Die ultimative Checkliste für den 31. Oktober

Hier ist er, der ultimative Guide zum 31. Oktober. To-Dos, No-Gos und Wissenswertes über einen wichtigen Tag im katholischen Kirchenjahr.

Was feiern wir am 31. Oktober? Nun, der 31. Oktober ist…

  • Der letzte Tag des Rosenkranzmonats
  • Der Gedenktag des hl. Wolfgang
  • Gedenktag der Übertragung der Gebeine des hl. Nemesius
  • Weitere bekannte und beliebte Heilige, derer an diesem Tag gedacht wird, sind z.B. die Märtyrerin Stratonika oder auch die Einsiedler Cissa, Egbert und Tatwin. Nie gehört? Tststs.
  • Für Köln: Die hl. Notburga
  • Der Vigiltag zu Allerheiligen, d.h. der feierlich begangene, vorbereitende Vorabend zum Allerheiligenfest am 1. November. Dieser wird als eigenes Spukfest als „All hallow’s e’en“ (Allerheiligenvorabend), also „Halloween“ begangen, der mit ursprünglich aus Irland stammendem Brauchtum verbunden ist.

Was sollte man am 31. Oktober auf jeden Fall tun?

  • Falls möglich und noch nicht geschehen, in Vorbereitung auf Allerheiligen und auf die Allerseelenablässe beichten gehen.
  • Nochmal gut durchlesen, wie die Ablässe für Allerseelen erworben werden.
  • Einen Kürbiskopf schnitzen.
  • Aufräumen, Wäsche waschen, knechtische Arbeit tun, alles, was deutlich macht, dass der Feiertag nicht heute ist, sondern morgen.
  • Einen Protestanten verunsichern. Gut geeignet z.B.: „Bist du dir sicher, dass es keinen freien Willen gibt?“, oder auch: „Wow, voll krass, dass ihr wirklich denkt, unsere Taten seien komplett irrelevant!“
  • Eine Halloweenparty besuchen. Es ist übrigens egal, ob man eine katholische oder eine säkulare Party besucht. Wichtig ist, dass man ordentlich feiert um damit die Irrelevanz der Reformation hemmungslos auszuwalzen.
  • Sollte jemand einwenden, dass ein Vigiltag traditionell ein Fasttag ist: Kein Problem, Partys fangen ja selten vor der Vesperzeit an.
  • Als Verkleidung bietet sich alles an, wovor Evangelikale sich fürchten (Hexen und Zauberer z.B.) oder wovor Katholiken sich fürchten (Geist des Pelagius, Pachamama, Piranha, Synodaler Geist…)
  • Wer sich zur Inkulturation bekennen will, kann alternativ in mexikanischer Tradition den Día de muertos begehen und sich farbenfroh gruselig kleiden.
  • Sollten Kinder um Süßigkeiten vorbeikommen, sollte man sie dringend darauf hinweisen, dass sie an St. Martin wiederkommen dürfen (aber mit Lied!).
  • Brauchtum erfinden. Da wir Halloween noch nicht so lange feiern, können wir hier noch nachbessern, was das betrifft. Wie wäre es z.B. mit einem Essen, bei dem man 95 Sachen vertilgt und damit symbolisch die 95 Thesen ausradiert? Seid kreativ!

No-Gos am 31. Oktober

  • Menschen zum Reformationstag gratulieren. Das ist, als ob ich Leuten zur Beerdigung ihrer Großmutter gratulieren würde: Ich mein‘, 1500 Jahre Geistesgeschichte, unwiederbringliche Kunst, die Vernunft, die kulturelle Einheit Europas und der ordo-Gedanke des Mittelalters, alles geopfert auf dem Altar der Psychose eines Juristen, der sich an ein in Panik gegebenes Gelübde gebunden wusste und, einer zweifelhaften Berufung nachhastend, seinen Seelenfrieden verloren hat. Klingt das nach einem Grund zum Feiern? Hm. Allerdings vong 1 Grusel her passend zu Halloween.
  • Evangelikalen Fake News glauben, die erzählen, Halloween sei ein heidnisches Fest.
  • Okkulten Praktiken frönen. Is klar, oder? Nur, weil wir wissen, was Halloween ist, heißt das nicht, dass alle anderen das auch wissen, und die kommen vielleicht auf komische Ideen.

Habt ihr noch Wichtiges oder Kurioses zu diesem Tag, einen spannenden Brauch, ein leckeres Halloweengericht? Kommentiert doch einfach!

66 Kommentare

  1. LOL
    Das war aber nötig! Danke für die Erinnerung. So wird es kommen, dass ich Abend als Harry Potter verkleidet alleine auf dem Sofa sitze und einen Kürbissaft gegen die Reformation und neurotische Christen trinke. 🍹Auf dich, Mary, und auf den Erlöser!

    • Oh das klingt zugleich super und ein bisschen traurig 😮. Ich gehe zu einer ‚erwachsenen‘ Party- vier Leute, viel essen, wir fangen um 16.30 an und wollen eigentlich alle früh ins Bett und nicht zu viel mit Menschen zu tun haben.🤣 müssen am Freitag halt richtig viel arbeiten.

  2. Anekdotisch, ganz frisch vom Tag:

    1. Meine Zahnärztin hat heute statt der üblichen Becher zum Mundausspülen Pappbecher mit Halloweendesign.

    2. Die (osteuropäische) Zahnarzthelferin machte sich Sorgen, ob ihr Mann ihrer Tochter erlauben würde, sich als Hexe zu verkleiden. Der Mann argumentierte, es wäre Reformationstag, und zu diesem Anlass verkleide man sich nicht als Hexe.

    3. Im Kindergarten wurde Halloween besprochen, auf das die Kinder schon hinfiebern (*augenroll). Augenzeugenberichte Vierjähriger zufolge heißt Halloween, dass man „Süßes oder Saures!“ rufen müsse, dann bekomme man das, was man zuerst sage. Man könne allerdings auf „Pfeffriges oder Süßes!“ rufen, aber dann bekäme man das Pfeffrige, und das können nun wirklich niemand wollen. Wozu das Ganze, blieb der Vierjährigen schleierhaft.

    Bonus für Allerheiligen/Allerseelen: anlässlich meines Friedhofsbesuches sah ich nicht nur Heerscharen an kitschigen Gipsengeln die Gräber verunzieren wie ein Hautausschlag, ich sah auch den ersten Buddha auf einem Grab sitzen und meditieren, direkt unter dem Grabstein mit einem betenden Jesus drauf.

    Mein Fazit, wenn ich denn eines ziehen kann: Halloween setzt sich langsam durch als weiteres Konsumfest, die Entchristlichung des Abendlandes schreitet fort, der Reformationstag ist aber dennoch noch nicht tot.

    NB: To-dos für Halloween/Version Eltern mit kleinen Kindern: Schild vor die Tür hängen, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr geklingelt werden soll. Wenn man sich großmütig fühlt und den Zahnärzten der Umgebung Arbeit verschaffen möchte, Schüssel mit Süßigkeiten dazustellen mit dem Hinweis, nicht mehr als X Stück zu nehmen, damit für die anderen Kinder auch etwas bleibt.

      • geringeres Ausmaß an Ostern: natürlich nicht, weil an Ostern Konsum weniger problematisch wäre als an Weihnachten (natürlich ist das Umgekehrte richtig), sondern weil sich nach meinem Eindruck der Konsumismus dort auch heute noch im großen und ganzen im Rahmen hält.

    • Ich habe – that’s just me – ja gegen Konsum gar nichts einzuwenden. Und während ich die Problematik an Weihnachten und in geringerem Ausmaß Ostern schon sehe, weil da nun einmal Wichtigeres gefeiert wird. (Eine völlige Anti-Konsum-an-Weihnachten-Haltung aus anderen Gründen als Geldmangel würde dennoch keinen katholischen Geist atmen; deswegen ist es eben eine *Problematik*, weil es keine einfache Lösung gibt.) Aber bei einem Konsumfest Halloween kann ich ehrlich gesagt gar nicht sehen, wieso es problematisch sein soll(*). (Gibt es da einen Grund? Die Frage ist nicht rhetorisch.)

