Halbfreude

Aus gegebenem Anlass (die letzte Sonntagsmesse) möchte ich mir Gedanken machen über einen schizophrenen Zustand, in dem sich der normale (Anm: Wer für Priesterinnen und Kondome ist, lese hier „ultrakonservative“, „ultrarechte“ oder „fanatisch vorkonziliare“) Katholik mittlerweile ständig befindet, insbesondere, wenn ihn eine gewisse Liebe mit Liturgie und Gottesdienst (gar in der überlieferten Form?) auszeichnet.

Es ist der Zustand der Halbfreude oder Halbagonie, je nachdem, ob man das Glas als halb voll oder als halb leer betrachtet. Als grundsätzlich in christlicher Hoffnung verwurzelter Mensch bevorzuge ich den Begriff Halbfreude, den ich hiermit in den Thesaurus der deutschen Sprache aufnehme. Halbfreude ist das, was einem mit der Kirche fühlenden normalen (Anm: Wer für Priesterinnen und Kondome ist, lese hier „ultrakonservativen“, „ultrarechten“ oder „fanatisch vorkonziliaren“) Katholiken ständig bewegt, während er in verschiedensten deutschen Gemeinden deutsch-katholisches Leben beobachtet.

Denn auf jeden kleinen Hoffnungsschimmer, der ihm vorgaukelt, es könne doch besser sein, als er denkt, folgt die bittere Enttäuschung auf dem Fuße, da guter Wille nicht selten in purer Unkenntnis ertränkt wird:

Wenn es bei einem feierlichen Hochamt in einer Dorfkirche, in der man das seit 70 Jahren nicht mehr gesehen hat, eine Prozession zum Einzug gibt und die Messdiener ineinander taumeln und aneinanderstoßen, weil die hintere Reihe nicht weiß, wann sie stehen bleiben muss, oder die vordere nicht, wann sie sich bewegen muss: Da freut man sich, dass es so viele Messdiener gibt, dass sie wie Dominosteine gegeneinanderfallen können, und das Herz weint, weil 90% der Messdiener weiblich sind. Wenn der Pfarrer von der wichtigen Rolle der Frau in der Kirche spricht, dann aber nicht Maria, sondern die neue Pastoralreferentin als ideales Vorbild der katholischen Frau von heute beschreibt.  Wenn der Priester vor der Einladung zur Kommunion Hostie und Kelch erhebt und sagt „Seht, Jesus Christus, das Lamm Gottes“ und dann aber weiterbetet „er ist für uns zu Brot und Wein geworden, um uns Kraft zu sein für unser Leben“. Wenn er zu Beginn der Messe das Schuldbekenntnis beten lässt und dann das Kyrie vergisst. Wenn zwei Priester zelebrieren, (Wow, wir haben so viele Priester!) und der eine sich bei der Kommunionausteilung hinsetzt, damit die Patoralreferentin austeilen kann. Wenn man die Ankündigung im Gemeindebrief liest, dass es eine Maiandacht geben soll, bei der sich aber herausstellt, dass es sich um eine Erklärungsveranstaltung handelt, bei der erläutert wird, wieso es Maiandachten immer noch gibt, obwohl wir doch eigentlich schon alle evangelisch sind.

Auch, wenn katholisches.info anderes suggeriert: Die Meisten Menschen sind guten Willens, und das ist ein Grund zur Freude.

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