärzten über die Medien verbreitet wurden: „Alles nicht so wild!“ und „Alles ganz ganz schlimm!“. Sachlichkeit und Transparenz fehlten allerdings weithin. Mit der Zeit und relativ schnell verschob sich die öffentliche Meinung dramatisch in Richtung „alles ganz ganz schlimm“, und damit hörte dann jeder Versuch der Einordnung auf, bzw., wer noch einordnet, ist ganz schnell „AfD-nah“ (irgendwie absurd), „ideologisch“, und natürlich waren ihm Millionen prognostizierter Todesfälle einfach egal. Hier hätte es schlicht und einfach der Führerschaft bedurft: Wenige Politiker hätten genügt, die die Verantwortung übernehmen: Für die Einschätzung der Situation, für die falsche Einschätzung der Situation und für die Kurskorrektur. Statt dessen fühlt sich nun jeweils der Einzelne zur Führerschaft ermächtigt, garniert sein Profilbild mit dem „Bleibt daheim“-Sprüchl, alle fordern Solidarität von allen, und wer die korrekte Haltung hat, maßregelt pauschal alles und jeden, bei dem er einen Mangel an Treue, Haltung und Einsatz zu erkennen glaubt. Gehorsam ist nur als Kadavergehorsam akzeptabel, alles darunter ist gefährliche Sabotage der gemeinschaftlichen Anstrengung. Das sollte nicht weiter verwundern, allerdings entsetzt mich, dass Katholiken dagegen so wenig Resilienz zeigen. Ich hätte gedacht, dass wir uns in diesen Dingen gelassene Gleichmut erlauben können – oder diese zumindest anstreben.

Schließlich wird hier von beinahe allen alles munter durcheinandergeworfen: Absolute Todesfälle, Exponentialfunktionen, nicht verifizierbare Datengrundlagen, hohe Dunkelziffer, niedrige Dunkelziffer, hohe Ansteckungsrate, milde Verläufe. Das Wirrwarr an Begriffen und Herangehensweisen begünstigt, dass gar nichts mehr sachlich auseinandergesetzt wird. Ganz schnell werden Beobachtung, Einordnung und Schlussfolgerung gleichgesetzt. Wer z.B. sagt, dass, wenn die Dunkelziffer aufgrund der milden Verläufe hoch ist, die hoch angesetzte Todesrate nicht stimmen kann, bekommt schnell zu hören, er sei Zyniker, weil er offensichtlich nichts unternehmen wolle. Dabei kann jemand durchaus diese Feststellung machen, und genauso für scharfe Eindämmungsmaßnahmen plädieren, um Menschenleben zu schützen, da ja auch eine niedrige Todesrate viele Tode bedeutet, die man nach Möglichkeit verhindern will. Wenn junge Leute sich zu Coronapartys draußen treffen, dann muss man sagen, dass man hier Zeuge des finalen Niedergangs des Humboldtschen Bildungsideals wird: Erkenntnis, ganzheitliche Einordnung und Ordnung einer Erkenntnis auf das Gute und Angemessene hin findet nicht statt, nicht aus Bosheit, sondern weil nie jemand vermittelt hat, wie das geht.

Das Versäumnis, Menschen ein solides, tragfähiges Fundament zu geben, wird nun evident, es lässt sich aber nicht dadurch lösen, dass man mangelndem Einordnungsvermögen noch mehr mangelndes Einordnungsvermögen entgegensetzt.

Und dies führt zum zweiten Punkt: Würden wir sachlich alles zusammentragen, was wir an Fakten haben und verschiedene Deutungsansätze dieser Fakten nebeneinanderstellen, würden wir feststellen, dass wir sehr wenig wissen. Fast alles, was wir nun tun oder unterlassen, baut auf Informationen, die wir nicht final verifizieren können. Wir müssen uns damit arrangieren, dass wir erst nach der Krise wissen werden, was genau geschehen ist – wenn wir Glück haben und diese nicht sofort nach Abflauen der ganz akuten Situation politisch und ideologisch gekapert werden wird (was ich vermute). Wir müssen also damit leben, dass wir keine Kontrolle haben. Das Ausharren im Ungewissen scheint aber für viele Menschen eine nicht zu bewältigende Aufgabe zu sein. Deshalb sucht man sich Scheinsicherheiten, die einen versichern, auf der „richtigen“ Seite zu stehen und das Richtige zu tun. Entsprechend intolerant geht man mit Andersdenkenden um und konstruiert einfach, es gäbe nur zwei Haltungen, schwarz und weiß. Ironischerweise merken viele anscheinend nicht, dass sie damit die nun beschworene „Solidarität“ konterkarieren. Darum mag ich auch diesen Begriff übrigens gar nicht: Solidarität ist eine Gießkanne undefinierten Aktionismus für irgendwen, anders als Nächstenliebe. Nächstenliebe muss ganz konkret bei dem anfangen, der eine andere Meinung hat und sich von da aus auf den Rest der Welt beziehen. Ist viel anstrengender, man kommt sehr schnell an seine Grenzen und man fühlt sich nicht heldenhaft.

Ich lade also dazu ein, die Motivation der Handlung unter die Lupe zu nehmen – ganz gleich, für welche Eindämmungsmaßnahmen man sich dann starkmacht.

56 Kommentare

  1. Das Problem ist eine Gesellschaft, die gar nicht mehr damit rechnet, irgendwann ganz sicher die Löffel abzugeben. So ein Masse ist leicht zu steuern und zu manipulieren. Dann wird ihnen z.B. eingehämmert, ihr müsst nicht sterben, wenn ihr zu Hause bleibt, nicht in Gruppen zusammen steht und überhaupt eure Köpfe einzieht. Wenn ihr das nicht tut, wird es Leichenberge geben und der Betrieb von Krematorien zusammenbrechen. Das ist genauso absurd und ballaballa, als würde man aufgrund der vielen tausend Verkehrstoten pro Jahr, den Luft-Bahn-oder Autoverkehr unter Quarantäne stellen oder ganz verbieten. Das geht nun mal nicht. Macht sich irgendeiner der Katastrophenexperten mal Gedanken darüber, wie hoch demnächst die Selbstmordrate werden könnte(!), weil zig. klein-oder mittelständische Unternehmen vor die Wand gefahren werden und vor den Trümmern ihrer Existenz stehen?
    Ansonsten: Daumen hoch für diesen erfrischend realistischen Artikel. Dachte schon ich wäre der einzige.
    Im übrigen haben wir als Christen nicht den ersten Tod zu fürchten…….

    • Ja. Ich frage mich auch, mit welcher Legitimation hier Zukunft zerstört wird. Aber natürlich: Ich habe leicht reden. Ich entscheide nicht. Es hängt nicht von mir ab. Ich lasse, was verboten ist, überlege im Rahmen des Erlaubten, wie ich verantwortlich handeln kann- aber ich muss nicht angesichts so vieler Unbekannter eine Gleichung lösen, an deren Ergebnis so viel hängt. Aber man sollte das zumindest auch so formulieren.

      • Sorry, liebe maryofmagdala, aber Zukunft wird so oder so zerstört. Andererseits zeigt das Ereignis, wo, um es höflich zu sagen, Schwachstellen im “System” sind.

  2. Liebe maruofmagdala,
    Ich verfolge die Situation seit Mitte/Ende Jänner, hauptsächlich englischsprachig. Zwei der Blogger sind mit Chinesinnen verheiratet, sprechen selbst die Sprache und haben mehr als ein Jahrzehnt dort gelebt. Sie sind vor/ um den Ausbruch spätestens Dezember 2019 mit Familie weg, haben aber noch immer Kontakte zu medizinischem Personal vor Ort.

    Vor diesem Hintergrund kann ich nicht verstehen, wie sie zu der Einschätzung kommen, dass beide Standpunkte gleichberechtigt dargestellt wurden. Ich konsumiere nur sporadisch deutsche Mainstreammedien, aber da sah ich nirgends die “andere” Seite. Da wurde (im Jänner und Februar) abgewiegelt, anstatt zu handeln, mit dicker Lippe die eigene Leistungsfähigkeit rausposaunt und Masken und Schutzanzüge großzügig verschenkt. Und dann, von heute auf Morgen, für viele aus heiterem Himmel, die 180 Grad Wende.

