Ist mir doch egal

So, mir reicht’s. Das ist nichts Neues, aber jetzt ist es final.

Pro Life – rechtspopulistisch. Pro verfolgte Christen – rechtspopulistisch. Pro Meinungsvielfalt – rechtspopulistisch. Pro unideologische Presse- rechtspopulistisch. Pro der Sache angemessene differenzierte Darstellung ausländischer Politik – rechtspopulistisch. Alle, die es wagen, eine konservative Position zu vertreten, sind gefährliche Rechtspopulisten. AfD-Wähler. Aha. Und fragt man mal die Betreffenden, wen sie wählen wollen? Nö, warum auch. Unterstellungen sind definitiv weniger realitätsanfällig als Fakten.

Man kann die Definitionen der Begriffe rechtsextrem und rechtspopulistisch nicht unendlich weit nach links ausdehnen, bis nur noch die KPD legitim wählbar ist. Man sollte damit aufhören, bevor es zu spät ist.

Wenn Du Otto Normalbürger jeden Tag erzählst, seine Positionen seien rechtsextrem, dann musst Du dich nicht wundern, wenn er sich irgendwann umschaut und sagt: Hey, hier im rechtsextremen Lager sind ja alle meine Freunde! Fritz Normalbürger und Max Normalbürger und Lisa Normalbürgerin und sogar Dolce und Gabbana und der eine oder andere Ex-Moslem sind dabei! Dann lässt es sich hier aber gut leben am rechten Rand. Dann ist der Höcke wohl auch so ein toller Hecht wie ich es bin!

Wenn Du Otto Normalbürger jeden Tag erzählst, seine Ansichten seien am Rand zu verorten, während er im Küchengespräch  jeden Tag erfährt, dass eigentlich alle so denken wie er, musst Du dich nicht wundern, wenn er Dich irgendwann als Establishment wahrnimmt, als „den da oben“, der ihn unterdrückt.

Wenn Du Otto Normalbürger jeden Tag erzählst, seine Ängste seien Ausgeburt einer unzureichenden Entnazifizierung (oder was auch immer), während er jeden Tag durch diese Ängste geht und sie als realistisch erfährt, musst Du Dich nicht wundern, wenn er Dich irgendwann als Feind wahrnimmt.

Dann musst Du dich nicht wundern, wenn irgendwann wirklich rechts die Mehrheit steht. Denn Du hast in deinem Modell, in dem es Dir nicht um Darstellung der Realität ging, sondern um die Konstruktion einer solchen, ja den Wert „rechtsextrem“ derart umdefiniert, dass man schon wirklich ziemlich hardcore marxistisch drauf sein muss, um sich nach dieser Definition noch außerhalb dieser Gesinnung anzusiedeln.

Und weißt Du was: Mir ist das langsam so was von wurscht. Aus Nächstenliebe wäre es mir lieber, Du würdest in Deinem Wahn friedlich und unbeschadet leben können: In einer Scheinwelt, in der die, die diese Gesellschaft erhalten wollen, zu Feinden abqualifiziert werden, weil sie deine Lieblingsfarbe nicht teilen oder dein Lieblingsessen nicht mögen oder in wer weiß was für irrelevanten Fragen nicht deiner Meinung sind und dein Bedürfnis nach Bestätigung nicht befriedigen. Aber die Wahrscheinlichkeit sinkt. Gleich, welche Realität Dich als erstes einholt, der mit Blankopass eingereiste Terrorist oder der deutsche Neonazi: Beide fackeln nicht lang und beide sind eine Realität, die du mit herbeigerufen hast, anstatt konstruktiv in einem gesamtgesellschaftlichen Konsens gemeinsam mit anderen zu überlegen, wie man unsere Gesellschaft stabiler und besser machen könnte. Und mit dem Ergebnis musst Du dann auch klarkommen. Ich als Mensch mit Migrationshintergrund habe ja Alternativen: Ich werde zu diesem Zeitpunkt in Heinrich Hein’scher Manier irgendwo im Maghreb sitzen und traurig Gedichte über Deutschland in der Nacht verfassen.

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