      Es ist nicht einmal ganz unpassend, denn der Punkt bei Halloween ist, daß das Thema Tod und Jenseits seine grusligen Aspekte (besser wäre das englische Adjektiv „gloomy“, für das mir keine akkurate deutsche Übersetzung einfällt – vielleicht „düster“) eben *hat* – auch tatsächlich -, und davon kann man sich ganz gut ablenken, wenn man ißt und trinkt.
      Gäbe es keine Auferstehung, so gölte uneingeschränkt „Laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot“, sagt Paulus; und das natürliche Leben wird durch die Auferstehung ja zwar auf seinen Platz verwiesen, aber keineswegs ganz negiert.

      [* einmal abgesehen von der allgemeinen Gefahr läßlicher Sünden gegen die, auch unter Festbedingungen, angewandte Mäßigungstugend.]

  3. Ich sehe Halloween deutlich kritischer.

    Klar, von der Wortbedeutung her hat es einen christlichen Bezug, aber entstehungsgeschichtlich ist es etwas ganz anderes.
    Und selbst wenn es so weit christianisiert ist, dass es „sauber“ ist (worüber ich mir nicht sicher bin), genießen die Leute heutzutage die Lust am Gruseln und am Dämonischen, das kann leicht die Lust auf Okkultes wecken (und manchmal ist die Trennlinie wohl schon überschritten).

    Ich persönlich werde das später bei meinen Kindern nicht unterstützen (aber wohl auch nicht rundheraus verbieten), und wenn ich könnte, würde ich Gegenveranstaltungen anbieten (Allerheiligenfest mit Heiligengeschichten z.B.). Leider habe ich wenig Kontakt zu Leuten, die ähnlich denken, deswegen wird es wohl nicht dazu kommen.

    Noch eine Sache Ich bin katholisch, halte aber nichts von ständigen Sticheleien gegen Protestanten, wie sie leider in diesem Text durchklingen. Umgekehrt kann ich es auch nicht leiden, wenn Protestanten sich über uns lustig machen, wie das z.B. bei dem (ansonsten sehr guten) Karikaturisten Werner „Tiki“ Küstenmacher zu beobachten ist.

    • Es geht mir nicht um Sticheleien, sondern um faktische Irrtümer in Protestantismus. Ich verpacken sie gern satirisch bis ironisch, das it aber nur eine Stilfrage. Die inhaltlichen Fehler, die dem Protestantismus innewohnenden, müssen benannt werden. Ich kann natürlich damit leben, wenn jemand meinen Humor nicht teilt, aber man kann sich auch die Mühe machen, die tatsächliche Kritik zu untersuchen- die Lieblosigkeit Gottes vor allem im Puritanismus ist evident. Ich war übrigens selbst evangelisch und gehe sicher auch deshalb sehr respektlos damit um (mit der Irrlehre- ich weiß, dass es wunderbare, tiefgläubige und fromme Protestanten gibt, von denen auch ich mir eine Scheibe abschneiden sollte! Definitiv! Sie beachten aber selbst ihre eigenen Glaubenssätze nicht oder haben in bestimmten Bereichen Probleme. Ich kenne z.B. eine sehr fromme Familie, die ich in vielem bewundere-aber sie lassen ihr Kind nicht taufen. Da muss ich dann sagen, ja, ich achte und respektiere sie, aber da machen sie einen gravierenden Fehler). Ich habe keine Geduld für so einfach festzustellende Irrtümer, dass gebe ich freimütig zu.

  4. Ich habe hohen Respekt vor gläubigen Protestanten. Niemand kann sich schließlich aussuchen, in welches weltanschaulich-religiöse Umfeld er hineingeboren wird bzw. darin aufwachsen muss.

    Ich gebe zwar auch unumwunden zu, dass die protestantische Leugnung des freien Willens nonsense ist ebenso wie die protestantische Verdammung der sog. guten Werke als „Werkgerechtigkeit“.

    Beides geht m.W. auf M. Luther zurück, der für Protestanten immer noch sakrosanknt ist – trotz z.B. seines abscheulichen Antisemitismus.

    Trotzdem würde ich mich hüten, Protestanten deswegen und damit aufzuziehen oder gar zu verspotten, denn damit erreicht man erfahrungsgemäß beim Gegenüber gar nichts außer Bockigkeit.

      • Hm, warum aber HIER unbedingt Andersdenkende provozieren statt einfach freimütig nur von der eigenen Überzeugung zu sprechen und so unaufgeregt Zeugnis zu geben?

        Ironie kann recht kränkend und verletzend sein.

      • Zuerst einmal: „warum muss man unbedingt…“. Man muss nicht. Man kann und darf, und von Unbedingtheit rede ich gar nicht. Diese Verabsolutierung halte ich für völlig fehl am Platze.

        Ich halte ein achtungsvolles Miteinander der Konfessionen für eine gutgemeinte Illusion. Evangelische Publikationen stecken voller respektloser Falschdarstellungen und Lügen, und zwar ohne jede Selbstironie oder Reflektionsfähigkeit. Protestantismus kann gar nicht wirklich respektvoll uns gegenüber sein, weil er dann sofort sich selbst verleugnet- schließlich existiert er nur aus Opposition gegen den katholischen Glauben. Achtung und Respekt kann man bei Lügen meiner Ansicht nach nur vor den MENSCHEN haben, nicht vor den falschen Konfessionen, und es hilft gar nichts, so zu tun, als hätten Protestanten Respekt vor unseren Glauben. Haben sie nicht, selbst wenn sie es denken. Z.B. die Hochkirchler, die das behaupten, dann aber katholische Kommunion empfangen? Was für Respekt soll das sein?

        Dann kann man das nicht gleichsetzen, weil es hier nicht um zwei grundsätzlich gleichwertige Meinungen geht (sind Spaghetti leckerer als Kartoffeln?), sondern um Wahrheit und Unwahrheit. Die Lehre der katholischen Kirche ist ohne Abstriche wahr, die Argumente von Soulsaver sind es nicht.

        Und schließlich: Ich lache auch über Witze auf meine Kosten, wenn sie gut gemacht sind – es sind also einfach nicht alle Leute so wie Sie! Z.B. habe ich einen guten evangelischen Freund, der, wenn ich sage, dass jemand gut aussieht, der etwas jünger aussieht, natürlich einen Spruch wie „klar, ihr Katholiken steht ja auch auf Zwölfjährige“ bringt. Wir lachen beide darüber, obwohl das ja AN SICH bösartig wäre. Es ist aber eben nur ein Witz und ich entscheide, ob mich das beleidigt oder nicht. Dieser Mensch hat übrigens mehr Verständnis für den Katholizismus als viele zart besaitete „Achtsame“, aber er will sich einen guten Spruch nicht entgehen lassen.

        Wie gesagt: Wenn Sie keinen Sinn für Ironie haben, dann ist das Ihre Sache, und ich akzeptiere das, dann ist es Ihr Recht, sie zu ignorieren. Es gibt aber Menschen, die nicht bierernst durchs Leben gehen, sondern auch über sich selbst lachen können. Das sind im 21. Jahrhundert eher wenige, ich halte aber daran fest, dass das eine unheimlich wichtige Eigenschaft ist, die auch Ausweis von echtem Intellekt ist, weil sie beweist, dass man auch zur eigenen Position eine gewisse Distanz haben kann.

        Darum finde ich es auch wichtig, Polemik ertragen (und anwenden) zu können. Das sind rhetorische Techniken, die, wenn Leute entsprechende Bildung und Reife haben, gerade dadurch den echten Konflikt entschärfen, weil man zugleich lachen kann. Sie sind Ausweis von sprachlicher Leichtigkeit und Leistungsfähigkeit, die zu Kultiviertheit dazu gehört.

        Sie können mir also glauben: nicht jeder tickt so wie Sie.

      • Oha, da kommt aber eine ganze Menge Galligkeit von Ihnen rüber.

        So locker und leicht, wie Sie hier glauben machen wollen, scheinen Sie dann doch nicht zu sein.

