Ich weiß ja nicht, was IHR nächstes Jahr so so macht,…

…aber ich feiere das Fatima-Jahr.

Dafür brauche ich keine Liturgie zu „entwickeln“, denn es gibt schon eine, die die Engel im Himmel feiern und in die ich mich sehr gerne einklinken darf – vorausgesetzt ich verlange nicht von ihnen, dass sie „Ins Wasser fällt ein Stein“ singen, mit Klangschalen um den Altar fliegen o.ä. Solange ich solche menschlichen Eskapaden von der Liturgie fernhalte, bin ich auch und gerade als Mensch herzlich eingeladen.

Okay, so schlecht klingt das ökumenisch entwickelte Konzept nicht, auch wenn ich felsenfest davon überzeugt bin, dass ein guter Gottesdienst kein Konzept braucht, wenn er Gott hat.

Der gemeinsamen Buße wird Platz eingeräumt, allerdings möchte ich in meiner peniblen vorvorkonziliaren Art doch einmal fragen: Abgesehen von den Grausamkeiten, die Katholiken Protestanten angetan haben, wofür eine saftige Entschuldigung absolut richtig und angemessen ist – wofür genau sollen wir Gott ansonsten um Verzeihung bitten? Dafür, dass man weitsichtig genug war, religiöse Psychosen von frömmelnden Mönchen nicht in das allgemeine Glaubensgut einsickern lassen zu wollen? Dafür, dass man entscheidende Glaubensinhalte nicht verleugnet hat? Dafür, dass man an Papstamt, geweihtem Priesteramt, Eucharistie, Maria etc. festgehalten hat? Klingt mir alles sehr skandalös. Vor allem dafür, dass man eine schlagkräftige Eliteeinheit „Gegenreform“ gegründet hat, die durch gute Katechese und Wiederbelebung eines gesunden Glaubenslebens Schlimmeres verhütet und einige Landstriche für den Katholizismus zurückgewonnen hat, muss man sicher mal „sorry“ sagen.

„Zunächst gehe es um den Aspekt des Danks aus lutherischer Sicht.“Kein Dank für die Trennung, sondern dafür, dass Luther und die Reformatoren ihnen ein neues Verständnis und eine neue Auslegung des Evangeliums geschenkt haben“, erklärt der katholische Theologe. Ermutigt durch das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) könnten aber auch „die Katholiken mit Freude die wahrhaft christlichen Güter aus dem gemeinsamen Erbe, die sich bei den von uns getrennten Brüdern finden“, anerkennen und hochschätzen, heißt es in der Gebetsordnung, die damit Bezug auf das Ökumenismus-Dekret „Unitatis Redintegratio“ nimmt.“

Mo-mo-Moment. Ich will ja nicht immer ‘rumunken. Aber DAS ist ziemlich genau das Kauderwelsch, das mir zuerst Zweifel an der Orthodoxie der lutherischen Lehre eingeflößt hat. Das ist EKD-Sprech. Man liest es und versteht es nicht, aber hängenbleiben tun die Worte „Freude“, „Dank“ und „hochschätzen“, und wenn wir das tun, ist doch alles in Butter, oder?

Wir danken also gemeinsam für ein neues Verständnis, das die Reformatoren uns gebracht haben. Welches neue Verständnis ist gemeint? Könnten Sie konkret werden? Meinen Sie die verhunzte Ecclesiologie? Die Relativierung von Glaubensaussagen und die Verkürzung des Evangeliums auf das, was es an sozialer Gerechtigkeit parat hat und auf das, was es „mir persönlich“ sagt? Auf katholisch heißt der Text: Wir sind dankbar dafür, dass sich trotz der verheerenden Zerstörung wichtigen Glaubensgutes dennoch so viel vorreformatorisches Erbe hartnäckig weigert, dem Evangelium secundum Frau Käßmann zu weichen. Ja, dafür bin ich ausgesprochen dankbar. Natürlich erkenne ich an und schätze, was an katholischem Glaubensgut in der evangelischen Kirche übrig geblieben ist. Wie sollte ich nicht etwas schätzen, was katholisch ist? Also bin ich ja doch wieder d’accord.

Ich werde jedenfalls ab dem 01.01.2017 genüsslich das Fatima-Jahr begehen, in der Hoffnung, dass sich Russland bekehrt, und die EKD vielleicht auch.

Ich bin offen für Aktionen, die verdeutlichen, dass es ein katholisches Reformationsgedenken abseits von „Es tut uns Leid, dass wir damals nicht besser katechisiert haben“ und abseits von Rosenkränzen für Luthers Seele nicht geben kann.

Ich plane bisher, einen Hubschrauber zu chartern und Wundertätige Medaillen über Wittenberg abzuwerfen. Außerdem werde ich eine Formel, mit der man protestantischen Lehren abschwört, als Taizé-Lied vertonen und meinen evangelischen Freunden beibringen.

Weitere realistische Ideen nehme ich gerne in den Aktionsplan Fatima 2017 auf!

Advertisements

6 Kommentare

  1. Wundervoll! Ich werde mich den Gebeten und ggf. auch herumziehenden Flagellanten anschließen. Als Komponist bin ich gänzlich untauglich, würde aber vielleicht das Taize-Lied singen und bei YouTube einstellen. Es soll doch eher überzeugt als kläglich aufgeführt werden?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s