galerie Der Marsch für’s Leben goes Mainstream

Wer laufen kann, muss zum Marsch für’s Leben. Es gibt keine Alternative. Die Menschen, die sich gegen das Anliegen wenden, das erste und grundlegendste Menschenrecht zu achten und zu schützen, das Recht auf Leben, sind viel zu dumm, als dass man ihnen die Mainstreammedien überlassen dürfte.

Die Gegendemonstranten sind illusionslose und unkreative Menschen, die die Parolen der 68er widerkäuen, weil ihnen nichts mehr einfällt. Deshalb thematisieren sie auch Themen, die mit dem Lebensschutz nichts zu tun haben. Ich meine: Wenn ich GEGEN etwas demonstriere, dann nehme ich doch Bezug auf die Sache, die mich stört. Wenn also jemand einen Marsch für das Leben organisiert und ganz klar sagt, was er damit will, nämlich, auf den Tod vieler unschuldiger Kinder hinweisen, sollte ich dagegen nur demonstrieren, wenn ich gegen den Zweck der Demonstration bin. In diesem Fall bedeutet es, dass ich den Tod von 100.000 Kindern jedes Jahr gut finde, oder zumindest möchte ich nicht, dass man darauf hinweist. Da das nur eine Minderheit der Gegendemonstranten so unterschreiben würde, wird also munter gegen alle Mögliche demonstriert, für das der Marsch für das Leben gar nicht einstehen will: Gegen Homophobie, gegen das Patriarchat usw. Das ist, als ob ich gegen eine Veganerdemo mit dem Ruf „Kein Hartz IV für Arbeitsverweigerer!“mobil machen will. Klingt absurd? Genau.

Einige Gegendemonstranten haben sich dann aber doch als die lebens- und menschenverachtenden Ideologen geoutet, die sie sind: „Smoke Meth, hail Satan“, steht auf dem T-Shirt eines Linksaktivisten, der ein Schild mit der Aufschrift „Maria, bitte treib ab“ hochhält. Möchten unsere linken Medien mit so etwas fraternisieren? Ist Satanismus eine unterstützenswerte, konstruktive Bewegung? Wünschen sich die Gegner des Marsches, darunter die Evangelische Landeskirche, wirklich, dass Jesus nie geboren wäre? Dass es, abgesehen vom Heil der Menschheit, die gesamte europäische sakrale Kunst, Musik, Architektur, das ganze abendländische Denken, nicht gegeben hätte? Ich bin mir sicher, hätte da „Mutter von J.S. Bach, treib bitte ab“ gestanden, man hätte sich eines schlagkräftigen Widerstands des einen oder anderen evangelischen Bischofs sicher sein können. Aber so…wenn bloß Jesus Christus abgetrieben werden soll…

Leute mit bunten Perücken trommeln gegen Homophobie und Sexismus, obwohl es hier darum geht, darauf aufmerksam zu machen, dass Kinder getötet werden, nur, weil sie (eventuell) eine Behinderung haben. Der alte Spruch „Hätt‘ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ wurde sogar auf polnisch übersetzt, um den Sobieskis von heute, dem Bollwerk des europäischen Katholizismus, dem wir einen heiligen Papst und eine Menge Volksfrömmigkeit verdanken, so richtig „ans Bein zu pissen“ (linke Diktion). Ich muss sagen, dass das allerdings einer der appetitlicheren und gemäßigteren Sprüche war.

Ein paar als Hexen verkleidete Schreihälse wollten offenbar die Inquisitoren unter uns provozieren, leider hatten wir keine Zeit, unsere Scheiterhaufen to go aufzubauen und ein Autodafé zu veranstalten. Frauen mit nacktem Oberkörper sitzen in Bäumen, eine Handvoll Demonstranten veranstaltet eine (effektive) Sitzblockade. Der Protest gegen den Marsch für’s Leben ist lächerlich und infantil. Und langsam, langsam scheinen auch die katholischen Oberhirten zu verstehen, dass es sich hier nicht, wie gerne dargestellt, um eine fanatische Minderheit von misogynen Altvorderen handelt, sondern, dass hier ein Querschnitt der Gesellschaft (mit einem überdurchschnittlichen Anteil Jugendlicher!) für das auf die Straße geht, was die gesamte Gesellschaft zusammenhält: Die Grundüberzeugung, dass Leben gut ist und dass menschliches Leben lebenswert und schützenswert ist und dass es keiner weiteren Qualifikation bedarf, um Leben zu dürfen.

Jeder, der nur einmal einen kurzen Blick auf die marschierende Menge erhascht hat, und dann auf die Gegendemonstranten, ist für alle Ewigkeit immun gegen den medialen Mainstream, der sich mit den Linksradikalen solidarisiert in dem Irrtum, es ginge diesen um Freiheit und Gleichberechtigung. Rein optisch: Grüne Luftballons, bunte Schilder, Menschen unterschiedlicher Religion, ein Großteil junge Leute aus jeder Schicht, viele Kinder. Nein, das waren nicht die Gegendemonstranten. Die waren schwarz und betont abgerissen gekleidet, manchmal waren grell gefärbte Haare zu sehen, selbst die Regenbogenflagge, deren bunte Farben die einfarbige Tristesse des gleichgeschalteten Gendermenschen kaschieren soll, war alles andere als prominent.

Dann inhaltlich: Wer ein Schild mit der Aufschrift „Willkommenskultur für Ungeborene“ oder „Jeder Mensch hat das Recht auf Leben“ kontrastiert mit „Ficken für den Volkstod“ oder blasphemischen Sprüchen, die Jesus Christus im Zusammenhang mit homosexuellen Akten erwähnen (ich kann nicht expliziter werden, da mir die Finger beim Tippen stoppen würden, sollte ich den Wortlaut wiedergeben wollen…), der muss nicht lange überlegen, wer hier fanatisch und hasserfüllt ist, wer respektlos ist, nicht nur gegenüber dem Heiligen, sondern auch gegenüber den Gefühlen anderer. Darum: Nehmt am 17. September 2016 alle mit. Katholisch, evangelisch, atheistisch, esoterisch, jeder, der nur eine Spur gesunden Menschenverstand und Humanität in sich verspürt, soll kommen, und sich ein Bild von der Lage machen. Das nächste Mal sollen die Medien nicht die Anzahl der Demonstranten herunterkorrigieren, um das Ganze zu einer Randveranstaltung zu degradieren, die man totschweigen kann!

Besonders gut gefiel mir übrigens ein Schild mit der Aufschrift „Woran erkennt man, dass Katholikentag ist? Man trifft an einem Tag 50.000 Frauen und keine gefällt einem“. Ich habe das sehr persönlich genommen. Abgesehen davon, dass der Inhalt sexistisch ist und dass der Verfasser, wie so viele, ignoriert, dass der Marsch für’s Leben keinesfalls eine katholische Aktion ist, möchte ich dies zum Anlass nehmen, einige wenige attraktive katholische Frauen vorzustellen. Denn ein Mangel an Ästhetik wäre für den Gott des Wahren, Guten, und Schönen ja nun wirklich ein ernstzunehmender Kritikpunkt! (Außer Konkurrenz läuft natürlich die Jungfrau Maria…)

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