      • Sorry, wenn Sie meinen, das sei fällig. So ist es gar nicht gemeint gewesen. Es ist halt bloß so: Sie reden von Achtsamkeit, schließen aber konsequent von sich auf andere. Das tu ich ja gerade NICHT! Ich erwarte nicht, dass jemand Ironie oder Polemik mag und schätzt. Ich finde es total in Ordnung, sie nicht zu mögen.
        ABER es macht m.E. nach eben auch keinen Sinn, was Sie da argumentativ wollen, und das ist etwas nervig, vielleicht kam das fällig rüber. Denn es ist ja nun einmal so: Dass Sie das nicht mögen, heißt nicht, dass niemand es mag, weshalb diese generelle Ablehnung eben einfach unsinnig ist meiner Ansicht nach. Denn es ist eben nicht jeder wie Sie und ich finde es seltsam, das einzufordern und gleichzeitig von Achtsamkeit zu reden.

      • „Das sind rhetorische Techniken, die, wenn Leute entsprechende Bildung und Reife haben, gerade dadurch den echten Konflikt entschärfen, weil man zugleich lachen kann. Sie sind Ausweis von sprachlicher Leichtigkeit und Leistungsfähigkeit, die zu Kultiviertheit dazu gehört.“

        Liebe maryofmagdala, absolute Zustimmung! Man kann dies mit so vielen Beispielen unterfüttern, das fängt schon mit den athenischen Rednern an, die sich in der Volksversammlung Hurenböcke, Säufer und Nepotisten geheißen haben. Dass Sie darauf hinweisen müssen, zeigt, wie sehr ‚geschichtsvergessen‘ unsere Gesellschaft in D geworden ist. Allein deswegen liege ich Ihnen und Ihrem Blog zu Füßen. Leider bin ich selbst ein trockener und pedantischer Wissenschaftler, die Kunst Ihrer pointierten Scharfzüngigkeit geht mir einfach ab. 🙂

        Meiner Meinung nach können Sie sich auch mit dem allerbesten Recht auf unseren Herrn berufen. Wenn man die Evangelien unvoreingenommen liest und nicht meint, man habe einen Sandalenhippie vor sich, spürt man doch in jedem Satz, wie scharfzüngig und polemisch er gewesen ist. Der Herr muss ein ziemlich witziger Typ gewesen sein, wenn es notwendig war.

        Heutzutage sind die Leute ja alle furchtbar gebildet, „skeptisch“, „kritisch“ und schrecklich lieb zueinander. Dabei wissen sie weder, was „skeptisch“ bedeutet („genau betrachtend“), noch, was „kritisch“ („genau unterscheidend“). Denn dieses tun sie meistens nicht: genau betrachten und unterscheiden. Unserer Zeit krankt doch gerade daran, dass es keine Polemik mehr gibt. Übrigens auch eine Folge des Protestantismus und seiner Überbetonung des ach so wichtigen und einzigartigen Individuums. Unsere Kirchen wären in einem anderen Zustand, wenn sie über die Wahrheit noch ernsthaft streiten würden. Stattdessen meint man häufig, man müsse sich zusammentun, weil die Christen immer weniger werden, anstatt anzuerkennen, dass sie doch grade deswegen immer weniger werden, weil die Kirchen den Christen nix mehr zum beißen geben.

        Und wie in unseren Großkirchen in D jeden Tag „unaufgeregt Zeugnis abgelegt“ wird, das kann man doch jeden Tag beobachten. :/ In der Politik das gleiche Problem.

        Der soulsaver-Blog ist übrigens echte Realsatire, ich finde das ziemlich lustig. Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr reibt, und so… 🙂 Als Historiker beschäftige ich mich gerade bestimmten Aspekten der spätantiken Kirchengeschichte und muss sagen: die Päpste waren oft ziemlich uninformiert und haben meistens nicht so genau verstanden, warum sich eigentlich die Griechen die Köpfe eingeschlagen. Aber sie hatten dennoch immer ein ungemein genaues Gespür, wohin die Reise im Sinne der „Katholizität“ gehen muss. Das Selbstbewusstsein und den Primatsanspruch, den Rom entwickelt hat, halte ich deshalb für vollkommen berechtigt. Es sind die orthodoxen Kirchen (leider), und die Protestanten, die ein Ökumeneproblem haben, nicht die katholische Kirche. Bei allen menschlichen Irrungen und Wirrungen ist sie immer ein dicker Dampfer der Rechtgläubigkeit gewesen. Kein Kirchenvater war theologisch nicht mal ansatzweise das, als was man heute einen Protestanten bezeichnen würde. Und die EKD hat sich in vielen ethischen Punkten von einem christlichen, überkonfessionellen Konsens entfernt.

        Nein, der Katholizismus hat kein Ökumeneproblem.

      • Erst mal vielen Dank für das Kompliment? *rotwerd*.

        Ich kann Ihre Aussagen gar nicht genug „liken“. Sehe ich ganz genauso. Wann immer man mit einem Menschen spricht, dem es um Wahrheit geht, kann man hervorragend miteinander streiten. Auch absolut D’accord, was die Ökumene etc. betrifft!

      • „Kein Kirchenvater war theologisch nicht mal ansatzweise das, als was man heute einen Protestanten bezeichnen würde.“

        Da hat sich durch Korrektur versehentlich eine doppelte Verneinung eingeschlichen, muss natürlich heißen: Kein Kirchenvater war theologisch ansatzweise das, als was man heute einen Protestanten bezeichnen würde.

      • Hallo Herr S., das von ihnen zitierte Pamphlet enthält zwar inhaltlich nicht nur Häresie, was eh klar ist, sondern leider auch abstruse und nicht ernstnehmbare Verschwörungstheorien – aber das ist der *Inhalt*.

        Zur Polemik hingegen kann ich nur sagen: Ach, wenn unsere Gegner doch alle so wären.

        Wobei man Gerechtigkeit walten lassen muß: Das langweilige alle Wort- und sonstigen Spenden erst von drei metaphorischen oder auch echten Instanzen auf Unbedenklichkeit und damit meist auf Unverbindlichkeit gegencheckende Getue, das ich – tut mir leid – nun einmal vor Auge habe, wenn ich von Ihnen die Worte „respekt- und achtungsvolleres Miteinander“ (im Komparativ auch noch) höre – das geht von den Protestanten, selbst von den heutigen Mainstream-Protestanten, weit weniger aus als von einer gewissen Fraktion der Katholiken.

        [Der „Witz“ mit der Ephebophilie wäre mir aber tatsächlich auch zu viel – und zwar deswegen, weil es hier eben um wirkliche Verbrechen geht, bei denen die Unschuld der Kirche der Welt tatsächlich nicht vollkommen klar ist. Ich würde vermutlich, wenn „Arschloch“ und kommentarlos verschwinden keine Optionen sind, mit „Watschen kann ich mich selber besser“ reagieren und mir dann, mit aller Kraft (nicht nur symbolisch) eine Watsche auf die rechte Backe verpassen, damit der mal sieht, was er mir antut. Ich denke aber, daß meine Backe schon soviel aushält, daß er solche Witze noch ein paarmal bringen könnte.]

      • Ich finde es nur nicht recht ehrlich, mit einem Protestanten anders zu SPRECHEN und hier in der konservativ-katholischen Filterblase dann anders zu schreiben und gegen die evangelischen Glaubensgeschwister vom Leder zu ziehen.

        Auch Ihre Konversion ist dafür keine rechte Entschuldigung, verehrte Mary of Magdala.

      • Ich brauche dafür keine Entschuldigung. Es ist schlicht eine Erklärung, warum ich es so handhaben, keine Rechtfertigung dafür. Paulus sagt, er wolle den Griechen ein Grieche sein etc. Ich halte mit der Wahrheit nicht hinterm Berg, aber es ist keine Frage der Ehrlichkeit, die Wahrheit so zu sagen, dass sie angenommen werden kann- das war doch der Ausgabgspunkt Ihrer Kritik, der ich ja soweit auch zugestimmt habe, oder nicht. Unter Seinesgleichen kann man anders reden, weil man dieselbe denkerische Grundlage hat. Wenn z.B. ein Protestant ein völlig anderes Sündenverständnis hat, dann kann ich ihm nicht einfach sagen „x ist Sünde“, weil er dann etwas anderes versteht als was man meint. Dasselbe gilt für Witze, Ironie und Polemik. Wenn ich weiß, dass ein Mensch sehr verletzlich ist in einer Sache, dann versuche ich, darauf in der Formulierung Rücksicht zu nehmen.

