Alte Männer, alte Hüte

<<hier geht’s lang (oder s.u.)>>>

Kennt ihr das? Ihr lest einen Text und regt euch erst einmal so richtig auf. Voller Elan greift ihr zur Feder, um euch euren Frust sogleich von der Seele zu schreiben. Euer Geist bäumt sich auf, jede Zelle eures Körpers verwandelt sich in ein Werkzeug des Herrn Zebaoth, die Synapsen glühen, ihr seid eine Realallegorie der Apologetik und dann – nichts. Es ist, als würde euch ein seltsames Nervengift jede Kraft nehmen, euren Vorsatz umzusetzen. Sobald ihr das erste Wort schreiben wollt, ist euer Gehirn leer. Es bleibt nur stumpfe Wut, ein unbestimmtes Gefühl, dass man im 13. Jahrhundert irgendwie besser aufgehoben gewesen wäre, in einer Zeit ohne ZDK und „Wir sind Kirche“. Mit waschechten Ketzern hätte man es doch irgendwie lieber aufgenommen.

Nach der Lektüre dieses DLF-Interviews mit dem Priester und Kirchenhistoriker Arnold Angenendt überkam mich eben dieses Gefühl des Überdrusses mit gewaltiger Macht. Allerdings ist es ja nun so, dass wir mit einer bestimmten Aufgabe betraut sind in dieser Welt, und wenn Gott der Ansicht ist, er könne einen gegen modernistische Pseudotheologie besser gebrauchen als gegen die Katharer, dann wird das schon seine Richtigkeit haben. Daher nun doch noch ein Kommentar zu besagtem Interview.

Mein erster Impuls war ein Achselzucken, gepaart mit vor Schmerz zusammengezogenen Augenbrauen, einem scharfen Einziehen der Luft gefolgt von einem nur innerlich geseufzten „Och nö.“ Nö mit ca. 25 „ö“.

Schon der Teaser (für den der gute Mann nichts kann) ist ein Ärgernis. Wie beim Deutschlandfunk zu erwarten, ist kein Wissen über den Katholizismus vorhanden, was sehr schön zum Ausdruck gebracht wird: Ein Buch über Sexualität sei „Ein heikles Thema – auch vor dem Hintergrund, dass Papst Franziskus noch entscheiden muss: Wie geht es weiter mit katholischer Sexualmoral?“ Ich wusste noch gar nicht, dass ein Papst hier etwas entscheiden könnte, was die bisherige Lehre grundsätzlich verändern würde!

Ich bin ja ein historisch äußerst interessierter Mensch. Mir ist klar, dass Kirchengeschichte und Heilsgeschichte nicht dasselbe sind. Allerdings sollte ein Theologe, ein Priester zumal, die eschatologische Dimension der Geschichte doch zumindest ein klitzekleines bisschen mitbedenken. Geschichte ist ja nicht einfach etwas, das neben dem real existierenden Gott so nebenher läuft, ohne mit ihm auch nur das Geringste zu tun zu haben. Dasselbe gilt für Biologie und Soziologie.

Damit will ich sagen: Dass ausgerechnet das Christentum die Konsensehe durchsetzt – man ist ja für diese Erkenntnis bereits unendlich dankbar! – liegt an einem Gottesbild, aus dem ein Menschenbild resultiert, das die gleiche Würde von Mann und Frau vor Augen hat. Und das, obwohl aus soziologischen Gründen die Mehrehe ja bis heute eine Alternative und in anderen Kulturkreisen üblich ist!

Von weit größerem Übel ist der gedankliche Kurzschluss, den sich Angenendt mit der Aussage leistet, die Kirche müsse ihre Sexualmoral ändern. Zuvor hat er doch nachvollziehbar die Schwächen eines Konzepts erläutert, das Liebe rein als romantisch begreift. Und nun soll die Kirche, die ein ungleich älteres, weiteres, tieferes, weiseres, anthropologisch sinnvolleres Konzept hat, ihren Schatz aufgeben um bitte was zu tun? Die ohnehin von ihren eigenen Illusionen und Idealen überforderten modernen Menschen ihrem lückenhaften Konzept gänzlich ausliefern? Aha. Guter Ansatz, guuuuuter Ansatz!