    Wie soll da die Bevölkerung mitziehen

    Man hatte vor Augen den Goldstandard: Taiwan, Singapur, Japan und Hongkong, die von Anfang an einen nachvollziehbaren Weg gegangen sind, den Silberstandard Südkorea, das mit intensivster Anstrengung eine Trendwende geschafft hat und den Ausgangspunkt China, dass nach langem ignorieren durch drakonische Maßnahmen einigermaßen Zugriff gewonnen hat. (Es gab und gibt berechtigte Zweifel an den von Der CCP gemeldeten Daten)

    Ich stimme Ihnen zu, dass es in Deutschland, generell in ganz Europa da kaum Führung gibt (Boris Johnson und mit Abstrichen Kurz als mögliche Ausnahmen) Vieles vermittelt mir den Eindruck von “window dressing” und nicht von Aktion um ein Ziel zu erreichen.

    In meiner bubble bin ich mit den Informationen nicht durchgekommen, die Medien waren lange Zeit stärker. Erst leere Regale haben einen Umschwung in der Wahrnehmung bewirkt. Nichtsdestotrotz blieb es im gelassenen Bereich. Eine Komponente ist sicher das was PeakProsperity “Adjustment reaction nennt und in “Coronavirus: How To Inform Your Friends & Family Without Creating Pushback” bespricht.

    • Ich kann ja nur sagen, wie in meiner Bubble die mediale Verteilung ankam. Und bei mir kam mal das eine mal das andere, immer hin und her, weshalb ich einfach verwirrt war. Aber danke für Ihre Perspektive!

      • Völlig klar, da waren sie in der für viele beneidenswerten Situation, dass sie früh auch schon von den Gefahren gehört haben.

      • Ich muss Labrador hier vollumfänglich zustimmen. Mein Mann hat viele berufliche Kontakte nach China, auch Region Wuhan, und wir haben den Virus seit Dezember/Januar auf dem Schirm. Viele Wochen lang haben wir von den chinesischen Kollegen Berichte aus der Homeofficehölle gehört; wir haben uns informiert,wir sind auch relativ früh an die Handyvideos gekommen, die für uns schwer einzuordnen waren, die sich aber letztlich mit unseren Informationen aus unterschiedlichen Quellen gedeckt haben: irgendetwas geht hier furchtbar, furchtbar schief. Die Leute etwas weiter weg von Wuhan, mit denen wir zu tun hatten, hatten Ausgangssperre im Stil Italiens, hielten die Maßnahmen aber für sehr sinnvoll. Das sind Leute, die am Telefon oder persönlich durchaus Kritik and der chinesischen Führung übten, hier aber mit ihrer Einschätzung konform gingen. Das ließ uns schon hellhörig werden. Wir haben, als sich abzeichnete, dass der Virus in Europa gelandet ist, uns bevorratet – und wir waren die einzigen weit und breit, eben WEIL wir uns nicht auf deutsche Medien und Politiker verließen. Man konnte wissen, dass da eine üble Welle auf uns zurollt, wenn man das wissen wollte. Aber man kann den Deutschen auch nicht verdenken, wenn sie meinen, sie könnten sich auf ihre eigenen Politiker und ihre eigenen Medien verlassen.
        Im Moment ist alles undurchsichtig, man weiß viel z u wenig, um gesicherte Aussagen über die weitere Entwicklung der Situation zu machen. Aber: wir haben doch mittlerweile unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit der Pandemie, die man bewerten und von denen man lernen kann – Wuhan vs. Singapur, Südkorea vs. Italien, usw. Im Moment sind nur Abwägungen auf sehr lückenhafter Informationsbasis möglich, aber ich denke doch, Italien kann durchaus als schlechtes Beispiel dienen. Wenn die Infektionsraten zu hoch werden, überfordertt das das medizinische System. Dann läuft das eben wie in Wuhan und Bergamo und Madrid und so weiter: Menschen werden nicht mehr behandelt, Triage wird gemacht, und man bringt abgesehen davon das medizinsiche Personal in eine unendlich schwierige Situation.
        NB: Interessant und nicht an den üblichen deutschen Befindlichkeits- und Ideologiespielchen krankend, die jegliche realistische Einschätzung egal wovon so schwierig machen -> econtalk.org -> Interview mit Tyler Owen zu CovID-19. Das sind Leute mit einem Background in Wirtschaft, die auch eine lückenhafte Informationsbasis haben und im Interview auf dieser Basis vorsichtige Schätzungen wagen, was für einen Einfluß COVID auf die Gesellschaften haben könnte.

  3. Was ich am erstaunlichsten finde, ist die Geschwindigkeit, mit der die Kirche in den Büschen verschwunden ist. Frühzeitig, ohne große Diskussion. Friseurbesuch ja, Gottesdienst nein.
    Welch ein Zeichen.

    • Ja. Das ist einfach schade. Allerdings wie gesagt: Ich gönne jedem die Überforderung und jetzt kommt relativ viel oder sagen wir… immer mehr. Ich bin aber auch der Ansicht, die Kirche hätte als Letzte zumachen müssen. Es hätte genug Alternativen gegeben- meiner Ansicht nach.

  4. Ich weiß eigentlich nicht, was das Herumgemeckere an den jetzt verkündeten und von der weit überwiegenden Bevölkerung soll.

    Dass wir alle letztendlich mal sterben müssen, ist trivial. Das wissen wir alle.

    Aber wer wie meine Frau und ich zur Risikogruppe der Älteren gehört, bei denen Covid-19 einen dramatischen Verlauf annehmen kann, für den ist es schon etwas Ernstes, wenn er weiß, dass jetzt für uns persönlich die Möglichkeit einer schweren Erkrankung mit sogar tödlichem Ausgang durchaus vorhanden ist.

    Memento mori also!

    Wer möchte dem an sich vermeidbaren Tod nicht doch nach Möglichkeit entgehen, bis hoffentlich in frühestens ca. 1,5 Jahren ein Impfstoff zur Verfügung steht?

    Selbst wenn ich als Christ an das ewige Leben glaube, möchte ich doch zumindest dem ziemlich schrecklichen Verlauf der Covid -19 -Erkrankung, bei der man im schlimmsten Fall bei vollem Bewusstsein qualvoll erstickt, entgehen.

    Im Augenblick geht es darum, den ohne Gegenmaßnahmen exponentiell und damit rasant verlaufenden Anstieg der Erkrankungs- und Todeszahlen durch eben die beschlossenen Hygienemaßnahmen zu vermeiden, denn dann bräche auch hierzulande wie in Italien sowie in best. Gegenden Frankreichs und Spaniens bereits jetzt das Gesundheitssystem wegen des Mangels an Intensivbetten mit Sauerstoffversorgung (eine der wenigen derzeit vorhandenen medizin. Gegenmaßnahmen) zusammen.

    Durch die jetzigen Maßnahmen wird also der allzu rasante Anstieg der Infektionen einschl. solcher mit dramatischen Verlauf hinausgezögert und hoffentlich der exponentiell in die Höhe schließende Verlauf der Infektionskurve gegen einen flacheren aber dafür länger andauernden Verlauf ausgetauscht.

    Es wird also vor allem erst einmal Zeit gewonnen.

    Die gewonnene Zeit kann dazu dienen, dass vielleicht mit viel Arbeit und auch nicht nur etwas Glück ein Medikament gegen Covid-19 zur Verfügung stehen könnte, welches gegen die Viren eingesetzt werden könnte.

    Das wäre schon ein großer Fortschritt und eine Hoffnung für Patienten und medizin. Personal.

    Boris Johnson würde ich derzeit auf keinen Fall als Vorbild für polit. Handeln in dieser Krise herausstellen. Es wird sich in Kürze zeigen, wie sich die Situation auf der britischen Insel entwickelt – er trägt dafür in jedem Fall erhebliche Verantwortung.

