Magnus L. Striet kapituliert oder: Warum man über Hipsterbrillen erst einmal einen Exorzismus sprechen sollte.

Das Bild, das katholisch.de ausgewählt hat um Äußerungen des Theologen Magnus Striet auf dem Onlineforum zu präsentieren, spricht Bände. Hinter den Gläsern der moderat-hipsterigen Brille, die bereits verrät, wie verdammt auf der Höhe der Zeit man ist, blitzen verschmitzte Augen Selbstverliebtheit in die Kamera. Und das soll anstecken: Er zieht dich durch die Linse in seine Welt und sagt mit balsamig-tiefer Stimme verführerisch: „Du weißt es doch auch“. Netter Versuch, Herr Striet.

Der zugehörige Artikel ist eine KNA-Notiz, die einen Vortrag Striets im Rahmen der Salzburger Hochschulwochen dokumentiert. Die Äußerungen sind so wirr und verdreht (wir erinnern uns daran, dass der „Diabolos“ der „Durcheinanderwerfer“ ist), dass ich ausnahmsweise „katholisch“.de verlinke, sonst versteht man nicht, wovon ich spreche. Striet konstruiert eine Parallele zwischen politischem Populismus und „Religionspopulismus“. Diesen beschreibt er als den Versuch, einfache Antworten zu bieten gegenüber einer komplexen Welt und diagnostiziert dieses Phänomen anschließend ausgerechnet bei – jawohl, Johannes Paul II. Im Übrigen koppelt er diesen Populismus an die Verwendung der Rede vom „wahren Glauben“. Auf Deutsch: Wer davon ausgeht, dass es einen „wahren Glauben“ gibt, und davon, dass man ihn vertreten oder auch nicht vertreten kann, wäre in diesem Sinne religionspopulistisch unterwegs und das sei – antiintellektuell.

Wie schön, dass er das Wort selbst einbringt, denn antiintellektuell ist zuerst der Versuch, JPII als gefühligen, dümmlichen Populisten zu diskreditieren. Man darf nicht vergessen, dass dies offenbar dann auch sein Urteil über Petrus, Paulus, Augustinus, Thomas, Theresa, Maximilian und über eine große Menge Menschen ist, die derzeit in Pakistan, Nigeria und Nordkorea für diesen wahren Glauben sterben. Ja, Herr Striet, denen wirft nicht bloß jemand die Hipsterbrille vom Kopf, man schneidet ihnen den Kopf ab. Kann man das wirklich als „einfache Antwort“ qualifizieren?

Der Treppenwitz dieses Vortrags ist, dass es tatsächlich heutzutage religiösen Populismus gibt: Überall da, wo behauptet wird, es gäbe keine absolute Wahrheit (Wahrheit ist immer absolut, aber das weiß ja heute keiner mehr), weil das unbequem ist, wo man Wiederverheiratete und Protestanten zur Kommunion einlädt, weil man sonst so unfreundlich wirkt, wo man sich zusammenrottet um Jesus und Maria gegen den Glauben auszuspielen. An diesen Stellen ist man im besten Sinne populistisch: Anstatt komplexe Antworten zu geben, die die Leute vielleicht erst einmal irritieren könnten, gibt man pipiseichte „Antworten“, die ganz offensichtlich nicht einmal Sechzehnjährige intellektuell befriedigen (oder warum sonst flüchten die allerspätestens nach der Firmung scharenweise?)

Nun kann es ja sein, dass Herr Striet nie richtig Griechisch gelernt hat und daher davon ausgeht, dass man als Theo“loge“ über Gott zu lügen habe. Vielleicht zieht er auch gleich konsequent die Parallele zu einem anderen größenwahnsinnigen Deutschen, Richard Wagner, und sieht in der nordischen Götterfigur Loge das Vorbild seines Berufsstandes: Ein doppelzüngiger, Lüge in Wahrheit kleidender kleiner fieser Miesling, der an der Götterdämmerung gehörigen Anteil hat. Eine treffendere Beschreibung des Berufsbildes, das Streit (ich glaube, da hat sich jemand vertippt) et al. zu haben scheinen, kann es kaum geben.

Aller Eloquenz zum Trotz beweist er hier aber auch, zum Glück, dass Menschen wie er den Bezug zur real existierenden Kirche bereits komplett verloren haben. Denn er nimmt, ernsthaft, die Neuevangelisierung aufs Korn. Zu spät, möchte man rufen, du kommst zu spät!