      • Ach nee. Klugheit und Taktgefühl verbunden mit dem aus Nächstenliebe hervorgehenden (ich moralisier‘ nicht gern, aber wenn man sich dafür schon entschuldigen muß) Wunsch, das letztere auch einzusetzen, ist jetzt auf einmal „unehrlich“?

        Kein Wunder, daß die Ehrlichkeit einen so schlechten (ich meine „unerfüllbar“, „unpraktikabel“ etc.) Ruf hat – insgesamt genaugenommen eine ziemlich raffinierte Attacke auf die Moral durch einseitige Übertreibung derselben.

        In Wirklichkeit dagegen ist es so: Ehrlich währt am längsten; aber es muß das richtige „ehrlich“ sein, nicht das pseudomäßig übertriebene.

        —–

        That being said, ob man nun in der eigenen Schublade, sonstwo privat im kleinen Kreis oder auf einem immerhin öffentlichen Blog „gegen die evangelischen Glaubensgeschwister vom Leder zieht“, macht ja gar keinen so großen Unterschied der Sache nach; und es nicht zu tun ist keine Alternative. Halten Sie es also für besser, mit ihnen entweder gar nicht erst zu reden oder aber auch im direkten Gespräch mit ihnen, anderweitigen Bekannten z. B. voll „vom Leder zu ziehen“, und zwar nicht nur gelegentlich oder meistens oder wenn die Situation es erlaubt oder verlangt, sondern immer ohne Ausnahme?

        Denn das wären die Alternativen – sich auch innerlich gar nicht über sie beschweren ist keine. Ich persönlich bin übrigens auch pflegeleichter, wenn ich Dinge nicht immer in mich hineinfresse.

  5. Hm, ich stelle nur ganz nüchtern fest – übrigens ohne meine Bildung oder meinen Intellekt immer mal wieder protzig herausstellen zu müssen – dass in meinem Lebensumfeld, welches vorwiegend evangelisch bzw. konfessionslos geprägt ist, gerade die ja theologisch gebildeten Hauptamtlichen recht gut über die Konfessionsgrenzen miteinander sprechen und auch respektvoll und entspannt zusammen statt gegeneinander arbeiten können.

    Das gilt gottlob auch für doch nicht wenige Laienchristen – für mich ein ermutigendes Zeichen.

    Ich zumindest betrachte auch Evangelische als Christen, die nach dem schönen Bild des hl. Apostels Paulus als Glieder (oder heute würde ich sagen: Zellen) zu dem einen Leib der weltweiten Christenheit gehören, dessen Haupt der Herr Jesus Christus selbst ist.

    Auf Unverschämtheiten meines konfessionsverschiedenen Gegenübers wie die von Mary of Magdala zitierte angeblich „witzige“ Rede ihres ev. Bekannten von der pauschalen Ephebophilie der Katholiken kann ich getrost verzichten – da bin ich echt „humorlos“.

    • Zu letzterem siehe oben.

      >>gerade die ja theologisch gebildeten Hauptamtlichen

      Wenn ich jetzt sagen würde, daß das ja genau die sind, die den Karren in den Dreck gefahren haben, wäre das eine Übertreibung. Aber eine in die richtige Richtung.

      Wobei, Disclaimer:

      >>recht gut über die Konfessionsgrenzen miteinander sprechen und auch respektvoll und entspannt zusammen statt gegeneinander arbeiten können.

      Natürlich ist ersteres an und für sich gut und je nach Projekt ggf. auch letzteres. Ich habe nur den Verdacht, daß wir beide Unterschiedliches meinen; denn das, was ich meine, ist eine Selbstverständlichkeit. Ich kann im wesentlichen auch mit, sagen wir, Kommunisten und mit missionarischen Veganern „respektvoll miteinander sprechen“, was übrigens kein theoretisches Szenario ist, sondern durchaus nicht ganz unerprobt.

      >>Ich zumindest betrachte auch Evangelische als Christen, die nach dem schönen Bild des hl. Apostels Paulus als Glieder (oder heute würde ich sagen: Zellen) zu dem einen Leib der weltweiten Christenheit gehören, dessen Haupt der Herr Jesus Christus selbst ist.

      Die weltweite Christenheit (das Wort haben Sie ja ganz bewußt gewählt) ist kein Leib. Man kann sie vielleicht metaphorisch so nennen, aber das verwirrt die Sache, und das hat Paulus auch nicht gemeint. Der Leib, der nicht nur ein metaphorischer ist, sondern ein wirklicher (sakramentaler) ist vielmehr die *Kirche*, Punkt. Genauer: die Ecclesia Christi quae subsistit in Ecclesia catholica – einfacher wird die Sache nicht: der Protestant gehört natürlich nicht gar nicht dazu, sondern schon auch irgendwie, aber halt auch wieder nicht so richtig und jedenfalls nicht so, wie der Leib *gemeint* ist. Im Bild fällt mir am ehesten das von einem abgebundenen kleinen Finger ein oder sowas.

      • Aus wirklich unerfindlichen Gründen bist du mal wieder nicht automatisch freigegeben, warum auch immer.

        Zum Witz: den Witz würde er mit dir gar nicht machen.das ist dann eben die Verantwortung des Polemikers.

      • Na, mit dem Leib Christi und die Rolle der Nichtkatholiken darin kommen Sie ja erheblich ins Trudeln, Nepomuk.
        Fallense bloß nicht um dabei.😊

        Was glauben Sie wohl, wie andere christliche Konfessionen und Denominationen wohl das von Paulus gebrauchte Bild auslegen? Denn die Paulusbriefe gehören auch zu deren neutestamentlichem Bibelkanon.

        Vielleicht mal ein paar Gänge zurückschalten und etwas bescheidener schreiben, nicht wahr…?

      • „Fallense bloß nicht um dabei.“

        Dafür, dass Ihnen der Ton in diesem Blog nicht gefällt, sind Sie aber auch nicht übel. 🙂

        Vor allem, wo grade ein sehr süddeutsch-rheinisches Milieu hier in der Diskussion vorherrscht, da hört man so ein preussisches Schnarren nicht so gern… 🙂

      • „Woran wir heute leiden, ist Demut am falschen Platz. Die Bescheidenheit hat sich von dem Organ, das für den Ehrgeiz verantwortlich ist, wegbewegt und sich auf dem Organ niedergelassen, das für das Überzeugtsein verantwortlich ist. Dafür war sie aber nie vorgesehen. Vorgesehen war, daß ein Mensch an sich selbst zweifelt, aber die Wahrheit unbezweifelt läßt; und dies ist nun exakt umgekehrt worden. Wir sind dabei, eine Rasse Menschen zu produzieren, die mental zu bescheiden sind, um an eine Multiplikationstafel zu glauben.“

        (G. K. Chesterton)

        In diesem Sinne:

        1. Daß ich (in diesem Sinne) unbescheiden sei, nehme ich als Lob, das übrigens vermutlich sogar unverdient ist.

        2. Es ist ja mal ein ganz klasse Argument, daß die Paulusbriefe „auch zum Kanon der protestantischen Konfessionen gehören“. Und? Das tut auch der Jakobusbrief. Und der Protestantismus ist mehr oder weniger aus einem offenen, direkten und unkaschierten Widerspruch zum Jakobusbrief hervorgegangen.

        3. Ich bin hier auch nicht ins Trudeln gekommen (das hätte ich gemerkt) sondern wollte bloß einen komplizierten Sachverhalt einigermaßen korrekt und noch verständlich darstellen.

        Einfacher ist die Sache nicht.