    Ich finde übrigens auch, dass die Kirchen hierzulande richtig gehandelt haben, die öffentlichen Gottesdienste ausfallen zu lassen. Es gab einfach trotz der ersten Hygienemaßnahmen immer noch viel zu viele Infektionsgefahren in den Gottesdiensten – nicht zuletzt durch die Laxheit der Beteiligten.
    Als langjährig beruflich mit Hygiene vertrauter habe ich beteits vor dem 2. Fastensonntag sowohl meine Gemeindeverantwortlichen als auch mein Bistum auf mir auffallende Schwachstellen hingewiesen – leider ohne sichtbaren Erfolg.
    Insofern ist es für die Menschen besser, dass sie diesen Infektionsgefahren jetzt dort in den Kirchen nicht mehr ausgesetzt sind.
    Immerhin kann man ja über die elektron. Medien Gottesdiensten beiwohnen – meine Frau tut das Krankheitsbild schon lange.

  5. Sorry, 2 Fehler in meinem Text. Der erste Satz soll korrekt lauten:

    „Ich weiß eigentlich nicht, was das Herumgemeckere an den jetzt verkündeten und von der weit überwiegenden Bevölkerung auch eingehaltenen Schutzmaßnahmen soll.“

    Im letzten Halbsatz heißt es korrekt:

    “ -meine Frau tut das krankheitsbedingt schon lange.“

  6. „Dass wir alle letztendlich mal sterben müssen, ist trivial.“

    Lieber Herr S
    Dieser Einschätzung möchte ich doch energisch widersprechen. Sterben ist eine ernste Sache und weit weg von jeder Trivialität. Jeder der sich ernsthaft darüber Gedanken macht, und als Christen ist das auch ein Auftrag unseres Herr, sollte vor jedem Sterben ehrfürchtig schaudern ohne zu verzweifeln. Was die Maßnahmen unserer Regierungen angeht, ist das die nackte Verzweiflung. Minister Laschet (CDU,NRW) verkündete gestern lautstark: „Es geht um Leben oder Tod!“ Ja, mein lieber Herr Minister von der Christlich Demokratischen Union, es geht immer um Leben oder Tod. Schon vergessen? Vor zwei Wochen wusste ich als Diabetiker noch gar nicht, dass ich zur sog. Risikogruppe gehöre. Vor 8 Wochen hatte ich eine schwere Atemwegserkrankung (irgendein Virus) mit zahlreichen schlaflosen Nächten, hervorgerufen durch hartnäckige Hustenattacken. Der Kommentar meines Hausarztes: „Es hätte noch schlimmer werden können.“ Derselbe Arzt hat seinen Mitarbeiterinnen das Tragen von Schutzmasken und Schutzkleidung untersagt, um die Panik bei den Patienten nicht noch zu schüren. Ob die Kirchen richtig oder falsch gehandelt haben entzieht sich meiner Kenntnis. Es gab allerdings auch mal einen schlafenden Herrn im Boot, während die Jünger vor Angst in die Hosen gemacht haben, weil ein schwerer Sturm tobte. „Kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“ Sein ernst gemeinte Frage: „Warum habt ihr solche Angst? Wo bleibt euer Glaube?“
    Diese Frage richtet der Herr auch an alle Generationen von Christen.

    • Danke für beide Statements. Mir geht es ja gar nicht darum, zu sagen, dieses oder jenes sei richtig. Ich weiß es eben nicht und ich harre in dieser Haltung eben aus. Auch wenn ich mal in die oder jene Richtung schwanke. Ich möchte mich nur nicht dazu zwingen lassen, über Gehorsam hinaus in eine Haltung gezwungen zu werden. Mir geht es um die innere Freiheit und in diesem Zusammenhang auch um die Vernunft- die hier meiner Ansicht nach definitiv missbraucht wird als Begründung für aus Angst getroffene Entscheidungen. Ds stimmt einfach die behauptete Motivation nicht, das berührt nicht einmal zwangsläufig die Effektivität der Folgen der Entscheidungen (kann sie aber berühren).

      • Eine Ausgangssperre oder ein Kontaktverbot ist erst einmal keine lebensbedrohliche Maßnahme. Im wahrsten Sinne des Wortes lebensbedrohlich können die Konsequenzen werden. Ich schrieb ja weiter oben, dass Existenzen in 4 Wochen pulverisiert werden. Was dann kommt, kann jeder vernünftige Mensch nachvollziehen: Neid, Hass, Wut, Gier, soziale Schieflage, Geldentwertung, massenhaft Arbeitslosigkeit, Zusammenbruch der sozialen Systeme usw. Ich als Risikopatient, kann doch nicht verlangen, dass Geschäfte schliessen, Menschen in ihre Häuser eingesperrt werden und das alltägliche Leben zum erliegen kommt. Das kann selbst ein Staat nicht verordnen. Momentan tut er das aber. Und das ist nicht richtig, sondern falsch!

      • Ich sehe auch schon in meiner Bubble alle möglichen Forderungen – Grundeinkommen, Verbot von Wohnungskündigung…alles verständlich, aber Geld wächst ja nicht auf Bäumen…

  7. Im übrigen kümmert sich der Staat einen feuchten Kericht um das Leben, wenn er achselzuckend zur Kenntnis nimmt, dass über 100 000 ungeborene Menschenleben in einem Jahr ohne ein Virus hinweg gemeuchelt werden, mit finanzieller Unterstützung von sog. Krankenkassen. Das Gerede vom Schutz hilfsbedürftiger alter und risikobehafteter Menschen, ist im Zusammenhang mit Corona schlichtweg erbärmlich.

  8. @gerd. Sie schrieben u.a.:

    „Das Problem ist eine Gesellschaft, die gar nicht mehr damit rechnet, irgendwann ganz sicher die Löffel abzugeben.“

    Gegen diese recht plumpe und unrichtige Behauptung setzte ich meinen Satz „Dass wir alle letztendlich mal sterben müssen, ist trivial. [Denn] das wissen wir alle [- selbst die größten Dummköpfe]“.

    Damit habe ich das Sterben keineswegs etwa verharmlost, wie Sie mir hier fälschlich unterstellen wollen.

    Ich wende mich nur gegen Ihre unerträgliche Meckerei und Scharfmacherei in AfD-Manier hier auf einem katholischen Blog.

    Mir ist durchaus bewusst, welche auch wirtschaftlichen Verwerfungen mit den jetzt beschlossenen Maßnahmen höchstwahrscheinlich einhergehen werden – aber bereits jetzt kräftig Öl ins Feuer zu gießen und gegen die verantwortlichen Politiker zu hetzen, löst ganz bestimmt keine Probleme, sondern trägt nur zu Entsolidarisierung und Zwietracht in der Gesellschaft bei.

      • @maryofmagdala

        In seinem heutigen Posting um 18.46 Uhr hat er (gerd) seine Sympathie und seine Wahl der AfD eingeräumt, nachdem ich ihm es auf den Kopf zugesagt hatte, weil ich das von ihm auf einem anderen Blog bereits wusste.

        Ich kann Sie zwar nicht hindern, weiterhin für diesen user gerd gewisse Narrenfreiheit auf Ihrem Blog einzuräumen, von mir kriegt er aber Widerspruch für seine Falschbehauptungen und ich rede auch Klartext, wo es sein muss und wenn es aus meiner Sicht angebracht ist.

        Ich schreibe jedenfalls hier nichts, was ich nicht ehrlich vertreten kann.

      • Also, ich finde, bei mir haben ziemlich viele Leute Narrenfreiheit. Anders, als mir schon vorgeworfen wurde, habe ich nämlich durchaus kein Problem mit divergierenden Meinungen. Ich halte nichts von der AfD, aber ich wüsste nicht, wieso sich das auf Menschen beziehen sollte, die sie wählen oder dort Mitglied sind. Ich halte auch nichts vom Islam und liebe dennoch meine muslimischen Familienmitglieder. Ich würde einfach nur alle bitten, zivilisiert zu bleiben…

      • „In seinem heutigen Posting um 18.46 Uhr hat er (gerd) seine Sympathie und seine Wahl der AfD eingeräumt, nachdem ich ihm es auf den Kopf zugesagt hatte, weil ich das von ihm auf einem anderen Blog bereits wusste.“

        Das haben Sie ganz toll gemacht Herr S.