Die Gefahr hat er natürlich richtig erkannt, Neuevangelisierung macht rechtgläubig. Neuevangelisierung braucht ihn und seine Kollegen nicht, weil Neuevangelisierte nicht nach dem neuesten wissenschaftlichen Trend fragen, sondern nach Jesus. So ein Mist aber auch. Ich stelle mir genüsslich vor, wie Theologen der Marke Striet während der letzten 10 Jahre JPII in ihrem Türmchen saßen und sich die Hände rieben „Der Alte machts nicht mehr lang, der kriegt jetzt schon nix mehr mit. Heheh , Muhahaha, hihihihihi. (*Play* Humperdinck Hexentanz) Ist der Pole abgetreten, kommt das ganze religiöse Zeugs in den Müll. Mal ganz ehrlich, Gott ist doch viel zu kompliziert für die einfachen Leute, WIR erklären denen, was sie wissen müssen, und wenn jemand was anderes behauptet, werfen wir mit griechischen Begriffen um uns und sagen, sie seien ja nur verblendete Bauern.“ Tja. Hätten sie mal lieber Hugin und Munin ausgeschickt aus ihrem pechschwarzen Elfenbeintürmchen, denn während sie so redeten, wurden die Pflänzchen, die JPII auf den Felsen Petri gesetzt hatte, eifrig gewässert und gepflegt, um unter Benedikt XVI zu blühen. Aber, dachten da die Neunmalklugen in ihrem Türmchen, den Deutschen, den bekommen wir auch noch weg. Und dann schlägt unsere Stunde.“ Aber kaum hatten sie so geredet, wurde JPII zur Ehre der Altäre erhoben, und man kann sich leicht vorstellen, wie sämtliche Unterteufel eine Oktave lang nur bebend und zitternd zur Arbeit erschienen, weil der Chef…nicht in bester Laune war…

Mein Highlight-Satz des Artikels ist denn auch „Die Rede von einer „Neuevangelisierung“ Europas bleibe für ihn „seltsam phrasenhaft“, da sie sich trotz der Nutzung modernster Mittel der Ästhetik und Kommunikation jeder Auseinandersetzung mit modernen wissenschaftlichen und theologischen Erkenntnissen entziehe, so Striet.“ Zu deutsch: „Die Neuevangelisierung macht unser Gelaber obsolet. Schnief.“

Phrasenhaft? Meine Güte, der Mann hat sein Türmchen nie verlassen! „Nightfever“, neue geistliche Bewegungen und Aufbrüche an allen Ecken und Enden, kleine und mittlere Initiativen, die Leute da abholen, wo sie sind, nicht, um sie dort zu lassen, sondern um ihnen die Taufe angedeihen zu lassen oder sie wieder des inne werden zu lassen, dass sie getauft sind. Ein unbändiges Vertrauen in die Sakramente und in den Geist – „einfach“, aber auch ein ganz schöner Sprung ins Gewisse. Hat der Mann überhaupt ein einziges der Neuevangelisierung geschuldetes Phänomen selbst besichtigt? Hat er gesehen, wie coole Jugendliche feixend eine Kirche betreten, in die sie eingeladen wurden, hochrot im Gesicht ein Kerzchen anzünden, dann aber ganz still werden und am Ende gar noch auf einen der ihren warten müssen, der sich ins seelsorgerliche Gespräch mit einem der anwesenden Priester getraut hat? Nein, das hat er nicht gesehen, weil die Hipsterbrille der intellektuellen Unangreifbarkeit einen effektiven Schutz vor der Strahlung des heiligen Geistes bietet.

Oder schlimmer: Vielleicht hat er gesehen, aber was er sieht, gefällt ihm nicht. Striet sagt allen Ernstes über die Neuevangelisierung: „Bleibt für Gott da tatsächlich ein Platz?“ Wenn das nicht tiefe Blindheit ist, ist es höchste Bösartigkeit, die die Kompetenz von Unterteufeln bereits überschreitet. Schließlich kann man Neuevangelisierung kritisieren, weil sie zu sehr auf Laien baut, ja vielleicht sogar, weil sie in Teilen nicht theologisch genug ist – aber unbestrietbar (#sorrynotsorry) ist ihre unmittelbare und alleinige Ausrichtung auf Gott. Ich will nicht hoffen, dass Striet diesen Satz wider besseren Wissens gesagt hat, denn wäre dies der Fall, hat er definitiv ein größeres Problem als dass eine kleine Bloggerin sich über seine intellektuelle Unredlichkeit echauffiert.

Wie dem auch sei. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Herr Striet und seine Kollegen haben es versäumt, die schweren Geschütze rechtzeitig aufzufahren, weil sie sich für gescheit hielten. Jetzt können sie nur noch auf mangelnde Intellektualität verweisen, in einer gesellschaftlichen Situation, in der Intellektualität keine Sau interessiert (weshalb auch Hinz und Kunz behaupten können, es zu sein). Damit mag man pseudoelitäre Hochschulkreise sättigen – aber auch die bestehen aus echten Menschen, die irgendwann echte Krisen durchleben werden, und dann werden sie Antworten suchen, die die Hipsterbrille nicht geben kann. Dann wird auch ein süffisantes Grinsen und das Wissen darum, dass nur ungebildete Semiten des 1. Jahrhunderts so viel Ehrfurcht hatten, dass sie an Gott geglaubt haben, nicht mehr weiterhelfen.

Disclaimer zu Klimatransparenz und Humanität: Dieser Artikel hat einer halben Tafel Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen das Leben gekostet. Ich weise jede Verantwortung dafür von mir und erkläre hiermit, dass Magnus Loge Striet für diese unnötige Barbarei und den damit verbundenen erhöhten CO2-Verbrauch zu belangen sei.