        Und *wenn* vereinfacht, dann ist die einzig richtige Vereinfachung *die*: Der Protestant gehört nicht zum Leib, Punkt, weil er nicht zur Kirche gehört und die Kirche der Leib ist. Er kann gerettet werden, aber das ist deswegen, weil und insofern, als er, ohne es zu wissen, eigentlich katholisch ist.

        Das ist eine Vereinfachung (und außerdem die vorkonziliare Lehre der Kirche, der das Konzil aber hier mit Recht etwas tiefere Nuancen verpaßt hat); sie stimmt nicht ganz so – aber sie hat die schöne Eigenschaft, dass sie nicht weit von der detaillierten Wahrheit ist und in allen *praktischen* Fragen zum selben Ergebnis wie die (nachkonziliare) Lehre der Kirche kommt.

      • Na, da hab ich ja richtig in ein Wespennest – äh eine Filterblase – gestochen und mehr oder weniger zornig und aufgeregt „brummen“ hier jetzt mit MARY OF MAGDALA, SOKLEIDAS und NEPOMUK gleich 3 Poster um mich herum und versuchen, mich „an- oder auszustechen“.

        Ich habe lediglich als gläubiger Katholik die Chuzpe gehabt, ebenfalls gläubige Protestanten gegen – wie Bernhard es nennt: Sticheleien – in Mary’s obigen Artikel in Schutz zu nehmen.

        Sie können es noch so wortreich in Abrede zu stellen versuchen: So sollte man im 21. Jahrhundert nicht mehr mit Glaubensgeschwistern anderer Konfession umgehen – auch nicht, wenn hier wohl vorwiegend nur Katholiken reinschauen.

        Denken Sie mal an des Herrn Gleichnis vom barmherzigen Samariter – der war für damalige rechtgläubige Juden bzgl. seiner religiösen Auffassung etwas ähnliches wie für Sie offenbar evangelische Mitchristen – ja CHRISTEN!

        Christen über die Sie, Mary sich hier u.a. echauffieren, weil sie [vielleicht als Freikirchler?] die Babytaufe ablehnen, ihr Kind erst in die Bibel Schule schicken und es erst dann getauft wird?

        Ich werde übrigens selbstverständlich Mary’s Aufforderung, hier Urteile Dritter über den katholischen Ablass zum Besten zu geben, NICHT nachkommen.

        Wenn da Kontroversen zwischen mir und anderen entstehen, so ist es am sinnvollsten, sie möglichst sachlich direkt zu klären – falls das vom Kenntnisstand und gegenseitigem Vertrauen der Gesprächspartner her überhaupt möglich ist.

        Auf letzteres zielte übrigens mein Hinweis auf entsprechende Befragung praktizierender Katholiken.

      • Ich echauffieren mich nicht. Ich sorge mich um das Seelenheil eines Kindes. Und nein, es handelt sich nicht um evangelikale Christen, sondern um solche, die selbst als Kinder getauft worden sind und in Gemeinschaften groß geworden sind, die sie praktizieren. Wieso unterstellen Sie eigentlich so viel?

        Zur Bubblestecherei: Wenn Sie meinen – ich stamme aus einem atheistisch-muslimischen Umfeld und bewege mich in einem säkular-atheistischen. Mich in einer Filterbubble zu vermuten, ist ambitioniert. Aber: Ja, WEIL ich im Alltag mit allen möglichen Haltungen konfrontiert bin, ist es mir wichtig, als Ausgleich auch eng in Kontakt mit rechtgläubigen Katholiken zu stehen und mich mit ihnen auszutauschen. Das ist kein Widerspruch zu Auseinandersetzung mit anderen, sondern eine Ergänzung.

        Es ist übrigens normal, dass Leute Blogs lesen, deren Inhalt ihnen zusagt. Ich habe weder Nepomuk noch Sokleidas gebeten, für mich Partei zu ergreifen- bloß scheint es Ihnen ja extrem schwerzufallen, sich vorzustellen, dass andere tatsächlich anders denken als Sie. Verblüffend.

        Sie gehen schon seit einigen Kommentaren auf keinen Punkt mehr ein, sondern fahren Ihre eigene Schiene von erfundenen Sachverhalten (z.B. „echauffieren“- ein unverschämter Vorwurf, der frei erfunden ist.) Schade.

        Und zuletzt: Verstehen Sie wirklich nicht, dass es ein Unterschied ist, ob ich einen Menschen oder eine Ideologie akzeptiere? Also, akzeptieren Sie Nationalsozialismus? Ich denke nicht! Aber ich hoffe doch, dass Sie auch in einem Nazi ein geliebtes und gesuchtes und umworbenes Kind Gottes sehen?

      • Sie schreiben schließlich mit Ihrer ganzen Autorität (woher nehmen Sie die?): „Sie können es noch so wortreich in Abrede zu stellen versuchen: So sollte man im 21. Jahrhundert nicht mehr mit Glaubensgeschwistern anderer Konfession umgehen“. Bitte. Das ist Ihre Meinung. Gut. Habe ich wahrgenommen und respektiere ich.

      • @maryofmagdala:
        Den Protestantismus mit einer politischen Ideologie zu vergleichen – noch dazu mit dem verbrecherischen Nationalsozialismus – halte ich gelinde gesagt für „unglücklich“.

        Nein, das ist Polemik. Der Protestantismus ist keine Ideologie sondern eine christliche Konfession, die u.a. unser apostolisches Glaubensbekenntnis nahezu wortwörtlich auch in den evangelischen Gottesdiensten betet.

        Glauben Sie etwa, dass Jesu Zusage aus Mt18,20 „Wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ für evangelische Gottesdienst-Versammlungen nicht gilt?
        Wo doch gerade im Protestantismus das „Solus Christus“ gilt und hochgehalten wird.

        Wieso reagieren Sie zudem so zickig auf das von mir gebrauchte Wort des Ihrerseitigen „echauffierens“ über wie Sie schreiben „fromme“ evangelische Christen, nur weil diese ihr Kind nicht als Baby taufen lassen, sondern es offenbar erst den Glauben selbst kennenlernen lassen wollen?

      • Sie weichen aus. Es geht hier darum, ob Sie den Unterschied zwischen einer Weltanschauung und dem Menschen, der sie vertritt, verstehen. Das Beispiel ist nur gewählt, weil es durch seinen extremen Charakter besonders anschaulich ist. Deshalb einen auf pikiert zu machen, ist schlicht unredlich.

        Zuerst ist die Frage, ob man meint, was man betet. Abgesehen davon gibt es noch zwei weitere bindende Glaubensbekenntnisse, und auch ein Wörtlein kann entscheidend sein. Die Christusgläubigkeit spreche ich Protestanten nicht ab. Die Katholizität wollen die meisten von ihnen selbst nicht. Die muss ich also gar nicht absprechen, die ist nicht vorhanden.

        Solus Christus wird behauptet, aber nicht gehalten. Abgesehen davon ist die sakramentale Gegenwart Christi anders zu bewerten. Ich bin davon überzeugt, dass Christus auch bei vielen Heiden und Andersgläubigen da ist!

        Ich möchte diese Familie nicht weiter thematisieren. Ich habe es als leicht einsichtiges Beispiel gewählt und ich nehme Ihnen übel, dass Sie es bewusst verfälschen. Die Taufe ist nicht Menschenwerk, sondern GOTTES Angebot an den Menschen. Wer nicht getauft ist, steht unter dem Gesetz der Erbsünde. Wenn Eltern, denen dieses eigentlich vermittelt worden ist, ihr Kind nicht taufen, haben sie das Sakrament nicht verstanden und enthalten ihm wichtige Gnaden vor. Das ist ein Fakt und ich echauffiere mich nicht darüber, sondern benenne dies als Beispiel dafür, dass gute evangelische Christen dennoch wichtige Lehren nicht in der Fülle verstehen können, weil ihre Gemeinschaften Irrlehren über die Wahrheit vermitteln und so auf falsche Wege führen. Wenn es Sie es in Ordnung finden, dass Eltern ihren Kindern die Taufe vorenthalten, stehen Sie in dieser Hinsicht nicht auf dem Boden der Lehre und sind offensichtlich soweit protestantisiert, dass sich weiterer Austausch erübrigt.