        Apropos zivilisiert: Jutta Ditfurth Vorzeigegrüne und Vorzeigelinke postete vor 4 Wochen auf Twitter:
        „Beim letzten Stadtparlament habe ich mir Influenza eingefangen….Jetzt wieder krank. Ich werde mich in den Römer schleppen und niesend durch die Reihen der AfD gehen. Versprochen!“
        Dieselbe Jutta hat sich heuer einen Cofid 19 Virus eingefangen und bittet um finanzielle Unterstützung. Es lohnt also nicht reflexartig auf Kommentare von AfD Wählern zu beissen.

  9. @Herr S.

    was meine Kommentare mit einer wie immer gearteten AFD Manier zu tun haben soll, kann gerne Ihr Geheimnis bleiben. Das Feuer ist mittlerweile so groß, das brennt auch ohne neues Öl noch eine ganze Weile. In Österreich haben sich in einer Woche nach der Ausgangssperre 97 500 Menschen arbeitslos gemeldet. Vorsichtige(!) Schätzungen gehen in Deutschland von 3 000 000 neuen Arbeitslosen nach 4 Wochen Quarantäne aus. In Italien,Spanien Österreich oder den Niederlanden, dürften die Prognosen ähnlich ausfallen. Das ist kein zusätzliches Öl, sondern Tatsachen. Entsolidarisierung und Zwietracht in der Gesellschaft haben wir im übrigen massenhaft auch ohne einen Virus. In linken Kreisen wird schon mal über das Erschiessen oder Zwangsarbeit von reichen Menschen phantasiert. Über die massenhaften Kindstötungen vor der Geburt habe ich ja schon geschrieben. Da ist nix mit Solidarität und Eintracht.
    Das Horten von Toillettenpapier und Nudeln ist da nur eine leichte Brise was uns blüht, wenn mal die Versorgungswege unterbrochen sind. Dann trauen wir uns nur noch bedingt in die Nähe von Supermärkten, Artzpraxen oder Kliniken. Wie gesagt, das ist kein Blick in die Glaskugel, das droht unmittelbar.

    • „… das Horten von Toillettenpapier und Nudeln ist da nur eine leichte Brise was uns blüht …“

      Das ist zunächst Ausdruck von maßloser Dekadenz. Am WE im Supermarkt: Mehl, Nudeln, Toipa, und Tomaten komplett leergekauft. Die Körbe mit Schwarzwurzeln, Sellerie, Kraut und Pastinaken waren aber voll! Eine echte Not sieht anders aus.

      (Wie Maryofmagdala weiß ich auch nicht, was richtig und falsch ist. Den Shutdown beobachte ich mit großer Sorge. Wir halten uns alle daran, aber eine kaputte Wirtschaft wird kein Virus bekämpfen können. Ihre Bemerkungen, wie verschieden Leben in unserer Gesellschaft gewichtet wird, teile ich.)

      • Muß nicht notwendigerweise Dekadenz sein, Sie mögen wissen, was man mit Schwarzwurzeln macht, dass man Sellerie panieren und Pastinaken rösten kann, aber der Durchschnittsoesterreicher eher nicht. Ich habe meine Zweifel, ob sich der Durchschnitts deutsche da besser auskennt

      • Stimmt. Leider kann ich durch diese Krise die Illusion, ich befände mich grundsätzlich in einem Deutschland vor 1806 oder doch wenigstens in der Bonner Republik und nur ein paar Heinis weichen von der Norm ab, nicht aufrechterhalten 😅 und muss erkennen: Ich weiche von der Norm ab und die Mehrheit besteht aus Heinis.

      • Das ist doch relativ absurd – Leute, die wenig Vorräte zuhause haben (und das sind sehr viele, die in kleinen und kleinsten Wohnungen sitzen und schlicht keinen Platz dafür haben), kaufen zuerst mal quasi unbegrenzt haltbares Zeug ein – und dann irgendwann Sellerie. Und Schwarzwurzeln sind sowieso ein Minderheitenprogramm, aus dessen Vorhandensein würde ich prinzipiell keine Schlußfolgerungen ziehen wollen.

      • Liebe maryofmagdala,

        Das Sie von der Norm abweichen ist so was von offensichtlich (und damit meine ich nicht die Optik, sondern Ihre Lebensgeschichte), dass ich mich frage, warum Ihnen das erst jetzt bewusst wird …

  10. Richtig wäre es gewesen, alle Fakten ohne Instrumentalisierung zusammen zu tragen und jede Stimme zu hören. Diesen Zeitpunkt haben wir verpasst. Stattdessen wird ein Horrorszenario herbei geführt, welches im Grunde genommen mit dem Virus nichts mehr zu tun hat. So gehört es z.B. auch zur Wahrheit, dass Cofid 19 in Europa auf eine überaltete Gesellschaft trifft. Besonders in Italien, wo die Sargherrsteller nicht mehr nachkommen wird das überdeutlich. Will das jemand heute noch hören? Es gibt darüber hinaus eine nicht geringe Zahl von immungeschwächten Zeitgenossen, die durch lebenslange falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung und körperliche Arbeit, leichte Beute von Viren sein können. Über alles das kann man vernünftig reden, ohne gleich die AFD bzw. Nazi-Keule auszpacken.

    Dass ein großer Teil der Gesellschaft bis ins Mark dekandent ist, darüber sind wir uns einig. Die Frage bleibt: Was folgt nach der Dekadenz? Ich befürchte Schlimmes.

  11. Es bringt überhaupt nichts, jetzt hier irgendwelche Horrorszenarien für die nähere und ferner Zukunft an die Wand zu malen, wie es gerd tut.

    Und dann auch gleich bereits jetzt gegen die derzeit regierungsverantwortlichen Politiker zu hetzen und sie schon jetzt zum Sündenbock für die höchstwahrscheinlich schwierige wirtschaftliche Lage zu machen.

    Ich weise darauf hin, dass derzeit gerade von den im Bundestag vertretenen Oppositionsparteien praktisch NICHTS an konstruktiven Vorschlägen zur Lösung der sich entwickelnden Pandemie kommt.

    Gerade auch eben nichts Gescheites von der sich selbst vollmundig als „ALTERNATIVE“ für unser Land bezeichnenden Partei und ihren Politikern, die user gerd ja so toll findet und gewählt hat, wie er in einem anderen Blog kürzlich zugab.

    Die massenhafte Tötung ungeborener Kinder durch Abtreibung ist natürlich ein himmelschreiendes Unrecht und Verbrechen – ohne Frage, und das lässt der Herrgott auf Dauer nicht ungestraft und ungesühnt. Dafür wird nicht allein unser Volk zur Rechenschaft gezogen, denn Abtreibung ist weit über die gesamte Welt in den vergangenen Jahrzehnten legalisiert und verbreitet worden.

    Jedenfalls stellen meine Frau und ich uns bereits jetzt darauf ein, dass wir, falls wir die Corona-Epidemie überleben, in der Zukunft zumindest ganz erhebliche finanzielle Opfer werden erbringen müssen.

    Das ist auch unsere Pflicht als Staatsbürger – und das ist auch in Ordnung, wenn es einigermaßen gerecht dabei zugeht, wie es z.B. in der Vergangenheit beim Verlangen der Abgabe des Solidaritätszuschlags jedes Einzelnen der Fall war.

    Wir werden sehen…

    • Lieber Herr S,

      Die europäischen Regierungen haben das Mehr(zB Deutschland, Spanien, EU) oder weniger (zB England) verbockt. Die Korrektheit deutscher Zahlen zB läßt nicht nur mich an den “deutschen Tugenden” zweifeln. Keine der deutschen Maßnahmen scheint mir geeignet, entscheidend positiv zu wirken. Aber das wird die Zukunft zeigen

      An dem aus dem Anfangsversagen entstehenden und entstandenen Schaden ist natürlich die Regierung schuld, wer sonst?