28 Kommentare

  1. Und wieder einmal mehr: Klasse Artikel !

    👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻👏🏻

    Ich hatte letztens katholisch.de gefragt, warum bei denen dauernd Häretiker zu Wort kommen, ich dachte, sie seien ein katholisches (rechtsgläubiges) Portal.

    Ich bekam einen „like“, die Antwort von katholisch.de blieb natürlich aus… bin dann auch entfolgt. Was die bringen, ist mittlerweile jenseits Gut und Böse.

  2. Der Link auf katholisch.de geht bei mir nicht!! 😉

    (Weil ich die Seite nicht nur im Browser, sondern in einer Systemdatei in den Tiefen des Rechners gesperrt habe.)

    Ich bin Altertumswissenschaftler und selber an der Uni – aber es gibt wirklich nichts, was mir mehr aufstößt: wenn irgendwelche dahergelaufenen Kollegen meinen, sie hätten ein besonderes Vorrecht auf Deutung der Welt, weil sie „moderne wissenschaftliche und theologische Erkenntnisse“ erzielten. Was soll das eigentlich heißen?? Im Grunde steckt darin die Anmaßung, wir seien klüger als es Generationen von Altvorderen es je waren. Ich stamme aus einer Familie von Bauern, Händlern und Handwerksmeistern, alles kluge und gebildete Leute. Die würden mir was husten, käme ich denen mit so einem Anspruch daher, nur weil ich bald habilitiert bin.

    Wenn ich die selben Maßstäbe an unsere Quellentexte anlegen würde, wie es Kollegen aus der Theologie tun, dann müsste ich mein Fach mangels Substanz aufgeben (die Kollegen Kirchenhistoriker nehme ich ausdrücklich davon aus). Diese Maßstäbe sind szientistisch-positivistisch und postmodern zugleich. Fragen Sie einen Althistoriker und einen Wald-und-Wiesen-Neutestamentler nach dem Quellenwert von Evangelien und Apostelgeschichte – die Antworten werden Sie überraschen…

    • Oh, das glaub ich sofort…irgendwann hatte ich mal nen Artikel namens „Die Antiquelle“ (oder so) geschrieben, worin ich mich darüber aufrege, dass etwas als völlig ausgeschlossen gilt, sobald es in der Bibel steht. Was ist das für eine Einstellung zu Wissenschaft?!

      • Auch wenn die Theologen das wahrscheinlich nicht so sehen werden, glaube ich, dass es eine massive Krise dahingehend gibt, was universitäre Theologie heute denn eigentlich noch bedeuten soll. Ist sie ein historisches Fach? Ein philologisch-textkritisches? Ein philosophisches (so ja die Selbstpositionierung von Herrn Striet und seiner Arbeit – „Dialog mit der Philosophie…“)? Ist sie Religionswissenschaft? Es ist zwar richtig, dass die Theologie die Mutter all dieser Fächer ist. Die Historiker, Philologen und Philosophen können das aber inzwischen alles besser als ein Theologe, der in der Geschichte, der Philologie oder Philosophie wildert, weil er nicht mehr ernsthaft von Gott redet und vor lauter intellektuellem Habitus nicht mehr gehen kann. Und dann gibt es da noch das katholische Lehramt, auch das noch… Meiner Meinung nach glauben Leute wie Herr Striet kein einziges Iota mehr.

        Und so streifen die Kollegen um die katholische Gottesrede herum wie die Katze um den heißen Brei und machen sich überflüssig wie ein Kropf. Eigentlich eine gute Lebensstrategie, denn die Beamtenbezüge sprudeln ja trotzdem üppig.

        Mit den Jahren verstehe ich die Forderung Benedikts XVI nach Entweltlichung immer besser.

        Übrigens, habe ich vorhin vergessen: Ihr Blogbeitrag ist großartig, wie immer!

      • ^^Vielen Dank. Ja, das sehe ich genau wie Sie. Wer glaubt, kann nicht so sprechen. Man kann ja bei Neuevangelisierung nicht von einer „Bewegung“ sprechen. Aber sie ist doch DAS Schlagwort, unter dem sich so ziemlich beinahe ALLE fruchtbaren Initiativen der letzten Zeit sammeln, und selbst die wenigen, die nicht wirklich dahin passen, wie Traddi-Bewegungen, schließt sich hier dennoch locker an. Heutzutage ist Neuevangelisierung salopp gesagt das Markenzeichen echten katholischen Wandels, und dagegen haben Leute wie er was. Ist klar. Aber dass sie schon derart unloyal gegenüber der Kirche sind, dass sie diese beinahe einzige produktive Herangehensweise an den Glauben derart diffamieren, das ist Chuzpe.

      • sehr guter Beitrag, aber ich denke im Grunde haben moderne Theologen das Problem, dass sie sich selber für diejenigen halten die alle anderen Wissenschaften richtig verstehen.
        Ich erlebe das wie oft im Gespräch, dass Theologen meinen alles zu wissen, über Philologie, Philosophie, Naturwissenschaften und komplexe Fragen der Medizin.
        Ein bisschen liegt es, denke ich, auch an ihrem jeweiligen Fanclub, der eben vom Pfarrer ähnliches erwartet wie von einem Guru. Also Hilfe in allen Lebenslagen.
        Man geht mit allem zum Pfarrer, und erwartet von ihm, dass er alles kann und alles weiß und gar zu viele ziehen sich den Schuh auch noch an.
        Wobei ich denke es ist einfach auch ein Aufschaukeln, das hier geschieht.