Drücken wir das Problem einmal vulgärmathematisch aus: Jemand kommt zu mir und behauptet, die Gleichung, die er lösen solle, gehe nicht auf. Ich untersuche die Gleichung und stelle fest, dass er an einer Stelle durch 0 geteilt hat und daher nicht auf ein Ergebnis kommen kann. Und jetzt soll ich ihm laut oben erläuterter Logik also nicht erklären, dass es zwar schmerzlich ist, er aber einsehen müsse, dass er Bruchrechnung nicht kann. Schon gar nicht soll ich ihm Hilfestellung geben, Bruchrechnung zu erlernen- nein, ich soll „mit der Zeit“ gehen und ihm einfach sagen, dass ich dann in meinen Gleichungen auch durch 0 teilen werde, so dass wir dann beide nicht mehr zu Ergebnissen kommen, was dann aber wenigstens dasselbe Nichtergebnis ist und damit dann gut. Ich hoffe, man konnte mir folgen, mir erscheint diese Herangehensweise reichlich absurd. Als Katholik weiß ich, dass Gott die Liebe ist und dass in dem Ehesakrament dem Menschen ein großer Schatz geschenkt ist, der ihm erlaubt, am Schöpfungswirken Gottes teilzuhaben, sich gegenseitig zu heiligen, ein Abbild der Liebe Gottes zu sein; und das alles soll ich aufgeben, nur, weil ein paar rückständige Hanseln ein lediglich ein paar Jahrhunderte altes Konzept mit Konsumdenken verknüpfen und das dann als zeitgemäße Liebe verkaufen. Nicht mit mir.

„Der Soziologe Beck hat mal gesagt, diese Art von Liebe verspricht den Himmel auf Erden, aber der Himmel auf Erden kann von uns nicht gemacht werden. Das ist gleichzeitig der Grund für das Scheitern vieler Ehen heute. Und deswegen auch die Anfrage an die katholische Kirche: Gibt es da nicht eine Möglichkeit, dass eine zweite Heirat möglich wäre?!“

Klare Frage. Klare Antwort: Nö. Denn es geht hier ja letztlich nicht um die Frage „Wie finden wir, dass Liebe sei“, sondern „Was ist Liebe“. Und Liebe ist eben nicht das, was das Konzept der romantischen Liebe behauptet – ich bin jetzt mal bewusst vereinfachend. Ich gehöre nun definitiv nicht zu den Leuten, die behaupten würden, Romantik hätte in der Liebe so gar nichts verloren. Aber als tragendes Prinzip ist etwas, was schon vom Wort her deutlich macht, dass es sich um ein literarisches Konstrukt und nicht um etwas in Gänze Realisierbares handelt, nicht geeignet. Wenn aber Liebe gar nicht das ist, was die Menschen glauben, dann hat die Kirche als Leib Christi die klar definierte Aufgabe, die Wahrheit zu verkünden, das Missverständnis auszuräumen, und dafür zu sorgen, dass Menschen mit rosaroten Brillen nicht getraut werden.

Übrigens möchte ich zumindest zu bedenken geben, dass die romantische Liebe für alle zwar erst seit Kurzem als gangbarer Weg vorgegaukelt wird. Wir finden sie aber in den Mythen und Sagen und in der Literatur zu Hauf. In ihrem Sehnen danach waren die Altvorderen aber dennoch weiser als die heutigen Konsumenten von „romantischen Komödien“ (die Pest unter den Filmgenres – ich bin mir sicher, eine Marienerscheinung heutzutage würde explizit darauf hinweisen, wie viele Seelen durch das Anschauen solcher Filme in die Verzweiflung und ins Elend gestürzt werden!): Es hat wohl einen Grund, dass die Protagonisten der romantischen Liebe eigentlich immer sterben.

„Main: Wir sollten unsere Vorstellungen von Liebe, Ehe, Sexualität nicht zurück projizieren auf die Vergangenheit. Das scheint mir ein wenig eine Kernthese dieses Buches zu sein. Wenn wir das doch tun, was ist die Folge?

Angenendt: Wenn wir es doch tun, verurteilen wir alle anderen früheren Kulturen, die es anders gehalten haben und anders halten mussten.“

Geht es hier um Kulturen oder um Menschen? Ich habe kein Problem damit, eine Kultur zu verurteilen, die Zwangsverheiratungen als legitim betrachtet oder die Polygamie. Man darf dazu stehen, wenn ein kulturelles Konzept schlicht besser ist als ein anderes. Damit habe ich ja andere Kulturleistungen der „verurteilten“ Kultur nicht abgewertet – z.B. möchte ich auf indische Küche nicht verzichten. Mit Witwenverbrennung und Zwangsheirat sollen die mich aber bitte trotzdem in Ruhe lassen, und ich nehme mir auch das Recht heraus, vor dem Hintergrund christlicher Anthropologie derartige Konzepte zu verurteilen. Denn ein schlechtes kulturelles Konzept führt in der Praxis dazu, dass ein konkreter Mensch leidet. Und das finde ich nicht gut. Übrigens auch nicht bei meiner eigenen Kultur.