      • @ Labrador:

        Eh Sie hier weiter haltlose und Wüste Verschwörungstheorien in die Welt setzen und an den deutschen Zahlenangaben Zweifel zu säen versuchen, empfehle ich nicht nur Ihnen sondern auch allen anderen hier, doch mal einen und mehr Blick(e) auf die offiziellen Seiten der WHO zu Corona zu werfen:

        https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/situation-reports

        Wie kommen Sie zu der völlig haltlosen Behauptung, ausgerechnet die deutschen Angaben seien manipuliert?

        Unglaublich und unverschämt solche Unterstellungen von Ihnen!

        Aber VR China und Russland sind natürlich selbstverständlich korrekt, nicht wahr?

    • Lieber Herr S.

      Es ist absolut nichts verwerfliches dabei, eine Partei toll zu finden und dann zu wählen. Meine Kommentare entstehen rein privat und werden nicht von einem Parteibüro heraus verfasst. Dass ich als Wähler der AfD als Nazi verunglimpft werde und jeder mit der Keule schwingt, weil er meint auf der guten Seite zu stehen, halte ich locker aus und juckt mich nicht. Da habe ich selbst als Katholik ein sanftes Ruhekissen.
      Sie schreiben, dass der Herrgott auf Dauer die Abtreibungen nicht ungestraft und ungesühnt lässt. Es könnte ja sein, dass die Strafe nun gerade über uns hereinbricht und das Virus erst der Anfang ist.
      Wir weden sehen…
      Wenn Sie mir nun aufzeigen, wo ich gegen Politiker gehetzt habe, nehme ich das natürlich zurück, momentan kann ich keine Hetze in meinen Kommentaren erkennen. Der Blogbetreiber wohl auch nicht.

      • @gerd:

        Sie räumen stets nur das ein, was man Ihnen auf den Kopf zusagt, weil man es selbst schwarz auf weiß von Ihnen gelesen hat – das ist geradezu typisch für Sie als AfD-Sympathisant und -Wähler.

        Wenn Sie nicht die offensichtliche polemische Hetze in Ihren Beiträgen erkennen können oder wollen, so leiden Sie möglicherweise an einer gestörten Selbstwahrnehmung oder versuchen hier das zu leugnen.

        Bei mir kommen Sie damit aber nicht durch!

      • Lieber Herr S.

        Ja, ja der typische AfD Wähler und Sympathisant leidet an gestörter Selbstwahrnehmung. Genauso könnte ich behaupten, dass der typische Gutmensch überhaupt keine Selbstwahrnehmung besitzt. Suchen Sie sich was aus. Sie können mir keine Hetze nachweisen statt dessen bemühen Sie Schwarz-Weiß Ansichten über AfD Wähler. Zu durchsichtig das Ganze.

  12. Lieber Gerd,
    Ich will mich hier auf rein Wirtschaftliches beschränken und werde in diesem Beitrag die Moral ausklammern!

    1) egal was Deutschland tut, die wirtschaftlichen Probleme sind da.
    – Einerseits durch Blasen, die eine Nadel suchen, verursacht durch das viele Geld, das von Notenbanken verstreut wurde,
    – andererseits durch die Abhängigkeit von Just in Time Lieferketten. Das kann man kritisieren, aber am Fakt wird sich erst mit der Zeit etwas ändern lassen. Einige Beispiele: Etwa 80% der Ausgangschemikalien für Medikamente weltweit werden in China hergestellt. Auch in der Elektronik ist es ähnlich. Und die steckt heute überall drin, von deutschen Autos über Maschinen … Dort standen die Werke mehr als ein Monat still und auch jetzt noch scheint der Wiederanlauf nur zögerlich zu gelingen. Bis die Container da sind vergeht mal ein Monat, falls alle Zutaten vorhanden. Infos dazu findet man zB bei PeakProsperity

    2) egal welchen Weg Deutschland einschlägt, es wird Schaden entstehen.
    a) auch wenn vor allem (oder zuerst) Ältere betroffen sind, der/die jüngste auf der Intensivstation in Italien und in den Niederlanden ist 16! In Spanien so hörte man, werden nur noch Menschen 65 oder jünger beatmet, Ältere nicht … Ich kenne Menschen (Lehrer, Facharzt mit seltener Spezialisierung) die auf Grund beruflich zugezogener Krankheiten hohes Risiko haben. Wenn man COVID-19 sich ungehindert ausbreiten läßt, dann
    – werden danach gesuchte Arbeitskräfte fehlen, um es mal so zu umschreiben
    – wird ein Teil derer, die es überstanden haben, für längere Zeit oder für ihr ganzes Leben beeinträchtigt sein (- 20-30% Lungenkapazitaet laut einem paper aus Hongkong)
    – werden die Ärzte, die da Dienst tun psychische Schäden davontragen (da ist natürlich auch ein Potential für Bekehrung) siehe zB Berichte aus Spanien, Italien, …

    b) wie wird sich das auf die Bevölkerung auswirken, wenn in der Öffentlichkeit Menschen zusammenbrechen und wegsterben wie Fliegen? Bilder und Clips dazu aus China. Ich denke dieser Schock wird oft zu einer Selbstisolation führen, allerdings, da zu spät, ohne Nutzen für die Gemeinschaft.

    das kommt aus Louisiana
    https://www.zerohedge.com/health/holy-shit-not-flu-medical-worker-describes-terrifying-lung-failure-covid-19-even-young
    man findet ähnliche Aussagen auch von Ärzten aus Italien oder Spanien

    Ob jüngeres Alter, bessere Ernährung oder mehr Bewegung von Indern oder Afrikanern, deren Betroffenheit abschwächen, muß sich erst noch zeigen. Oder um es mal so zu sagen, mein Vater ist mit 80 wesentlich fitter als es mein Großvater mit 60 war.

    • Lieber Labrador,

      Sie schreiben: wie wird sich das auf die Bevölkerung auswirken, wenn in der Öffentlichkeit Menschen zusammenbrechen und wegsterben wie Fliegen?

      Ich kann mir ehrlich gesagt ein solches Szenario erst mal nur in Endzeit-Horror-Filmen mit Spezial-Effekts vorstellen.
      Natürlich sterben am Coronavirus auch junge gesunde Patienten.
      Die Spannbreite zwischen unauffälligem Krankheitsverlauf und „Holy Shit, This Is Not The Flu“, kann nicht auf einen einfachen Nenner gebracht werden. Als Gegenbeispiel zu Louisiana könnte man hier den Krankheitsverlauf der Corona Patientin Alma Clara Corsini bringen, die als 95jährige(!) nach überstandener Infektion gesund aus dem Krankenhaus in Modena entlassen wurde.
      Als medizinischer Laie kann ich nur feststellen, dass wir über Covid 19 so gut wie nichts wissen, ausser dass es gefährlich und ungefährlich ist. Deswegen ein ganzes Volk auf Sicherheitsabstand glatt zu bügeln, halte ich für moralisch, ich kann nicht anders 😉 mehr als fragwürdig.
      Dass Deutschland und andere Länder in Europa auf ein wirtschaftliches Debakel zusteuert, weil massenhaft Geld gedruckt wird, konnte man vor der Corona-Krise wissen. Allerdings nun Brandbeschleuniger einzusetzen hilft auch niemanden.

      • Lieber Gerd,

        Diese Clips gibt es aus der Anfangszeit in Wuhan, völlig unabhängig davon, ob Sie sich das nur im Film vorstellen können oder nicht. Sie könnten natürlich sagen, diese Clips wären gefälscht, dann sollten sie aber einen guten Grund dafür anführen können. In einer Landeshauptstadt ist heute Einer zuhause an COVID-19 gestorben. Ohne lockdown wäre er im Büro gesessen, oder in der Strassenbahn. Wenn jemand öffentlich an einem Herzinfarkt stirbt macht das auch betroffen, aber mit dem Virus … stellen Sie sich ruhig so eine Szene vor, das Leben hat mittlerweile die Tendenz Film und Satire zu übertreffen.