    • Ja, und das ist ja in Ordnung. Ich erwarte nicht, dass jeder tiefschwarzen Humor hat. Ich verlange nur, dass Sie ihn tolerieren, mehr nicht.

      Mal ganz praktisch: Dann fragen Sie doch mal on Ihrem Umfeld nach, was diese Menschen so über Ablass denken. Würde mich (ganz unpolemisch) interessieren. Ich finde es übrigens nicht sehr achtsam, meine Aussagen zu ignorieren ich sage es jetzt zum dritten Mal: Ja, es ist ganz wichtig und auch unproblematisch möglich und Sache des allgemeinen Anstands, mit den MENSCHEN anderer Konfessionen achtsam und respektvoll umzugehen.

      • Fragen Sie mal in Ihrem Umfeld nach, was wohl durchschnittliche heutige Katholiken, durchaus praktizierende Kirchgänger, vom Ablass wissen und halten – Sie werden staunen.

      • Nein, ich weiß, dass es darum nicht gut bestellt ist. Aber mangelndes Glaubenswissen ist eben ein Mangel. Und gerade in diesem Fall eben auch unterstützt von evangelischen Fake News, die etwas völlig anderes als Ablass behaupten als was es ist. Machen Sie es doch einfach- fragen Sie, und posten Sie die Antwort hier. Würde mich ehrlich interessieren.

      • „Fragen Sie mal in Ihrem Umfeld nach, was wohl durchschnittliche heutige Katholiken, durchaus praktizierende Kirchgänger, vom Ablass wissen und halten – Sie werden staunen.“

        Diese Frage habe ich auch schon oft gestellt – und keinen Anlass zu Optimismus. In der Regel wird gar nicht genau gewusst, was ein Ablass ist (‚Erlass der Sünden gg. Geld‘ heißt es da halt). In der Klimadebatte wird ja immer öfter von gewisser Seiten von „Ablasshandel“ gesprochen. Das ist vollkommen holprig und funktioniert nur deswegen, weil ausgeblendet wird, dass ein Ablass Beichte und Umkehr voraussetzt und keinen Freibrief gewährt, weiter zu sündigen.

        Das mit dem Durchschnittskatholiken in D ist ja so eine Sache…

      • Und daß es Katholiken gibt, denen die Wahrheit nie beigebracht worden ist oder die sich weigern, sie anzunehmen (oder beides) – etwas, das *niemand* bestreitet – beweist genau was?

        Und wenn es auf der ganzen Welt keinen einzigen rechtgläubigen Katholiken gäbe (es ist prophezeit, daß das nicht eintreten wird, Mt 16,18d, aber es ist nicht denkunmöglich), so bliebe dennoch die Wahrheit die Wahrheit.

  6. So, so Nepomuk. Sie behaupten vollmundig:

    Der Protestant gehört nicht zum Leib Christi (Punkt)!

    ???

    Oooder vielleicht doch, weil/wenn er eine Art unbewusster Katholik ist, dann kann er doch noch gerettet werden…

    ???

    Sehen Sie, genau solch eine krause Argumentation bezeichnete ich als „Trudeln“.

    Erklären Sie sowas mal einem gläubigen Protestanten [Mein wohlgemeinter Rat: besser nicht].

    • Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Das behaupte ich nicht; sondern ich behaupte, daß das die *Vereinfachung* des Sachverhalts wäre.

      Aber an dem Vereinfachten ist nichts krause und nichts getrudelt. Es gefällt Ihnen nur nicht. (Es ist nur etwas, wie gesagt, vereinfacht.)

      Und die vereinfachte Fassung – aus Rücksichtnahme vor dem Unwillen und der daraus resultierenden Unfähigkeit des modernen Menschen, Nuancen zuzulassen, wenn ihm das Ergebnis auch *mit* den Nuancen nicht gefällt, eher *nicht* die nuancierte unvereinfachte – kann man durchaus auch einem gläubigen Protestanten erklären.

      Wenn man bereit ist, es zu ertragen, daß er einem dann die Freundschaft aufkündigt, versteht sich. Aus menschlicher Schwäche, und daneben vielleicht auch ein bißchen ernsthaft aus Taktik – aus keinen anderen Gründen -, würde ich vermuten, daß ich dazu sehr oft nicht bereit bin; aber immerhin auf Nachfrage nicht lügen traue ich selbst so jemandem wie mir zu. Und ich würde dann vermutlich so etwas wie „vereinfacht gesagt“ oder die sehr schöne englische Floskel „for all practical purposes“ dazusagen, damit ich formal korrekt bleibe.

      • Nepomuk, Sie weichen aus statt klar zu antworten, was Sie offensichtlich nicht können und was ich meinerseits nachvollziehen kann.

        Ich empfehle Ihnen im Brief des Apostels Paulus an die Korinther 1Kor12,12-17 doch nochmal genau nachzulesen, was er über den Leib und die Glieder desselben schreibt – u.a. dass sich eben kein Glied des einen Leibes über andere erheben sollte.

        Genau letzteres wird leider unter Christen verschiedener Konfessionen immer wieder praktiziert und wurde hier leider auch wiederholt getan.

        Ja, man versteigt sich sogar dazu, den konfessionsverschiedenen Christen das Gliedsein im Leibe Christi abzusprechen, obwohl sie doch das nahezu identische Glaubensbekenntnis und Vater unser sprechen, die gleiche sogar anerkannte Taufe haben und auch auf des Herrn Zusage aus Mt 18,20 in ihren Gemeindeversammlungen vertrauen.

  7. Lieber Herr S

    Wenn ich mir Ihre Unterstellung so ausmale, wie Sie etwa andeuten, eine holde, hilflose Mary würde der Rettungen durch Zwei (mit mir Drei) Musketiere / „Ritter ohne Furcht un Tadel“ bedürfen, dann zeigt mir Marys Antwort von heute das es ihre Höflichkeit ist und nicht ihr Unvermögen, dass sie bisher bewahrt hat. Ihnen ist beim Bad in den Argumenten nicht bloß ein Lindenblatt auf den Rücken gefallen, sondern etliche Blätter des Paulownia tomentosa, die Mary in ihrer Antwort vom 3. November benennt.

    Zu der Filterblase von der Sie fabulieren:
    Eine Künstlerin, ein Wissenschaftler und ich, ein Techniker; eine aus einem muslimisch atheistischen Eck über den Protestantismus zur katholischen Kirche Gekommene, zumindest ein „immer“ schon katholisch Gewesener; das Rheinland, Bayern und Österreich vertreten; einige in der TLM angekommene und ein Österreicher, der nicht übermäßig davon begeistert ist, … wenn bloß alle „Filterblasen“ mit einer so geringen Anzahl an Mitgliedern bereits so divers wären, das Wort hätte alle Bedeutung verloren. Das Selbstbewusstsein, mit dem Sie diese Behauptung aufstellen kann ich mir nur mit Ihrem Mangel an Erkenntnis erklären.

    Ein anderes Bild ist treffender: Sie im Auto, das Radio tönt: „ein Geisterfahrer auf der A24“, darauf Sie: „nicht einer, nein, drei, vier, viele“.
    Es ist nicht ihr verdienstvolles Aufstechen einer Blase, sondern Ihre oft schrägen Thesen, die zu den Reaktionen von Nepomuk, Sokleidas und mir führten.

    Ich erinnere mich nicht mehr ob es ein katholischer Slowake aus den Untergrund oder ein Pole war, aber er sagte, dass selbst die entschiedensten Kämpfer gegen den Kommunismus von diesem beeinflusst wären. Es könnte hilfreich sein, in der norddeutschen Diaspora und in Gremien darüber zu reflektieren, wie sehr man bereits vom Dialog mit den Protestanten ebenso beeinflusst ist. Das muss nicht alles immer schlecht sein, aber genauso wenig wird es immer gut sein.