Dann driftet der werte Herr ins Vorgestrige ab. Was die Pille betrifft, können wir nun wirklich nicht hinter die prophetische (oder vielleicht auch einfach nur vernünftige) Einschätzung Pauls VI zurückfallen. Mittlerweile sind es ja sogar Teile der Soja-Vegan-Fraktion, sonst eher stramm links verortet, die die medizinischen Risiken und die Manipulation des weiblichen Körpers ablehnen. Mit nicht wenig Genugtuung konnte ich vor Kurzem einer Freundin, die sagte, sie würde die Pille nicht mehr nehmen und es ginge ihr seitdem viel besser, zurufen: „Na, dann bist du jetzt ja auch schon so weit wie unsere Päpste es schon vor Jahrzehnten waren“. Bisschen triumphalistisch, wenig einfühlsam, aber musste mal sein.

Die Pille als Mittel zur Befreiung der Frau zu begreifen, ist alles andere als modern. Es ist absolut 68er, und wer rechnen kann, der weiß, dass das nun auch schon eine Weile her und absolut nicht mehr en vogue ist. Die Frau ist zum Sexobjekt befreit. Immer verfügbar und vor allem immer selbst schuld, wenn es dann „schiefgeht“. Mit der Option, das Kind töten zu lassen oder den ganzen Lebensentwurf über den Haufen geworfen zu sehen. Hurra. Ich bevorzuge eine Haltung, die Mann und Frau gleichermaßen in die Pflicht nimmt und zwar in Rücksichtnahme, Verantwortungsgefühl, Keuschheit, Vernunft und eben echter Liebe.

Im weiteren Verlauf fiel mir dann noch folgendes Statement unangenehm auf:

„Also, ich denke, nach der historischen Entwicklung, die wir hinter uns haben, können wir von der romantischen Ehe nicht mehr runter. Wir müssen die Schwierigkeiten, die diese romantische Ehe andererseits mit sich bringt, irgendwie zu bewältigen versuchen.“

Was bitte verstehen wir denn unter Problembewältigung? Das, was er vorschlägt, ist bedingungslose Kapitulation! Man müsse sozusagen mit diesem defizitären Programm leben?! So denkt kein Reformer! Hätten die Israeliten gesagt „Alle glauben an viele Götter. Dahinter können wir nicht zurück“, oder die frühen Christen „Alle beten den Kaiser an. Dahinter können wir nicht zurück!“ oder Teresa von Avila „Alle Nonnen leben verweltlicht. Damit müssen wir nun umgehen lernen.“ oder Arvo Pärt „Alle modernen Komponisten komponieren grausig. Wir können hinter Stockhausen nicht zurück!“ – Ja, wie sähe die Welt dann wohl aus? Und nun ist ja auch das Motto der Kirche nicht „zurück“, sondern „vorwärts im Heiligen Geist“.