        Sorry, aber mit Alma Clara Corsini haben sie nur bewiesen, dass nicht alle Alten sterben, Das hat aber niemand behauptet. Dass Junge Menschen nicht betroffen wären, hat man hingegen überall und wiederholt gehört. Siehe Corona Parties.

        Dass man nichts wisse, halte ich für übertrieben. Man hat Bilder wie es in der Lombardei zugeht, man hat Bilder aus Spanien und welche aus China (vor allem aus der Anfangszeit, bis das Regime die Zügel anzog. Und die Ärzte und Krankenpfleger an der Front sprechen allen von einem dramatischen Geschehen.
        1) Es gibt keine Immunität, im Gegensatz zu Grippeviren. dH die erste Welle verklingt nachdem 60-75% der Bevölkerung erkrankt sind
        2) ca. 80 der Erkrankten haben einen milden bis asymptomatischen Verlauf.
        3) der Rest muß ins Krankenhaus mit Sauerstoff über Nasensonde
        4) ca 5% auf die Intensivstation mit Beatmung oder gar ECMO für etwa 2 Wochen
        5) von diesen ca 20% hat ein erheblicher Teil Lungenschaeden.

        Warum es die Einen schwer und Andere leicht erwischt, weiß man (noch) nicht, Die genaue Zusammensetzung der einzelnen Gruppen, etwa ob jetzt 4% oder 5% auf Intensiv müssen, randomisierte Doppelblindstudien zur besten Therapie, … alles erst im entstehen, versteht aber sowieso kaum einer unserer Politiker (außer der Lauterbach 😦 )

        Italien hat derzeit etwa 63.000 positiv getestete das ist ein Promil. Selbst wenn bis jetzt der Rest auf 1% mit der Krankheit durch wäre, dann fehlen da noch 59% oder auch 74% je nach R0 als Maß für die Ansteckung Sie müssten also das was Sie bisher an Leid in Italien gesehen haben mit mindestens 59 multiplizieren es kann aber auch ebensogut 400 sein. Schon derzeit möchte ich in der Lombardei keinen Herzinfarkt haben. Die Rettung kommt sicher nicht in 8 Minuten und ob ein Intensivbett frei ist, darauf möchte ich auch nicht wetten. Das sind zusätzliche Kollateralschaden.

        Ja, wir wissen vieles noch nicht, aber macht es für Sie einer großen Unterschied, ob das man des bisherige Leid mit 59, 74 oder auch 400 multiplizieren muß?

        Glauben sie ernsthaft, dass bei einem solchen Szenario das sich über einige Monate dahinzieht, die Wirtschaft unbeeindruckt weitergeht Im Ernst?

        Der Brandbeschleuniger ist das VIRUS und diesen Brandbeschleuniger kann man nicht mehr (so einfach) austreten. Jetzt ist es nun mal da, um die großeVorsitzende zu zitieren. Das hätte nicht so sein müssen, nur das hilft jetzt nicht mehr weiter!

        Alternativ, beschreiben Sie doch ein Szenario, wo 60% der Bevölkerung innerhalb einiger Monate erkrankt, 15-20 % so schwer, dass Sie ein KH benötigen und 4-5% auf Intensiv ankommen. Erklären Sie mir bitte, wie das die Wirtschaft mit einem kurzen Wimpernzucken wegsteckt.

      • Lieber Gerd,
        genau das ist in Wuhan passiert – Leute sind auf der Straße zusammengebrochen und gestorben, und dann kamen die Damen und Herren in den Vollschutzanzügen und brachten die Leute weg. Sie können auch alptraumhafte Videos aus italienischen und spanischen Krankenhäusern, bald auch amerikanischen sehen; sie können Berichte von medizinischem Personal lesen, die alle übereinstimmend berichten, was passiert, wenn die Infektionszahlen zu hoch werden. Darum ja #flattenthecurve. Bitte, informieren Sie sich.

      • „Leute sind auf der Straße zusammengebrochen und gestorben, und dann kamen die Damen und Herren in den Vollschutzanzügen und brachten die Leute weg.“

        Liebe Susann,

        um welche Leute handelt es sich da? Waren das vor Gesundheit strotzende oder vorbelastete Risikopatienten? In der Provinz Hubei (über 60 000 000 Einwohner) in der die Stadt Wuhan (über 10 000 000 Einwohner) liegt, sterben jährlich 150 000 Menschen an Pneumonie, werden diese Menschen in Schutzanzügen aus ihren Sterbebetten geholt? Diese Zahlen kann man googlen das hat man in fünf Minuten recherchiert. Die Frage die sich mir stellt: Über was soll ich informiert sein? Es macht natürlich einen Unterschied, ob ich mir Horrorvideos reinziehe oder Zahlen vergleiche. Momentan ist es so, dass man wegen einem Mückenstich auf der Stirn und drohender Blutvergiftung, mal so eben den ganzen Kopf abtrennt.

  13. Lieber Herr S,

    Sie haben eine Tendenz im Kufladrius Alpinus zu greifen!
    W
    In meinem längeren Posting oben schrieb ich unter anderem “(Es gab und gibt berechtigte Zweifel an den von Der CCP gemeldeten Daten)”
    Wie Sie von dieser meiner Aussage zu Ihrer unterstellenden Frage “Aber VR China und … sind natürlich selbstverständlich korrekt, nicht wahr?” Kommen, dazu fehlt mir Ihre Geistesgröße…Und wo hätte ich bisher von Russland geschrieben?

    Zu den Zahlen zuerst hatte das Roberta Köchin Institut (Copyright politico) eine Spalte und die Zahlen wurden Früh und nachmittags up gedauert. Dann hat das RKI das Update ausfallen lassen, weil sie nicht mehr in der Lage waren die Daten zu verarbeiten. Dann hatten sie zwei divergierende Spalten, wo ich ohne Kenntnis interner Abläufe keinen Sinn sah, außer, dass die Zahlen verschieden waren. Die Zahlen anderer Quellen, die tow Landkreise oder Bundesländer abfragen, sin praktisch immer höher als die vom RKI. Im Augenblick MoPo 28914 und 118 Tote, RKI 22.672 und 86 Tote, schlappe 6.000 positive Tests und 32 Tote unterschied, das worldometer liefert 23 für seriös/kritisch, nachdem es über Wochen immer 2 Angezeigt hat, andere Quellen sprechen von viel glaubwürdigen ca 400 auf Intensiv

    Die WHO hat für heute noch einmal andere Zahlen, zwischen MoPo und RKI

    Zahlen zu den durchgeführten Test findet man auch nicht. Die Österreicher haben das zB auf der Titelseite. Auch die Südkoreaner machen kein Geheimnis daraus.

    Wobei Ihre Erwähnung der WHO als vertrauenswürdig und China als unzuverlässig durchaus pikant ist. Wer lag den bei Corona in China’s Bett lieber Herr S? Das wird doch nicht die von Ihnen gelobte WHO mit/durch Ihrem GD gewesen sein. Das sag nicht nich ich unbedeutender, diesen Vorwurf erheben ganz andere Kaliber als ich oder Sie!

    Und da Sie meine Postings in Ihrer Entrüstung anscheinend nicht genau genug lesen, darf sich Sie richtig stellen. Ich habe nicht das Wort “manipulieren” verwendet, da ich noch unschlüssig bin ob der Zahlensalat eher auf Unfähigkeit oder
    Manipulation zurück zuführen ist

    Und das die Bundesregierung anders gehandelt hat als Südkorea oder Taiwan oder Sinagapur oder Hongkong oder Japan, das ist keine Verschwörungstheorie und auch keine Unterstellung sondern eine Tatsache. Die genannten Länder haben zB am Anfang die Schotten dicht gemacht, die Bundesregierung erst Monate später. Heck, da ist ja sogar Küstenbarbie mutiger als Raute 🙂

    • Lieber Labrador,

      Sie fragen: „Glauben sie ernsthaft, dass bei einem solchen Szenario das sich über einige Monate dahinzieht, die Wirtschaft unbeeindruckt weitergeht Im Ernst?“
      Das glaube ich allerdings nicht, und weiß jetzt auf die Schnelle auch nicht, das irgendwann mal behauptet zu haben. Was ich glaube ist, dass unsere Wirtschaft und die Hochfinanz auf die falsche Umverteilung gesetzt hat. Laienhaft und kurz gesagt: In billigen Ländern zu produzieren um im eigenen Land im Überfluss zu leben. Es wäre ein angenehmer (ohne Verharmlosung) Nebeneffekt der Corona-Krise, wenn sich Politik, Wirtschaft und Hochfinanz Gedanken darüber machen würden, ob das alles so weiter gehen soll. Die Regierung gaukelt den Menschen m.E. vor, dass es nach dem Virus weiter geht, mit Erdbeeren aus Spanien, Bananen aus Südamerika, und Autoteilen aus China. wenn wir nur schön brav zu Hause bleiben. Wenn jetzt große finanzielle Hilfspakete geschnürt werden, dann doch nur von dem Geld, was der Bürger erwirtschaftet hat, Der Staat kann nun mal kein eigenes Geld ausgeben, das hat er nämlich nicht. Aber wie gesagt: Das ist alles nur meine Privatmeinung und hat kein Recht auf Gültigkeit.