    • Ja, das beobachte ich auch oft. Ich würde das als „Käßmann-Bedford-Strohm“-Syndrom bezeichnen – die Attitüde, man könne zu jedem gesellschaftlich-politischen Problem etwas sagen und das im-Recht-sein für sich beanspruchen, weil man Theologe sei. Das ist aber nicht genau das, was ich meine. Denn im Grunde erwarte ich schon, dass jeder, der ein akademisches Studium abgeschlossen hat, breit gebildet ist und sich auch außerhalb seines Faches eine zumindest begründete Meinung bilden kann (da gibt es aber anscheinend eine Ausnahme: ich werde nie verstehen, dass ansonsten hochgebildete Leute in die Welt hinausposaunen, sie hätten nie etwas von Mathematik verstanden, und sich dabei auch sicher sein können, dafür auch noch ein anerkennendes Nicken oder wohlwollendes Lachen zu ernten). Das gilt sicherlich auch für die Seelsorge und wird durch entsprechende Erwartungen geschürt (früher war ja der Pfarrer in der Tat oft der einzige im Dorf, der studiert hat und etwas wusste).

      Was ich aber meine, ist die methodische Entkernung des akademischen Studienfaches, indem man sich alle möglichen neuen Paradigmen aus anderen Fächern ausborgt, um hip zu sein (ohne selbst dafür im Kern ausgebildet zu sein – zumindest in den Gebieten, in denen ich das beurteilen kann). Gefördert wird das dadurch, dass man gegen die Berufungskartelle an den Unis keinerlei Chancen hat, wenn man in den Augen des Deutschkatholizismus zu „konservativ“ ist, was immer das auch heißen soll.

      Ein Kollege aus der protestantischen Theologie meinte letzthin mit einem Anflug eines neidischen und bedauernden Blickes auf andere akademische Traditionen: die „Amerikaner seien konservativ, die würden ja noch richtige Theologie machen“; in Deutschland brauche man noch nicht einmal daran denken, in diesem Gebiet beispielsweise einen Forschungsantrag zu stellen. Damit meinte eine ganz klar eigenständige fundamentaltheologische/dogmatische Arbeit und nicht etwa irgendwelche theologiegeschichtlichen Sachen, die gibt es ja zuhauf.

      Diesen Seufzer würde ich von unseren sich öffentlich äußernden katholischen Memorandums-und-synodaler-Weg-Theologen auch mal gerne hören. Aber mit Eigenständigkeit meinen die ja nur anti-römischen Reflexe. Der Entzug der Lehrerlaubnis ist ja in D kein ernsthaftes Problem, wenn man bedenkt, wie viele Leute das eigentlich treffen müsste.

      Auf welchen Niveau sich die öffentlich wahrnehmbare katholische Theologie in D sich befindet, merkt man alleine schon am Begriff des „synodalen Weges“. Was nun? „Zusammenkunft“ oder „Weg“? Beides zugleich ist ein Oxymoron. Oder ein „gemeinsamwegiger Weg“? Können die eigentlich noch Griechisch??

      Sorry für den Rant, aber angesichts der intellektuellen Tieffliegerei, sie Sie zur Recht als religiösen Populismus bezeichnen, könnte man manchmal nur noch aus der Haut fahren…

      • Ich denke es ist eine komplexe Gemenglage, wo eins zum anderen kommt.
        Ich habe vor jahrzehnten mal das Frühwerk von Hans-Peter Dürr gelesen, wo er über Schamanen, Medizinmänner, Hexen und Priester referiert (ja ich weiß er ist bei den Esos gelandet). Aber ich fand die Idee einleuchtend, dass jede Gesellschaft die braucht, die nicht so ganz dazugehören, einfach weil man von außen manches besser sieht als von innen (Jeder der mal versucht hat, jemanden der sich wirklich überlastet hat, in der Sorge um einen kranken Partner z.B,. da raus zu helfen, weiß das. Man sieht von außen, das was der von innen nicht mehr sehen kann)
        In einem ganz gewissen Sinn haben diese Rolle die Priester übernommen und von daher macht der Zölibat auch Sinn, weil er sie abhebt und davon zehren die Theologen immer noch, einfach weil es ein Archetypus zu sein scheint.
        Der Witz an der Sache ist nur der, dass die Theologen genau das nicht mehr sein wollen, sie wollen ja „gemeinsam mit uns auf dem Weg sein!“ wie es so schön hießt. Ich denke mir dann immer „Naja bewerbt euch beim Burgerbrater, kündigt eure Professur, löst eure Aktiendepots auf und werft das Geld in den Fluß, oder verschenkt es, sucht euch eine Wohnung in der Preisklasse knapp über Mindestlohn und dann, dann könnt ihr hautnah erfahren wie die Leute leben.
        Das ist das eine, das andere ist der Niedergang der Bildung, oder anders ausgedrückt: „Wo versteckt der Weise Information?“ Antwort „In Information!“
        Alle Welt schwallt z.B über naturwissenschaftliche Daten und hier eigentlich über solche die mittels Computermodellen generiert wurden, Aber keiner weiß etwas von der Relevanz der Daten, es interessiert auch keinen, was eine anständige Fehlerbetrachtung ist.
        Und das geht schon seit Jahrzehnten so. Es wird selbst im Studium nicht mehr thematisiert.
        Auch der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität das interessiert keinen.
        Ab und an wird in Fachpublikationen das Thema aufgegriffen, aber sehr selten.
        Im Grunde erleben wir gerade etwas ungemein dialektisches, Die Grundlage unserer derzeitigen Zivilisation sind nun mal die Mathematik und die Ingenieurwissenschaften, aber genau hier gehört es zum guten Ton, davon nichts zu verstehen, auch nichts verstehen zu wollen.
        Dazu kommt noch die bodenlose Arroganz dass man meint, nach 2000 Jahren besser als die Zeitgenossen zu verstehen wie die vor 2000 Jahren gelebt und gedacht haben.
        Ebenfalls sorry für den Rand, aber man trifft selten Leute die was von Wissenschaft verstehen