Ach ja. Keine Debatte über Sexualität ohne Diskussion ums Priestertum. Und hier offenbart sich der über Strecken ja durchaus interessante Einblicke liefernde Theologe als Kind seiner Zeit. Die Viri probati-Diskussion nervt mich natürlich total an. Es ist lächerlich, zu behaupten, die „zusammengestoppelten“ Messen hätten mit Priestermangel zu tun. Das haben sie tatsächlich: Mit einem Mangel an Priestern, die ihr Amt so verstehen, wie die Kirche es verstanden wissen will. Denn keine Messe, die schlicht und einfach gefeiert wird, wie es das Messbuch vorsieht, ist „zusammengestoppelt“. Wieso fragt er nicht, warum andere Kulturkreise genügend Priester zur Verfügung stellen können, um uns mitzuversorgen? Anstatt dankbar dafür zu sein, dass andere noch verstehen, was es bedeutet, Priester zu sein, wird der „kultische Reinheit“-Faktor ins Spiel gebracht. Ein unfairer Move, der den Katholizismus in die Nähe von Gesetzlichkeit rückt. Schließlich hat Jesus „kultische Reinheit überwunden“, indem er eine weit strengere Reinheit fordert, nämlich die des Herzens. Und der Zölibat ist nicht in erster Linie wegen irgendeiner körperlichen Reinheit angebracht (als ob Sex „verunreinigen“ würde), sondern wegen bestimmter dem Priesteramt eigener Anforderungen. Zum einen natürlich das Zeichenhafte der Ehelosigkeit: Die völlige Verfügbarkeit, als Arbeiter in Gottes Weinberg zu gehen. In der Nachfolge Jesu und der Apostel zu stehen. Der Priester ist der Hirte seiner Herde. Er hat sich voll und ganz ihr hinzugeben. Seine Braut ist die Kirche. Ich stelle es mir nicht leicht vor, wenn an einen Mann seitens der Kirche und seitens seiner Frau solche Ansprüche gestellt werden. Was macht der Priester, wenn er in eine Situation kommt, in der er entscheiden muss, ob er als Ehemann oder als Priester handeln soll? Der Priester ist auch Vater – aber wie soll er leiblichen Kindern gerecht werden, wenn er wirklich voll und ganz geistlicher Vater ist? Es ist gut, wenn die Kirche eine solche Doppelbelastung nur in Ausnahmefällen zulässt. Die (hoffentlich) zölibatär lebenden Priester schaffen es jetzt bereits zum Teil, die nötige Seelsorge schleifen zu lassen. Wie soll das werden, wenn sie zu Hause auch noch eine Familie zufriedenstellen sollen?

Zum Lachen brachte mich dann aber der Kommentar zu Frauen im Priesteramt. Laut Angenendts ökumenischer Erfahrung mit Denominationen, in denen Frauen ordiniert werden, herrsche in deren Predigten „ein anderer Ton“. Finde den Fehler. Der katholische Priester ist nicht in erster Linie Prediger. Er spendet Sakramente, hütet und unterweist seine Herde und bedient sich dabei auch durchaus des Wortes. Es hat wortgewaltige Frauen in der katholischen Kirche gegeben, und die haben auch durchaus kundgetan, was sie den Christen mitgeben sollten und wollten. Wäre das Priestertum gleichzusetzen mit dem Amt des evangelischen Pfarrers, so hätte außer Bibeltradis niemand etwas gegen Frauen in diesem Amt. Ist aber nicht gleichzusetzen. Angenendt hat also die Aufgabe des evangelischen Predigers vollauf erkannt, hält aber das Amtsverständnis des Priesters offenbar für nicht so wichtig. Ebenfalls lächerlich ist dann die Behauptung, es sei logische Konsequenz der „ursprünglichen Gleichberechtigung“, dass Frauen in irgendeiner Form zum Diakonat oder Priestertum zugelassen werden würden. Was bitte hat das Priesteramt mit Gleichberechtigung zu tun? Ich bin mir sicher, dass im Zuge der Gleichberechtigung auch bald die logische Konsequenz eintreten muss, dass Männern Gebärmuttern wachsen und sie beginnen werden, Kinder auszutragen. Sobald das geschieht, werde ich die Erste sein, die für eine Öffnung des Priesteramts für Frauen plädiert.

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5 Kommentare

  1. Jou. Ungefähr so.

    Was die Priester als Prediger betrifft: gewiß sind die Priester nicht in erster Linie Prediger und nicht wegen ihrer Predigtfunktion Männer, sondern wegen der Konsekration in persona Christi.

    (Soo einfach wie mit den Gebärmüttern ist die *innere* Begründung dann allerdings auch nicht, weil nämlich das männliche Äquivalent zu „Mutter sein“ nicht „Priester sein“ ist, sondern, obwohl man das seit der Mütterlichkeitsromantik dieses und der letzten zwei Jahrhunderte – die sicherlich, damit wir uns nicht falsch verstehen – auch teilweise berechtigt ist – gern einmal in den Hintergrund stellt, „Vater sein“.

