Bibelwissenschaft Kapitel 1: Die Antiquelle – Durchbruch für Geschichtswissenschaften und Theologie

Na, noch blasse Erinnerungen an Geschichtsunterricht? Wie war das? Es gibt Primärquellen. Und Sekundärquellen. Es gibt aber noch eine weitere, besonders für die Theologie wichtige Quelle, die sogenannte Antiquelle.

Als Antiquelle bezeichnet man ausschließlich biblische Texte, vor allem des Alten Testaments. Wenn etwas in der Bibel steht, dann kann als sicher angenommen werden, dass es a) nicht, b) nicht so c) nicht in dieser Weise und d) nicht zum genannten Zeitpunkt stattgefunden haben kann. Außerdem weiß man durch die Antiquelle auch sicher, dass es die in dem jeweiligen Zusammenhang genannten Personen nie gegeben hat.

Die Antiquellen erleichtern signifikant die Einordnung kirchlicher Traditionen. Beispielsweise wissen wir, dass König David nicht König war, sicher nicht David hieß, nie und nimmer zur in der Bibel genannten Zeit gelebt hat und ganz sicher nicht Goliath besiegte oder Psalmen verfasste. Eigentlich gab es ihn ohnehin nicht, wie die Antiquelle uns glaubhaft versichert.

Evangelien unterscheiden sich von der Antiquelle dadurch, dass zumindest einige ihrer Protagonisten außerbiblisch belegt sind. Hier ist es also so, dass die Personen zwar nicht fiktiv sind, aber die konkreten Begebenheiten doch fiktive Berichte sind, die die Evangelisten erdacht haben, um wichtige, individuelle Menschheitserfahrungen weiterzutragen und anschaulich für zukünftige Generationen zu erhalten. Es gab also sicher einen Guru namens Jesus von Nazareth, der allerdings natürlich nie etwa einen Sturm gestillt hat. Er war einfach ein so guter Redner, dass er die Ängste der Apostel leicht beruhigen konnte, so dass es ihnen schien, als hätte er die in ihnen tobenden Stürme gestillt.

Einen ganz anderen Stand haben die Briefe des Neuen Testaments. Diese sind nichts anderes als Quellen für Kopfschmerzen, wenn man versucht, den modernen Lebenswandel mit ihren Forderungen in Übereinstimmung zu bringen. Sie sind misogyn, homophob und hart und nichts anderes als zeitgebundene Äußerungen von zeitgebundenen, unaufgeklärten Semiten und daher nicht weiter von Bedeutung.

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