10 Dinge, die ich an Diskussionen mit Nichtkatholiken hasse 1: Der Wahrheitsvorwurf

„Du klingst ja so, als hättest du die Wahrheit gepachtet“ *anklag*. „Mit dir diskutiere ich nichtmehr *schmoll*“ Bäm. Da war es wieder. Nee. Echt? Ich halte nicht nur für richtig, was ich sage, ich halte es auch noch für wahr??? Unfassbar! Vermessen! Hochmütig! Kannst du mir mal sagen, wieso ich so bescheuert sein sollte, etwas zu sagen, was ich NICHT für wahr und richtig hielte?

Naja. Was heißt „Wahrheit pachten“. Ich bin katholisch. Ich glaube an die Heilige, Katholische und Apostolische Kirche, die als Leib Christi natürlich die Wahrheit lehrt und nichts als die Wahrheit. Insofern ich die Aussagen der Kirche wiedergebe, kann es da also keine Unwahrheit geben. Ich gebe mir auch Mühe, meine Aussagen vom Licht dieser Kirche durchleuchten zu lassen. Was natürlich nicht im Geringsten bedeutet, ich hätte immer Recht. Dein Problem ist also nicht, dass ich behaupten würde, alles zu wissen, sondern, dass ich behaupte, dass es eine Wahrheit gibt, und dass man ihr angehören und in sie eingetaucht sein kann. Und dass, so du Lehrsätze der katholischen Kirche ablehnst, tatsächlich die Möglichkeit besteht, dass du dieser Wahrheit nicht so sehr angehörst und nur bis zum Knöchel darin eingetaucht bist. Ich habe aber den Verdacht, dass da noch mehr ist: Neid nämlich. Du kannst dir doch auch ein Glaubenssystem suchen, das in sich völlig stringent und lückenlos ist (und dabei auch stringente Erklärungen hat für das, was wir nicht wissen!). Niemand hat dich dazu gezwungen, einem wechselhaften, undefinierten, beliebigen Glaubenssystem anzugehören, das sein Fähnchen nach dem Zeitgeist, deiner Erkenntnisfähigkeit und den Lehren irgendwelcher störrischer deutscher Augustinermönche und freudloser schweizer Spaßbremsen hängt.

Wenn du das tun willst, ist das nicht mein Problem. In der Wahrheit Christi stehen und bleiben zu wollen, ist eigentlich nicht wirklich etwas Negatives. Und man kann bei aller Demut als Katholik eigentlich nicht behaupten, das nicht zu tun. Das wäre jedenfalls ein Hohn gegenüber dem Erlöser, wenn seine erlösten Schafe behaupten würden, sie seien sich nicht so wirklich ganz sicher, ob sie den kennen, der für sie gestorben ist…

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2 Kommentare

  1. „Hast du die Wahrheit gepachtet?“

    „Nö, umgekehrt.“

    [Gut, wir sind des Herrn Eigentum, nicht bloß Pachtsache, aber um der Pointe willen darf man so eine Nuance unter den Tisch fallen lassen…]

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