    Die *äußere* Begründung ist hingegen banal: Christus hat nur Männer eingesetzt, die Apostel haben das als verbindlich verstanden, und obendrein hat’s der Papst als verbindlich festgestellt^^)

    Was freilich das Predigen betrifft, so erlaube ich mir die Meinung: Hw. Prof. Angenendt stellt hier die Selbstverständlichkeit fest, daß da bei Frauen in der Tat ein anderer Ton herrscht als bei Männern (es ist ja schön, daß man für diese elementare Tatsache einen „Unverdächtigen“ hat, den man bei Gelegenheit mal zitieren kann!). Und da der Priester *auch* predigt, gehört es somit *auch* zur Gestalt des allgemeinen kirchlichen Gottesdienstes, daß die Predigt mit dem Ton der Männer gehalten wird, nicht mit dem der Frauen.

    Und fast jedesmal, wenn ich wieder eine Frau irgendwo im allgemeinen Gottesdienst predigen höre, denke ich mir (und zwar mit einem definitiven Unterschied zu männlichen Pastoralreferenten und zu älteren Seminaristen, obwohl die ja ebenfalls nicht dürfen^^):

    Das war auch gut so.

    Für das Sprechen eines meditativen Textes bei einer eucharistischen Anbetung scheinen die Frauen, was ich so mitbekomme, erstaunlicherweise gleich viel besser geeignet…

    —-

    Das, also die Einschränkung des Priestertums auf Männer und des Predigens bei der Messe auf wäre meiner Ansicht nach auch, was man als den eigentlichen Sinn der bekannten Stellen beim hl. Paulus interpretieren kann, ohne sie schlechthin zu verwerfen… was ja trotz allem Nichtfundamentalismus irgendwie auch nicht geht…

    • Ich verbitte mir die polemische Behauptung, Frauen könnten besser meditative Texte bei der Anbetung vortragen. Wenn du dich auf einen seicht-unverbindlich-sanften Tonfall beziehst: Der ist bei Frauen wie Männern gleichermaßen nervig…

      • Also sorry, liebe Maria Magdalena, gerade das war nicht polemisch. Daß sie es in der Messe, auch davon abgesehen, daß es verboten ist, nicht können (das heißt, nicht den Ton treffen, den man in der Messe gerne hätte) – bitte, das war, von mir aus, polemisch. Daß sie es bei der Anbetung doch können (besser als Männer habe ich nicht gesagt – auch nicht unbedingt schlechter, nebenbei) war nicht polemisch, sondern bloß eine freundliche Tatsachenfeststellung.

        Ein seichter-sanfter Tonfall war damit nicht gemeint, und, gewiß, den gibt es auch bei Männern und, gewiß, der nervt. Ich würde allerdings schon sagen, er nervt bei Männern noch ein gutes Stück als bei Frauen. 🙂

        So jedenfalls meine meisten Erfahrungen mit dem Vorlesen bei der Anbetung einerseits und dem verbotenen Predigen von Frauen bei Messen andererseits. Letzteres kommt zum Glück nicht allzu oft vor, aber ein paarmal war ich dem halt doch schon ausgesetzt.

        (Und das schließt den Vergleich mit Männern, die nicht Priester oder Diakone sind, also ebenfalls verbotenerweise predigen, mit ein. Sorry, aber so sind halt meine Erfahrungen…)

  2. Es ist schon ziemlich heuchlerisch, wenn Linke dem Christentum vorwerfen, es würde „alle früheren Kulturen verurteilen, die es anders gehalten haben oder anders halten mussten“, also wenn etwa von einem katholischen Standpunkt aus Witwenverbrennung oder das Töten von behinderten Säuglingen ausdrücklich verworfen wird. Und unsere „toleranten“ kulturellen Linkshegemonisten“? Die verdammen ja schon jeden in Grund und Boden, wenn er den Lebenspartner von Elton John nicht als „Ehemann“ bezeichnet oder nicht schrecklich darunter leidet, dass weniger als die Hälfte aller Müllabfuhr- und Maschinenbauingenieursposten von Frauen eingenommen werden. Ich glaube, dass kein Afrikamissionar jemals irgendeinen Häuptling mit Megaharem so verabscheut hat wie unsere Medienelite einen normalen durchschnittlichen Katholiken.

    • Wobei die drastischen Besipiele ja jetzt nur der Deutlichkeit halber von mir erwähnt wurden. Im Interview geht es ja nicht um SOLCHE kulturellen Praktiken. Es wird ja behauptet, man „verurteile“ alle, die es anders gemacht hätten, was natürlich erst mal so ohnehin nicht stimmt; aber wenn und es ist berechtigt, wieso nicht (zumal ja eine Kultur kein Mensch ist – einen Menschen darf man natürlich nicht verurteilen…)…

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