    Sie beschreiben das brüderliche Miteinander der Hauptamtlichen, allerdings verzichten Sie darauf den protestantischen Part genauer zu benennen. Ich gehe mal davon aus, dass Sie die EKD meinen. Es gibt aber eine stetig wachsende Zahl von Protestanten außerhalb der EKD, die Welt besteht, wie Sie sicher wissen, nicht nur aus Deutschland. Erweitern Sie doch Ihr Wissen und googeln Sie mal „Jack Chick“, bevor sie Ihre persönlichen Erfahrungen verallgemeinern.

    Natürlich gibt es gegenseitigen Respekt,
    – so erlebt bei einer ICCRS-Tagung 2000 in Rimini, wo Katholiken friedlich vereint mit Vertretern von Anglikanern, Orthodoxen, Protestanten und etlicher Denominationen aus den USA eine Bühne bevölkerten. Ein Teleevangelist hatte allerdings einen sehr misstrauischen Gesichtsausdruck und schien mehr auf Feindbeobachtung denn beim gemeinsamen Feiern
    – oder auf einer MEHR in Augsburg, wo sich, soweit ich das beurteilen konnte, die protestantischen Teilnehmer an die Ansage von Johannes Hartl hielten, nicht zur Kommunion zu gehen, insoweit sie an unserer Messe teilnahmen. Ich habe dann mit dem gleichen Respekt an der Abendmahlsfeier teilgenommen/zugesehen und war erschüttert, mit welchem Mangel an Ehrfurcht Brot und Wein verteilt und empfangen wurden.

    Aber auch die gegenteiligen Erfahrungen
    Da Ihnen gutes Benehmen so wichtig ist, wissen Sie sicher, dass man über dem Tischtuch exquisites Benehmen zeigt, es aber trotzdem vorkommt, dass sich Geschwister unter dem Tischtuch gegen das Schienbein treten. Meine Mutter hatte sich zB vor viele Jahren wegen solcher Vorkommnisse vom Weltgebetstag der Frauen zurückgezogen, weil eine Protestantin nicht von Versuchen ablassen konnte, meine Mutter zu bekehren und als AB (Luther selbst war noch Marienverehrer) Maria auf das schlimmste benannte. Harmoniebedürftig wie meine Mutter war, sah Sie keinen anderen Weg als zu weichen.

    Eine katholische Bekannte hat mal an der Konfirmation (HB) einer Nichte teilgenommen. Der sind beinahe die Augen herausgefallen, ob des aggressiv antikatholischen Tonfalls der Fragen und der eingelernten Antworten

    Sowohl geographisch als auch „hierarchisch“ taugt wie oben gezeigt, Ihr Argument einzig für Sie und ihresgleichen, nicht aber als genereller Beweis der Harmonie für ALLE! und ÜBERALL! Kennen Sie ebenso wie Mary aufgrund ihrer lebensgeschichtliche Erfahrungen die INNEN-Sicht?

    Und dann sind da noch die Teile, wo Sie ganz kräftig, deftig in Kuhfladrius Alpinus greifen, etwa
    – mit der Unterstellung Mary hätte „den Protestantismus mit einer politischen Ideologie … dem Nationalsozialismus verglichen“
    – mit der Unterstellung Mary würde sich über die protestantischen Freunde mit dem ungetauften Kind echauffieren.

    Zum ersten:
    Ist es notwendig, dass ich Ihnen erklären, wie Marys Vergleich funktioniert, hapert es also am Verständnis, oder sind Sie einfach rotzfrech genug, mit so einer Unterstellung zu argumentieren?

    Zum zweiten:
    Ich seh da weit und breit kein echauffieren. Mary skizziert zuerst die positiven Seiten dieser Familie und beschreibt ihre Achtung für diese, bevor sie eine Punkt erwähnt, wo sie denen entschieden widersprechen muss. Dass Sie dann noch das Wort zickig zum Würzen darüber streuen, das schlägt dem Fass den Boden aus.

    Sorry,
    – Sie wollen Andere gutes Benehmen lehren?
    – Sie zitieren den barmherzigen Samariter (Gut, selbiges tun Sie, wie zu erwarten, sinnentstellend)
    – Sie schwingen sich zum Richter für christlicher Verhalten auf?

    Echt jetzt?
    Gewogen und für viel zu leicht befunden

    • Obwohl Du schreibst, ich bräuchte keinen ritterlichen Beschützer, erwähle ich hiermit Dich zu meinem Chevalier dieses Turniers und reiche Dir ein Band mit meinen Farben (blau-gold)🤣. A la bataille! Jedenfalls fühle ich mich ganz wunderbar und eindrucksvoll verteidigt! Im Ernst: Danke für diesen herrlichen Kommentar! So viel Richtiges und Wichtiges!

      • @maryofmagdala:

        Also, das was Tom da schreibt, ist mir sowohl im Ton als auch in der Sache zu primitiv als dass ich darauf eingehe.

        Ihr peinlicher Gunsterweis ihm gegenüber lässt tief blicken und ist für mich allenfalls durch eine – meinerseits freilich nicht beabsichtigte – Kränkung Ihrer Person erklärbar.

        Sei’s drum.

        Ich möchte aber noch einmal auf Ihre gestrige Antwort an mich eingehen.

        Sie schrieben da u.a.:

        „Ich bin davon überzeugt, dass Christus auch bei vielen Heiden und Andersgläubigen da ist!“

        Da bin ich übrigens mit Ihnen d’accord – obwohl manch ein Übereifriger zumindest mir dafür vielleicht auch schon wieder die katholische Rechtgläubigkeit absprechen würde.

        Wenn Sie aber solche Auffassung vertreten, warum respektieren Sie dann nicht im Fall der von Ihnen benannten frommen evangelischen Familie die Entscheidung der Eltern, ihr Kind erst dann taufen zu lassen, wenn es in den christlichen Glauben eingeführt ist und diesen bewusst annehmen kann. Sein Seelenheil sehe ich in diesem Fall weniger gefährdet als das einer katholischen Familie, das unbewusst als Baby getauft wird und dann aber entgegen dem Taufversprechen der Eltern und Paten im weiteren Leben nicht in den Glauben eingeführt wird.

        In diesem Sinne sind auch all Ihre pauschalen Vorwürfe gegen evangelische Christen auf viele viele Katholiken anwendbar und für diese genauso zutreffend.

      • Sie sind offenbar nicht dazu in der Lage, zu verstehen, was das Sakrament der Taufe bedeutet.

        In allen meinen Posts dazu wird deutlich, dass ich diese Entscheidung akzeptiere (oder habe ich irgendwie angedeutet, das Kind entführen zu wollen? Ich könnte Sie genauso gut fragen „Wieso akzeptieren Sie nicht, dass die Erde rund ist?“) Es geht nicht darum, ob ich die Entscheidung akzeptiere, sondern darum, ob sie richtig oder falsch ist. Einem Menschen die Taufgnade vorzuenthalten, ist falsch, und da betreffende Menschen selbst aus Kindertaufe praktizierenden Gemeinden kommen (das hatte ich bereits geschrieben) ist es nicht nur falsch, sondern auch sträflich (da sie ja WIE KATHOLIKEN Kinder taufen).

        Ich habe deutlich gemacht, dass ich diese Familie nicht zum Zentrum einer Diskussion machen möchte, und Sie gehen darüber hinweg. Sehr ungehobelt.

        Sie leben offenbar humormäßig auf einem völlig anderen Stern, wenn Sie mein Ritter-Herumgeblödel ernst nehmen und daraus auch noch eine Verletzung meinerseits herauslesen wollen (krasses Ego haben Sie!). Da ich nun einmal ein Fan von absurden Albernheiten bin, möchte ich Ihnen nahelegen, doch einfach auf die Lektüre meines Blogs zu verzichten, denn ich gedenke nicht, mein Verständnis von Witz ihren nichtvorhandenen Gespür unterzuordnen!

        Und ja: Natürlich lassen sich meine Kritikpunkte auch auf viele Katholiken anwenden, nämlich auf jene? Die die Lehre der Kirche nicht zu 100% annehmen und glauben. Sie würden auf diesem Blog viele Artikel finden, die sich mit Missständen bei uns beschäftigen.

