Die Falle

Seid allezeit bereit zu Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“ 1. Petr 3,15

Jaaaaa…das würde ich ja gerne tun. Wirklich gerne. Aber die Mitmenschen geben einem ja keine Gelegenheit dazu: Ich wurde noch nie von einem Nicht-, Nichtmehr-, Nichtsorichtig- oder Nichtsowiediekirchesagtchristen nach meiner Hoffnung gefragt. Ich werde gefragt nach meiner Haltung zu Abtreibung, meiner Haltung zu Homosexualität, meiner Haltung zu Sex. Kein Mensch fragt „Ey, sag mal, welche Hoffnung ist denn eigentlich in dir?“

Das ist die eigentliche Tragik der Menschen heute. Sie sind so verzweifelt auf der Suche nach einer Anleitung zum Leben und so unweigerlich überfordert von den angeblich grenzenlosen Möglichkeiten, dass sie sich gar nicht vorstellen können, Christentum sei etwas anderes als ein ethisches Handbuch zur Lebensbewältigung.

So gerne würde ich darüber sprechen, dass Gott die Liebe ist. Dass es wunderbar ist, Gott kennenzulernen. Mit Jesus Christus und an der Hand Mariä durchs Leben zu gehen. Jeden Tag die Schöpfung und die weise geordnete Welt zu bestaunen und den weise ordnenden Herrn dieser Schöpfung anzubeten. Ich komme nicht dazu. Die Gretchenfrage ist an den Rand gedrängt von der Frage, ob, wann, zu welchem Zweck und mit wem Menschen schlafen dürfen. Inwieweit eine persönliche Überzeugung in dieser Frage aus einer bestimmten Quelle heraus Autorität über das Individuum hinaus beziehen kann, würde uns dem Kern des Pudels zwar schon näherbringen, aber spätestens in diesem Augenblick setzt bei dem relativismuskontaminierten Durchschnittsmenschen eine Denklähmung ein. Und damit befindet man sich in der Falle: Das, was ein missionarisches Gespräch hätte sein können, das, was Zeugnis ablegen hätte werden können, wird zu einem irgendwie abstrakten Erläutern von Spielregeln auf dem katholischen Bolzplatz.

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