    • NRW hat schon öffentlich gemacht, dass Fälle doppelt gemeldet und gezählt wurden, wegen Zuständigkeitenwirrwarr. Ich denke, es handelt sich um Unfähigkeit aber auch schlicht um Unmöglichkeit. Es ist nicht möglich, zuverlässige Zahlen zu liefern, insbesondere bei Raten. Absolute Zahlen da doch schon eher, allerdings auch da wohl eher, was die Todesfälle betrifft. Und da hat man wiederum das Problem, dass man findet, wenn man sucht. Ob bei ei em 90jährigen mit Vorerkrankungen dann Corona das Ausschlaggebende war-naja.

      Das Problem ist, dass man nun ausgerechnet „Wissenschaft“ zur Maßgabe macht, obwohl die dazu gar nicht da ist. Alle Zahlen sind letztlich spekulativ in höherem oder niedrigerem Maße und das müsste man einfach transparent machen.

      • Liebe maryofmagdaala
        “ Unmöglich” wir sind wirklich nicht mehr im Wilhelminischen Deutschland 🙂 sondern im italienischen .. Muß nicht negativ sein …

        Zum Zählen: Die Chinesen haben ab einem Punkt Kranke, die ein für COVID-19 typische Röntgenbild aufwiesen gar nicht mehr getestet. Da kommt es zu einer Lungenentzündung, die sonst kaum zu sehen ist. Jemand hat mal gesagt, die sieht aus wie bei einer Pilzinfektion nach einer Transplantation. PeakProsperity hat gestern kurz von einem 31-jährigen Südafrikanischen Olympiasiege berichtet, der eine leichte Verlaufsform überlebt hat. Aufgrund dieser Schwere scheint mir die italienische Vorgehensweise, alle Toten (nein natürlich keine Unfalltoten!) zu testen und zu zählen ehrlicher als das was Deutschland tut. Klar, das könnte die Bevölkerung verunsichern (oder so ähnlich sagt es damals Thomas die Misere)

        Man kann in Artikel etwa auf der Achse, bei ScienceFiles, vor allem aber in den Kommentaren von Ärzten immer wieder Hinweise auf bewusstes Wegsehen finden, zB wegen des damit verbundenen Aufwandes, wegen der notwendigen Schließung der Praxis, …

        Klar, die Neunzigjährige hätte im Sommer friedlich einschlafen können, anstatt jetzt im eigenen Sekret zu ertrinken, für die Statistik von 2020 macht das keinen/kaum einen Unterschied, für die Neunzigjährige eher schon.

        Gerade das mit den Vorerkrankungen ist so eine Sache. Da würde mein Vater mit über 80 reinfallen, obwohl er noch durchaus 5-10 Jahre vor sich hat, genauso wie ein Zuckerkranker Mann, halb blind, dem man wegen des Zuckers bereits beide Beine amputiert hat (mit dieser Schilderung beschreibe ich den Gesundheitszustand, nicht die Lebensqualität!) … diese Vorerkrankungen kann man auch verwenden, um zu verharmlosen. Es käme keiner auf die Idee, bei einem zermalmten Unfallopfer mit Herzerkrankung oder Krebs auf die Vorerkrankungen zu verweisen, oder?

      • Grundsätzlich Zustimmung, allerdings kommt es ja auch auf einen Zusammenhang an, nicht bloß auf Korrelation. Wenn die Herzerkrankung Anteil am Unfall hatte, schon. Und andererseits kümmert ja auch wenige, wenn Leute im Krankenhaus an multiresistenten Keimen zugrunde gehen. Mir scheint das alles recht beliebig. Was keine relativierende Aussage ist: Die Situation IST schlimm, und jeder Sterbende ist zu beweinen, und wer nicht in Ruhe sterben kann, doppelt.

  14. Lieber Gerd,

    ich habe nicht angenommen, dass sie das bewusst behauptet haben, deshalb die Frage. Implizit ist bei mir aber so etwas angekommen wie “Quarantäne richtet Wirtschaft” zugrunde. Das ist zwar nicht falsch, aber es ist nur die Eine Seite der Medaille. Denn weiterlaufen lassen ohne Einschränkungen macht die Wirtschaft auch kaputt.

    Stimmen wir überein, dass durch das Corona Virus
    1) viele Menschen vorzeitig sterben (werden)
    2) die Wirtschaft leidet und leiden wird
    3) das der derzeitig mögliche Handlungsspielraum der Regierungen nur mehr ein mehr von dem Einen oder mehr vom Anderen zulässt, so nicht in allernächster Zeit eine medikamentöse Behandlung, die die Schwere der Krankheit lindert, gefunden wird???

    Solange diese Rahmenbedingungen klar sind, können Sie gerne Alternative Wege argumentieren. Es bleibt bloß wenig “Gewinn” sowohl psychologisch als auch in ökonomisch.

    Der Unterschied ist also nicht zwischen Opernbetrieb und geschlossener Oper sonder zwischen einer nicht aufgeführten Oper und einer wegen eines Coronatoten abgebrochenen Oper (der Altersschnitt in Wien liegt im “Sweet Spot” der Krankheit) wo das Publikum in Panik den Saal verlässt.

  15. Lieber Labrador,

    in allen 3 Punkten bin ich voll auf Ihrer Seite.
    Heute morgen die aktuellen Zahlen: Bundesweit sind laut T-Online-Nachrichten: 32 000 infinzierte Patienten, Todesfälle 143. Nun kann es sich jeder aussuchen, daraus ein Horrorfilm zu drehen. Ich würde das nicht tun.

    Es könnte natürlich auch sein, dass jemand während einer Opernaufführung grundlos laut „Feuer“ schreit. Das Gefühl habe ich schon seid geraumer Zeit.

  16. @maryofmagdala:

    Egal wie die Epidemie hierzulande sich entwickeln und verlaufen wird, die beiden selbsternannten „Oberchecker“ in diesem Thread gerd und Labrador werden ganz gewiss es in ihren geradezu „hingerotzten“ Beiträgen so hinstellen, dass unsere Regierung, Behörden und Wissenschaftler uns entweder belogen und alles aufgebauscht haben oder dass im anderen eben diese die wahren Verantwortlichen für die Misere sind.

    Wer solchen Müll glaubt, hat selber schuld. So wird Populisten und Schlimmeren der Weg bereitet.

    Ich wohne mit meiner Frau nahe bzw. in einem Corona Hot Spot und habe jedenfalls derzeit besseres zu tun, als mich mit solchen notorischen und gänzlich unbelehrbaren Besserwissern noch länger zu befassen.

    Dafür ist mir die Zeit einfach zu schade.

    Wer hier nüchtern und aufmerksam die bisherigen Beiträge der einzelnen Personen liest, müsste normalerweise selbst entscheiden können, wer hier um Sachlichkeit bemüht ist und wer hier hauptsächlich polemisiert und hetzt.

    Schade, dass Sie, maryofmagdala, – vielleicht aus eigener Überforderung? – dem keinen Einhalt gebieten.