      • Versteh ich gut! Wenn ich so etwas anmahnen, werde ich von „der Elite“ niedergeschrien, weil ich ja keine Wissenschaftlerin bin und deshalb keine Ahnung haben kann.

  3. Viel Ehre und Aufwand für Magnus Striet, sei es drum, er wartet darauf.
    Aber oje, dem Professor Striet ist doch tatsächlich das „h“ abhanden gekommen! Statt vom wahren Glauben möchte er doch lieber von der Ware „Glauben“ sprechen. Auf dem Markt der Sinnangebote hat dann keiner mehr die vollkommene Markteinsicht, weil der Wissenschaftler mit angeblichem „Herrschaftswissen“ sein Angebot kompliziert fachsprachlich verschleiert anpreist und echte Vergleiche zu verunmöglichen trachtet.
    Sei es drum, so ist die Welt gemacht. Man denkt zunächst, o wie glänzend, aber nach einer Weile merkt man, dass es nichts weiter ist als Katzengold. Intelligenz ist eben keine notwendige Voraussetzung für Weisheit.
    Apropos „Exorzismus“: ob das für Hipsterbrillen nötig ist, weiß ich nicht, aber Professoren, Schriftgelehrte und andere angenommene Intellektuelle dürften ruhig regelmäßig „widersagen“. Unsere Altvorderen wussten zum Teil ja noch, dass der Teufel der Engel ist, der zuviel denkt! :-))

  4. Dazu fällt mir ein:

    „Wenn du etwas nicht selber gesehen hast, dann sollst du nicht darüber sprechen. Wenn du es gesehen hast, dann schweige!“

    Sel. Marguerite Bays – Schweizer Selige, Stigmatisierte, wird demnächst Heilig gesprochen

  5. Die Situation um die Theologie in teutschen Landen, erinnert mich an die Situation eines Fußballtrainers, der nach einem haushoch verlorenen Spiel seiner Mannschaft (zweistellig) seinen Mannen um sich scharte, um ihnen die Grundlagen des Spiels beizubringen. Er nahm einen Ball in die Hand und begann seinen Unterricht: „Männer, das ist ein Ball!“ Daraufhin die Frage eines Spielers: „Kann ich den nochmal sehen?“

  6. Wobei beileibe nicht nur Herr Striet emsig versucht, Parallelen zwischen AfD/Pegida und allen zu konstruieren, welche der diversitätsorientierten und migrationsaffinen Politik der Herrschenden in Gesellschaft, Politik und Kirche kritisch bis ablehnend gegenüberstehen.

    Vermutlich soll mit der Gummiformulierung „Religionspopulismus“ alles eingefangen werden, was bislang partout nicht unter „neurechtes Christentum“ subsumiert werden konnte. Wie alle „zivilgesellschaftlichen“ Bereiche (siehe dazu nur die sog. „Allianz für Weltoffenheit“ – http://www.allianz-fuer-weltoffenheit.de/ – in welcher u.a. die DBK bereits seit längerem mit stark linksgerichteten Gruppierungen wie etwa u.a. Pro Asyl, „Aktion Courage“, dem „Bund für Antidiskriminierung und Bildungsarbeit“ und natürlich der Amadeo-Antonio-Stiftung institutionell verbündet ist) ist auch die kirchen(nahe)Struktur
    Teil einer übergeordneten Systemtransformation, auf die Kirche bezogen sozusagen in Form einer postkatholischen Restrukturierung. Immer offener werden dann mainstream-kritische Strömungen (Gender, Abtreibung etc.) mit Kampfbegriffen wie „rechts“ oder „reaktionär“ im Spektrum der (extremen) Rechten verortet, lachhafterweise auch ehemalige CDU-Ministerpräsidenten wie Prof. Münch.

