Be smart. Be like Bill.

Als ich das erste Meme sah, schwante mir Übles. Sei wie Bill, Bob, Fritz, Teophil, oder wie wer auch immer, aber passe jedenfalls deine Facebookposts einem wie auch immer gearteten Trend an, der sich übrigens auch jederzeit ändern kann, vorgegeben von Zuckerbergs Cyborgs oder von wem auch immer. Aber eigentlich, dachte ich, eigentlich ist das doch ein ganz lustiger Kerl, dieser Bill, und versuchte mich flugs an den ersten zaghaften Memes katholischer Art.

Natürlich ist ein Meme mit Bill eigentlich idiotensicher. Man kann ihn die bescheuertsten und banalsten Sachen machen lassen, mit der knuffigen Mütze auf dem Kopf kann ihm keiner was.

Dann aber kam mir folgendes Meme unter die Finger:

Bill evangelisch

Okay… Ich habe ja nun wirklich absolut nichts gegen selber denken. Bloß: Das ist keine evangelische Errungenschaft. Und hier zeigt sich wieder einmal beispielhaft die insgheime Arroganz gewisser Kreise. Wir sind ja so bescheiden, darum schreiben wir niemandem etwas vor. Aber das selber Denken, das haben wir erfunden. Wer’s glaubt wird selig. Übrigens: „Mach’s wie ich, weil ich bin toll“ ist auch nicht gerade der Gipfel der Demut. Aber Demut ist ja auch altmodisch. Und evangelisch ist was? Genau, nicht altmodisch.

Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass man die Fähigkeit erst einmal beherrschen muss. Wenn ich mal aus purem Interesse, was die dunkle Seite so macht, auf einschlägigen evangelischen Seiten herumstöbere (für die ich zum Teil sogar noch Nutzerkonten besitze), dann muss ich normalerweise nach 10 Minuten aufhören und mir aus Frust eine Tafel Schokolade gönnen. Das mit pseudo-intellektuellem Wohlfühlgeschwafel mühsam auf Seriosität getrimmte relativistische Gesülze ist nur schwer auszuhalten und enthält allzuoft einen gravierenden Denkfehler nach dem anderen. Wobei der gröbste Denkfehler das Unterlassen einer Denkleistung ist. Meistens handelt es sich dabei um Unterlassung von Unterscheidungen: Man ist unfähig, den Unterschied zwischen Person und Handlung oder zwischen Handlung und Intention wahrzunehmen. Man unterscheidet nicht zwischen Fakten und persönlichen Eindrücken und natürlich auch nicht zwischen Realität und Wunschdenken. Insofern war mein erster Gedanke: Selber denken, ja, bitte, aber nur, wenn man’s auch kann!

Was ich umgehend auf zeitgemäße Art und Weise zum Ausdruck bringen musste:

Think for yourself

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