    So verkommt jedenfalls ein an sich ernsthaft angelegter an sich „KATHOLISCHER“ Thread schnell zu einem billigen Stammtisch….

    • Ich persönlich schreibe gern auf einem Blog, egal ob KATHOLISCH oder nicht, wo keine Zensur herrscht, zu der Sie, Herr S. unverhohlen aufrufen. Im übrigen bedeutet katholisch allumfassen. Das darf noch nicht einmal den Stammtisch ausschliessen, wo sicher auch die Wahrheit gesprochen wird.

    • Sie, Herr S., schreiben wenig sachlich. Sie polemisieren („billiger Stammtisch“) gegen zwei Poster, deren Meinung Sie nicht teilen, unterstellen der Blogbetreiberung Überforderung und fordern sie zur Zensur auf.

    • Entschuldigung, den Schuh ziehe ich mir nicht an, das ist etwas dreist. Sie müssen mit dem Dissens schon selbst klarkommen, bei allem Respekt. Ich sehe mich hier nicht als „Richterin“. Ich nehme wahr, was Sie schreiben, was andere schreiben. Wenn mir etwas justiziabel oder wirklich grob beleidigend vorkommt (ich suche aber auch nicht danach, kann also immer mal sein, dass ich etwas übersehe) , würde ich einschreiten. Ansonsten waren jetzt hier so lange Elaborate dabei, dass ich auch schlicht den Faden verloren habe, wer jetzt genau was wieso vertritt, eine Kommentarspalte ist halt für komplexe Themen als AUSTAUSCHmedium recht ungeeignet oder mindestens problematisch. Wenn Sie (ich meine Sie drei) sich darüber austauschen wollen, können Sie das tun, aber dann mache ich den Blogwart nur absolut minimal, dafür habe ich auch gar keine Zeit. Ja, je nachdem, wie die Kommentare ausfallen, kann eine Kommentarspalte auch schon mal Stammtisch sein, dafür fühle ich mich aber nicht verantwortlich, oder jedenfalls meine ich, das im Sinne der freien Meinungsäußerung verantworten zu können!

      • @maryofmagdala noch ein letztes Mal mit einem gewissen zeitlichem Abstand von einigen Tagen:

        Sie haben mich mit Ihrer „Rüge“ am23.3. um 15.15Uhr etwas geärgert, als Sie mir vorwarfen, ungerechtfertigt bzw. vorschnell gegenüber gerd den AfD – Vorwurf gebraucht zu haben.

        Als sich dann herausstellte, dass mein Vorwurf berechtigt war, haben Sie sich nicht etwa korrigiert, sondern berufen sich nunmehr sich u.a. darauf, dass Sie, die Sir ja angeblich die AfD auch nicht mögen, hier nicht als „Blogwart“ fungieren wollen, sondern hier in der Kommentarspalte freien kontroversen Diskurs zulassen möchten.

        Ich sage dazu nur, dass Sie als Blogbetreiberin sich klar entscheiden sollten, ob Sie sich für eine gewisse Bloghygiene entscheiden oder ob Sie fast alles – dann aber auch wirklich fast alles zulassen.

        In letzterem Falle habe ich aber hier nix mehr verloren – das wäre dann nicht mehr ein Blog, in dem ich kommentieren möchte.

  17. Lieber Gerd,

    Zu ihrer Analyse von Wirtschaft. Ich stimme Ihnen weitgehend zu. Doch mir fehlt da noch die andere Hälfte
    Hadmut Danisch hat das in seinem Blog am 4. März in https://www.danisch.de/blog/2020/03/04/der-einsturz-des-bundessozialluftschlosses/ beschrieben. Wo Sie Sich die linke Perspektive aneignen und nur Wirtschaft und Hochfinanz kritisieren, skizziert Danisch besser als ich es je könnte, auch die Probleme des Sozialstaates, der parasitaer lebenden “Für ringend was Beauftragten”, der vielen Gepamperten, die alle etwas studiert haben, wofür selten jemand freiwillig zahlen würde. Dafür fehlen Pfleger, Handwerker, etc.

    https://www.danisch.de/blog/2020/03/12/mehr-zum-einsturz-des-geisteswissenschaftlichen-bundessozialluftschlosses/ und das gibt es nicht nur mit Bosnien sondern auch mit Rumänien, Bulgarien, etc.

    https://www.danisch.de/blog/2020/03/19/die-politische-weichenstellung/

    Die Erdbeeren aus Spanien oder Ägypten, die Bananen aus Südamerika sind nicht kritisch. Wenn sie mal fehlen, dann läuft die Wirtschaft trotzdem weiter. Die Ausgangsprodukte für Medikamente, medizinischer Bedarf oder Schutzanzüge und Masken oder Autoteile, da sieht es anders aus. Fehlen die, steht das Werkl still. Andererseits gibt es Produkte wie Speicher und Prozessoren, Flugzeughersteller, wo die Investitionskosten in eine Fabrik so hoch sind, dass es nur wenige davon geben wird

    Die Hilfspakete werden mit dem Geld bezahlt, dass die Bürger vielleicht einmal erwirtschaften werden. Do kommt nichts vom angesparten Notgroschen sondern es wird ausgeliehen.

    • Lieber Labrador,

      ein Zitat von Danisch bringt m.E. die Sache auf den Punkt: „Unser gesamtes Gesellschaftssystem, ist nur noch ein Schwindel, seit man es auf marxistisch und sozialistisch gezogen hat.“

      Im Grunde genommen, übt Danisch keine Kritik am Sozialstaat oder der Gesellschaft, sondern am Marxismus und Sozialismus, der nun wirklich alles Denken in der Republik beherrschen will. Die offensichtliche Gleichschaltung der Medien sei hier nur als Beispiel genannt. Was hören und sehen wir denn im öffentlich rechtlichen Dauerfeuer? Corona, die Welt geht unter, bleibt zu Hause und wartet auf die Apokalypse! Wenn dann das gesellschaftliche Leben endgültig am Boden liegt, werden die Marxisten und Sozialisten den Grund allen Übels aus dem Hut zaubern. Ein Virus war’s! Selber schuld, wenn ihr euch habt anstecken lassen.

      • Ich denke, das sieht Danisch anders, Seine Kritik ist gegen den Sozialstaat, so wie er derzeit ist, gerichtet. Wie ein hypothetischer Sozialstaat auszusehen hätte, dem er zustimmt, würde Sie, so wie ich Sie einschätze, überraschen.

        Ich denke, dass man bei jeder Aktion des Sozialstaates, wie bei Medikamenten, die Nebenwirkungen überprüfen müsste.
        Ein Beispiel: Alleinerziehende Mütter. Ja, denen sollte man helfen, aber was bewirkt diese Hilfe? Meist mehr Alleinerziehende, ganz egal ob Echt oder nur der Hilfe wegen.

        – Die Hilfe hat Einfluss auf das Verhalten von Frauen (und damit natürlich auch der Männer). Warum sollte eine Frau einen verlässlichen, aber wenig aufregenden Partner wählen, der sie und die Kinder verlässlich versorgt, wenn der Staat dafür einspringt und der aufregende Adonis ihr schäkernd einen verführerischen Blick zuwirft?

        – Andererseits besteuert der Staat den treusorgenden Familienvater, damit Vater Staat seinen Pflichten gegenüber Alleinerziehenden nachkommen kann.

        – Und die Kinder von Alleinerziehenden, die Vater Staat soviel zu verdanken haben, verhindern verständlicher weise ein mir notwendig erscheinendes Gegensteuern.

        Ähnlich kann ma so ziemlich jede Aufgabe des Sozialstaates unter die Lupe nehmen. Dabei entdeckt man immer wieder erschreckende Nebenwirkungen. Ben Shapiro zB schlägt vor all diese Funktionen in lokale Gemeinschaften (Kirchen, Synagogen, Moscheen oder den Klub der Agnostiker zu verlagern, die sich mittels Spenden um ihre Geschwister kümmern. Ich weiß nicht, ob ich so wie it gehen würde, aber eine offene unaufgeregte und wahrhaftige Diskussion darüber scheint mir längst überfällig.

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