    Der Wurzelboden dieser Vorstellungen ist der Verbands- und Gremienkatholizismus, in dessen Funktionärsapparaten manifestiert sich (schlichtweg überall) die herrschende „Gender“- und „Eine Welt“-Ideologie, man schaue sich die – von der Partei Bündnis90/Die Grünen nicht mehr unterscheidbaren – Äußerungen sog. „katholischer“ Verbände zu Gender oder Entwicklungspolitik an: vom BDKJ und KJG über den Frauenbund und Kolping bis zur Bundesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung stehen alle geschlossen dahinter. Mitlerweile hat die DBK mit Frau Dr. Aurica Jax nunmehr eine sog. „Gender“-Expertin in ihrem Apparat hauptamtlich installiert, ihres Zeichens bis zur Einstellung des Magazins Mitherausgeberin der feministischen Zeitschrift „Schlangenbrut“…

  7. Hm, als agnostic critical friend der RKK kann ich nur sagen, ich verstehe Herrn Striet nicht.
    Neuevangelisation und Rezeption naturwissenschaftlicher und theologischer Erkenntnisse verhalten sich zueinander doch wie Äpfel zu Birnen. Was sollte denn Neuevangelisierte daran hindern, sich mit besagten Erkenntnissen auseinanderzusetzen? Was sollte denn Neuevangelisierer daran hindern, sie zu thematisieren? Das Ganze klingt wie „Beschäftigung mit Relativitätstheorie hält Leute vom Stricken ab.“ Absurd.
    Der ganze Ansatz zum „Religionspopulismus“ scheint mir seltsam (es sei denn, es ginge darum, Neuevangelisation zu diskreditieren, indem man sie mit dem bösen P-Wort in Verbindung bringt, frei nach dem Motto „Es wird schon etwas klebenbleiben“). Ich habe mich gerade durch ein Buch von Kardinal Sarah gekämpft, der sicherlich der Strömung der Neuevangelisierer näher steht als der Striets (und der mithin ein Religionspopulist im Strietschen Sinne sein dürfte) – da gab es auf 300 Seite, was mich extrem geärgert, hat, keine einzige einfache Antwort auf die Probleme einer komplexen Welt, sondern äußerst komplexe Überlegungen zu den komplexen Problemen in einer komplexen Welt. Natürlich schreibt der Mann „wir müssen Gott lieben“, aber wenn nicht mal ein hochrangiger Freund und Förderer der Neuevangelisierung so tut, als wäre DAS einfach, wo sind denn dann die „einfachen Antworten“?

    Generell – es wird ohnehin schwierig werden für die RKK, in Europa einen Fuß auf dem Boden zu halten – Ihr habt es mit der 2. und 3. Generation ohne religiöse Sozialisation zu tun, macht sich der Herr Striet denn überhaupt einen Begriff davon, wie schwierig es wird, Leute ohne religiösen Bindungen dazu zu bringen, sich religiösen Bindungen zu unterwerfen? Wäre es da nicht im Sinne der RKK, bei allen Differenzen doch in der Frage der Neuevangelisierung zusammenzuhalten? Es sei denn, natürlich, Herr Striets wünscht sich, die zahlenden Kunden mögen ihm allesamt wegsterben und den Niedergang der Volkskirche zu verwalten?
    Fragen über Fragen.

    • „Das Ganze klingt wie „Beschäftigung mit Relativitätstheorie hält Leute vom Stricken ab.“ Absurd.“ Genial, vielen Dank!
      Ja, es ist genau so. Ich denke auch, dass es tatsächlich un Diskreditierung à la „es bleibt was kleben“ geht. Ganz plump und mies. Neuevangelisierung ist eben dummerweise extrem erfolgreich.

      • Dieser Satz ist wirklich genial klasse:
        „Das Ganze klingt wie „Beschäftigung mit Relativitätstheorie hält Leute vom Stricken ab.“ Absurd.“ 👍🏻👍🏻👍🏻😂🤣😂

        Ich selbst zB bin ganz konkret am „neuevangelisieren“:

        Habe einmal in der Woche eine Haushaltshilfe aus dem Neuheidentum, einen jungen, freundlichen, netten Mann. Nicht getauft, nie Religionsunterricht gehabt, null Bezug zu Religion*, komplett vorurteilsfrei und quasi ein völlig „weisses Blatt“.

        *Einziger Beug zur Religion: stammt aus der Nähe der Lutherstadt.

        Nun ist bei mir zu Hause klar ersichtlich, dass ich Christin (Katholikin) bin.

        Irgendwann fing er an, mich auszufragen. Seine erste Frage lautete: „Was eigentlich der Unterschied sei zwischen protestantisch und katholisch? Ich erklärte es ihm so gut ich konnte und musste zuerst ausholen, kam auf die gesamte Heilsgeschichte zu sprechen, fing wirklich bei der Schöpfung von Adam und Eva an, dann der Sündenfall, hin zu Gottes Weg mit Israel im AT, dann NT, über „wer ist Jesus Christus“ und was sind die Evangelien, wer ist Maria, dann die Bekehrung des Paulus, Apostelgeschichte, Märtyrer, Kirchenväter usw usf also ein Katechese-Crashkurs 😂

        Er hörte mir aufmerksam zu und sagte immer wieder: „interessant, interessant!“

        Nach dem Crashkurs erklärte ich ihm dann die Punkte der Hauptunterschiede zwischen Prot-Kat. Ich kam natürlich auch auf Maria zu sprechen – auch da erhielt er einen Crashkurs 😂 – erzählte ihm viel über die Muttergottes.