      • Lieber Herr S

        Sie halten mich also für nicht satisfaktionsfähig, nicht Ihrem Niveau entsprechend. Beim zweiten Halbsatz stimme ich Ihnen sogar zu :), da sind dem Fuchs S die Trauben wohl viiiel zu sauer. Seis drum…

        Sie echauffieren sich also über Marys „peinlichen Gunsterweis“, „blicken tief“ (ins Glas? um das Vermutete zu erkennen) und führen das auf eine von Ihnen gaaanz sicher nicht beabsichtigte Kränkung Marys zurück.

        Ich weis zwar nicht ob ich sie ernst nehmen soll, aber Unterhaltungswert (allerdings auf Marys Kosten) kann und muss ich ihnen zugestehen.

        Aber der Reihe nach:

        Schon vor Ihrer Antwort schuldeten Sie Mary für mindestens zwei Ihrer Aussagen eine Entschuldigen. Mit Ihrer Antwort sind es drei Entschuldigungen. Ist das Dummheit oder Dreistigkeit? Einerlei…

        Da Sie sprachlich durchaus gewandt sind, können Sie Sich auch nicht auf ein Missverständnis rausreden.

        Die erste Entschuldigung wäre für Ihre böswillige Anschuldigung zu Marys Vergleich. Sie könnten sich ja noch rausreden, dass ich Ihnen Marys Vergleich nicht erklärt sondern für Ihre „total danaben“ Statement nur einen Klaps verpasst hätte, aber spätestens nach Marys geduldiger Erklärung, die selbst ein Volksschüler verstehen sollte, wäre eine Entschuldigung angemessen. Sie aber schweigen dazu als wäre nichts passiert.

        Die zweite für „zickig“: Hat Ihnen Ihre Mutter nicht beigebracht, dass man zu einer Frau niemals zickig sagt? Um wie viel peinlicher ist diese Ihre Beschreibung Marys für Sie, da es nicht den geringsten Grund dafür gibt. Sie aber schweigen dazu als wäre nichts passiert.

        In beiden Fällen sollte Ihnen Marys Antwort klargemacht haben, dass Sie sie verletzt haben. Sie aber schweigen…

        Wäre da nur das Wort „echauffieren“ gewesen, ich vermute Mary hätte es Ihnen als Dame, die sie ist, durchgehen lassen.

        Aber nein, Not alleine genügt Ihnen nicht, es muss auch noch Elend dazu kommen! Und so versteigen Sie sich in „peinlich“ und „blicken tief“ Als jemand der durchaus Talent hat, en passant in Fettnäpfchen zu tappen, bewundere ich Ihre Kompetenz im Aufstellen und Reinspringen in volle FettKÜBEL.

        Nur zu Ihrer Information: Weder kenne ich Mary über ihre Selbstoffenbarung in diesem Blog hinaus (+ etwas lesen zwischen den Zeilen), noch habe ich Ihre Stimme je life oder als Aufnahme gehört. Wir haben über kein anderes soziales Medium Kontakt als diesen Blog.

        Blicken Sie so tief Sie wollen, aber verschonen Sie Mary vor dem Schmutz, den Sie im Spiegelbild Ihrer eigenen Augen erblicken!

        In der großen Mehrzahl an Fällen vermeide ich, den Elmayer zu geben, aber für Sie überwinde ich mich zu einer Ausnahme.

        Ich habe mir mehrfach Ihren Austausch mit Mary durchgelesen und verstehe immer noch nicht, wie jemand, der gegenüber seinen Freunden so „schmähstad“ (wienerisch) ist, Mary umbedingt seine Überzeugung aufzwingen will. Wirkt Ihr Pseudonym so enthemmend auf Sie?

        Ich wiederhole in schärferer Form eine Frage, die Mary schon früher an Sie gerichtet hat:
        Was gibt Ihnen das Recht, von Mary bedingungslose Kapitulation betreff Ihrer Freunde einzufordern so nach dem Motta „Yeah Massa, Sure Massa, as You belive Massa“, denn normalerweise tauscht man sich in einem Blog aus, fragt nach, schlägt eine Alternative vor, aber dieses penetrante insistieren, Ihr Ton, das ist selbst von einer (in diesem Fall wie mir scheint absolut unangebrachten) Correctio fraterna absolut nicht gedeckt.

        Ich hätte ja noch ein Zipfelchen „sportliches“ Verständnis dafür, wenn Mary eine blau/kurzhaarige Feministin der 4 Welle wäre, kurz ein(e) Butch.
        Ich hingegen halte Mary für eine starke (wie sonst kann man Solist sein) und trotzdem sehr feminine Frau. So kommt sie jedenfalls für mich rüber. Ich lasse mich da aber gerne von Ihnen korrigieren…

        Als Abschluss:
        Ich habe mich gefragt, wie ich auf das, was Sie Marys „Gunsterweis“ nennen, reagieren soll. Sie haben mir die Antwort geliefert

        Danke Mary für Dein Band. Ich werde es in hohen Ehren halten. A la bataille!

      • Aus technischen Gründen kommentiere ich, bevor ich den Rest gelesen habe, erst jetzt:

        Dann will ich aber der Schildknappe sein.

      • Jetzt nach dem Lesen der übrigen Kommentare:

        Da ich den richtigen Bemerkungen von Tom und Maria Magdalena nichts hinzufügen kann, mache ich’s auch nicht.

      • @maryofmagdala

        So witzig, wie Sie uns glauben machen wollen, sind Sie dann leider doch eben nicht, Verehrteste, wenn man Sie dann mal zur Rede stellt, wie ich es mir erlaubte zutun.

        Leicht und locker ist es, auf Kosten anderer hier Abwesender (Protestanten) zu sticheln.

        Ich mag wie auch Poster bernhard so etwas nicht; übrigens auch umgekehrt seitens der anderen Seite nicht – das dürfte ich hier wohl hinreichend klar zum Ausdruck gebracht haben.

        Vor Gott sind wir ALLE, Katholiken wie Protestanten, arme Sünder, die auf Seine Gnade und Barmherzigkeit dringend angewiesen sind und derselben bedürfen.

      • Ich habe Ihre Predigt zur Kenntnis genommen. Wie gesagt: Zur Rede stellen ist etwas weit gegriffen. Sie mögen meinen Stil nicht, alles klar. Ich habe das verstanden.

      • Liebe Maria Magdalena, dann danke auch ich ergebenst für Dein Band und werde es in Ehren halten.

      • Sehr geehrter Herr S,

        Sie „mögen so etwas nicht.“

        Nach Ihren Kommentaren ist das eine ziemliche Überraschung (das war ironisch gemeint), aber ist ja sehr freundlich, daß Sie es noch einmal sagen.

        Aber wo um alles in der Welt nehmen sie die Chuzpe her, davon auszugehen, daß *Ihre* Vorlieben maßgeblich für *diesen* Blog sein müßten? Kann man das lernen? Könnte ich dienstlich vielleicht ja auch einmal gebrauchen…

        Besonders nerven tut *mich* – und nein, das ist auch nicht maßgeblich für diesen Blog – ja etwas, das *Sie* sagen. Sie sagen nämlich „wir sind alle arme Sünder“ (was ja stimmt) und scheinen daraus zu folgern, daß wir deshalb Gaben Gottes wie Streitlust und Eloquenz nicht nutzen, sondern andauernd mit gesenktem Schädel durch die Gegend schleichen und den Kompromiß schon gefressen haben sollten, bevor die Gegenseite überhaupt nach einem fragt. Wieso aber folgt *das* bitte daraus?

  8. Hallo Mary,

    jetzt habe ich doch in der Eile glatt vergessen, Rosinante zu satteln und bin zu Fuß in den Kampf gezogen!
    Ich hoffe Du hast ein gutes Pferd für Nepomik, denn auch er sollte Ritter sein…

  9. Ok, lassen wir es meinetwegen damit bewenden, mary et al.

    Vielleicht lernen Sie ja doch noch etwas aus unseren Disputen.

    Würde mich jedenfalls freuen.

  10. Lieber Herr S

    Ich habe sicher etwas daraus gelernt!

    Da mit der Name von Don Quijotes Pferd entfallen war, habe ich ihn nachgeschlagen. Danke für diese Anregung!

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