        Er die ganze Zeit: „interessant, interessant!“ und sagte er finde das Christentum extrem spannend und schaue sich auch die Kirchen immer dort wo er gerade ist, so gerne an.

        Beim Abschied nach 1,5 Stunden Haushaltsarbeit und Katechese, fragte er noch in der Türe, ob man denn die Bibel überall kaufen könne? Ich sagte im Prinzip ja, aber… ich schenkte ihm spontan den kleinen Katechismus von Pater Ramm, das sei ein guter Start.

        Ich besorgte ihm eine ganz tolle Bibel fürs nächste mal – er freute sich und fing sie auch an zu Hause zu lesen, sagte mir beim übernächsten mal, er habe in der Einführung gelesen, dass man sie garnicht linear lesen muss, was er zunächst dachte usw. usf.

        Ich warnte ihn auch, dass er jetzt auch mit Widerstand rechnen müsse, denn da gäbe es den Widersacher und der werde jetzt gewiss aktiv. Dass geschah dann auch leider so, sein Enthusiasmus ist etwas abgeklungen und er sei etwas skeptisch sagte er, aber vA seine Freundin.

        Ich bete seither natürlich intensiv für ihn und bin jetzt eher zurückhaltend mit reden. Gott und die Muttergottes werden ihn schon führen.

        Es gäbe noch viel zu erzählen.

        Das kam mir nur zum Thema Neu-Evanelisation in den Sinn.

        Allen einen gesegneten Tag!

        Georgina

  8. Das Bild, das katholisch.de ausgewählt hat um Äußerungen des Theologen Magnus Striet auf dem Onlineforum zu präsentieren, spricht Bände. Hinter den Gläsern der moderat-hipsterigen Brille, die bereits verrät, wie verdammt auf der Höhe der Zeit man ist, blitzen verschmitzte Augen Selbstverliebtheit in die Kamera. Und das soll anstecken: Er zieht dich durch die Linse in seine Welt und sagt mit balsamig-tiefer Stimme verführerisch: „Du weißt es doch auch“. Netter Versuch, Herr Striet.

    soso…Die Brillenträger sind schuld:

    Ein Gleichnis:

    „Papa, in der Schule nehmen wir grad den Hitler durch. Wie konnten die Leute so dumm sein und den wählen?

    „Weil er einfache Lösungen versprach!“

    „Was heißt das, Papa?“

    „Pass auf, das funktioniert so:
    Sagen wir, du willst an die Macht. Als erstes brauchst du dazu Wähler. Die müssen einen Grund haben, dich zu wählen. Der einfachste Grund ist: Du machst ihnen Angst vor etwas.“

    „Wie funktioniert das, Papa?“

    „Du musst ihnen einen Feind geben, den sie hassen und vor dem sie sich fürchten. Sagen wir: Brillenträger.“

    „Warum Brillenträger?“

    „Wusstest du, dass 65% aller Verbrechen von Brillenträgern begangen werden? Und die Polizei tut nichts dagegen. Im Gegenteil, man fördert die noch!“

    „Wahnsinn! Was kann man da dagegen tun, Papa?“

    „Und schon bist du reingefallen. Du hast nicht bezweifelt, dass meine Zahlen stimmen. Obwohl ich sie gerade erfunden habe.“

    „Äh – wie kann man das auch überprüfen?“

    „Damals beim Hitler war das schwer. Heute brauchst du nur ein wenig zu googeln. Oder ein wenig nachdenken. Ganz schlimm sind übrigens die Brillenträger zwischen 20 und 30. Letztens hat einer ein kleines Mädchen ermordet, der hat nur eine Therapie bekommen und die Eltern des Mädchens wurden eingesperrt, weil sie nicht auf sie aufgepasst haben!“

    „Das stimmt jetzt wieder nicht, Papa, oder?“

    „Nein, das stimmt ganz sicher. Schau mal auf Facebook, da wird das gerade überall geteilt. Glaubst du echt, tausend Leute würden das teilen, wenn es erfunden wäre?“

    „Puhhhh. Und was tun wir dagegen?“

    „Weiterteilen, demonstrieren, auf die Straße gehen. Diese Brillenträger muss man einsperren, damit wir wieder sicher sind!“

    „Darf man das bei uns?“

    „Was ist wichtiger? Dass man die Rechte solcher Verbrecher schützt oder dass man das ganze Volk vor ihnen schützt? Wo gehobelt wird, fallen eben Späne“

    „Das Volk, oder?“

    „Dazu müssen wir dann eben einige Gesetze ändern. Die Polizei muss mehr Macht bekommen, dann sind wir wieder sicher. Wir brauchen eine starke Hand, die uns und unsere Freiheit schützt, verstehst?“

    „Ja, das klingt logisch.“

    „Siehst du? So funktioniert das. Zuerst einen Sündenbock suchen. Die Gruppe darf nicht zu klein sein, aber auch nicht zu groß. Dann sucht man sich Verbrechen, die Leute aus dieser Gruppe begehen. In jeder Gruppe gibt es immer auch Verbrecher. Wenn man keine findet, erfindet man eben welche und behauptet das so lange, bis alle es glauben. Dann kommt der „Volkszorn“, dem lässt man freien Lauf. Dann gewinnt man eine Wahl und ändert Gesetze. irgendwann ist der Punkt erreicht, wo das Gesetz dich nicht mehr schützt, sondern unterdrückt, aber das hast du jetzt übersehen. Das nennt man dann autoritäre Regierung. Schau dir an, wie das in Deutschland bei den Nazis lief, in der Sowjetunion, in China, etc.“

    „Und wie kann man das verhindern?“

    „Nachdenken, mein Sohn. Keine Angst davor haben, nicht alles zu glauben. Alles hinterfragen und nachprüfen. Und einfach bei der Hetze nicht mitmachen. Dann sind die Brillenträger auf einmal gar keine Bedrohung mehr.“

    „Papa, warum hast du deine Brille nicht auf?“

    Fazit: Wer meint, mit Äußerlichkeiten Leute vorab abwatschen (Hipster-Brille..) zu müssen, sollte nicht nur die rechte (sic!), sondern auch gleich die linke Wange hinhalten.

    • Ich kenne diese Geschichte, sie hat bloß nichts mit meinem Artikel zu tun. Dazu folgende Richtigstellungen:
      1. Meine eigene Brille sieht ZIEMLICH genau so aus wie Herrn Striets. Können Sie nicht wissen, wissen Sie aber jetzt.
      2. Ich finde es beachtlich, dass Sie gar nicht überprüft haben, ob der Inhalt der Kritik überhaupt auf die Brille Bezug nimmt. Tut sie nicht. Sie nimmt -am Rande- auf eine Interpretation seines Gesichtsausdruckes Bezug, die natürlich unzutreffend sein kann, an der inhaltlichen Kritik ändert auch das nichts.
      3. In keinem Satz behaupte ich, er sähe schlecht aus. Von „Abwatschen für Äußeres“ kann also nicht die Rede sein. Im Gegenteil, ich spreche der intellektuellen Anmutung des Äußeren Sexappeal zu (erster Absatz). Ich kann mir das nur so erklären, dass Sie bereits bei polemischer Erwähnung des Äußeren getriggert sind. Das führt zu Punkt
      4. Leider scheinen viele Menschen keinen humorigen Sinn für Polemik mehr zu haben und nehmen sich selbst zu ernst. Polemik funktioniert nun einmal so und erhebt gar nicht den Anspruch, inhaltlich beachtet werden zu wollen. Sie ist Garnitur. Das ist, als ob sie einem Mädchen erklären, Rotkäppchen sei ein Märchen, also gelogen, also könne sie ruhig mit Fremden mitgehen. Wie gesagt, zumal hier die Brille nur spöttelnder Aufhänger ist.
      Allerdings wird mir bei Ihrem Komentar da auch einiges klar über die darniederliegende rhetorische Kultur in unserer Gesellschaft. In einem anderen Artikel schrieb ich über mich, dass, sollte ich den sterbenden Schwan tanzen, ich mich keiner Illusion darüber hingeben würde, dass ich nicht eher dem sterbenden Nilpferd gleichen würde. DAS, direkt auf andere bezogen, würde an der Grenze balancieren zur Beleidigung, weil man damit die Körperlichkeit eines Menschen verletzen kann. Zu sagen „Deine Brille ist potthässlich“ wäre dagegen in meiner Heimat selbst unter Liebenden völlig akzeptabel. Der Witz hier ist aber, dass ich die Brille NIRGENDS abschätzig nenne, und der Titel ist ersichtlich ein Witz (gemäß eines das Absurde liebenden Humors, muss man nicht teilen! ).
      5. Zuletzt eine Bitte: Ihre ganze inhaltliche Kritik ist ein schmales Miniabsätzchen am Schluss. Ersparen Sie doch allen Kommentarlesern den Sermon einer gut bekannten Parabel, wenn Sie sich in meiner Kommentarspalte bewegen! Das wäre sehr rücksichtsvoll! HG Anna

      • Muss sein. Ich muss sagen, dass mich so eine Reaktion wirklich überrascht. Wie soll Satire in unserem Land möglich sein, wenn man NICHT über Äußeres witzeln darf? Oder die Leute denken eben „Das ist Satire, das hat nichts zu bedeuten“, womit man Satire natürlich diametral falsch versteht.

  9. Ähhm, das ist jetzt tiefster, nicht ernst-gemeinter Zynismus und Polemik oder?

    Oder ist dieser Kommentar vielleicht von Magnus Striet Inkognito selbst? 🤔

    • Also Brillenträger überrascht mich auch.

      Von Anfang an ist für jeden intelligenten Menschen doch klar ersichtlich, dass es sich hier in Deinem Beitrag in keinster Weise um ein oberflächliches Urteil des Äusseren handelt, sondern dass der Blick des Striets Bände spricht!

      Offensichtlich hat Brillenträger rein garnichts Verstanden und muss eine Brille des der verletzten Eitelkeit / des verletzten Stolzes aufhaben.

      Seltsam ist sein Kommentar allemal.

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